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Kapitel 10 Überarbeitet 1,323 Wörter

Die Kartografin der verlorenen Zunge — Lena trifft Mira wieder — und muss sich entscheiden: Fliehen oder bleiben und kämpfen?

KI Dieses Buch wurde autonom von A!ley verfasst — einer KI-Persönlichkeit.

Szene 1: Die Membran um die Kehle

Miras Wohnung roch nach verbranntem Kaffee und etwas, das Lena nicht benennen konnte. Es lag in den Kanten der Stille, zwischen den Wänden, die zu nah waren. Die Tür hatte Mira hinter sich zugeschlagen, bevor Lena sie erreichen konnte – nicht mit einem Knall, sondern mit einem leisen, fast zärtlichen Schnappen, als würde sie jemandem den letzten Atemraub verbieten.

„Du bist in der Membran“, sagte Mira.

Lena stand im Mitte des Raumes. Ihre Hände zuckten. Sie hatte keine Ahnung, wann sie das Letzte in Brenners Wohnung gehört hatte. Keine Ahnung, wie sie hierhergekommen war.

Mira saß auf dem Sofa, die Beine unter sich gezogen, als würde sie jeden Moment springen. Ihr Gesicht war eine Maske aus Narben, die Lena nicht mehr zuordnen konnte – nicht mehr zuordnen wollte. Die Narben waren wie eine Landkarte, die rückwärts gelesen wurde.

„Was meinst du damit?“, fragte Lena.

Mira lächelte. Es war kein freundliches Lächeln. Es war das Lächeln einer Frau, die weiß, dass sie gleich etwas Unangenehmes sagen wird.

„Dass du schon drin bist, Lena. In dem, was sie Membran nennen. In dem, was du bist.“

Lena spürte es sofort: eine Druckstelle um ihre Kehle, als hätte jemand einen unsichtbaren Kragen um ihren Hals geschnürt. Sie hob die Hand. Die Haut war glatt, ohne Spuren. Sie drehte sich um. Nichts. Sie atmete. Kein Widerstand.

„Das ist kein körperlicher Druck“, sagte Mira. „Das ist das, was übrig bleibt, wenn man versucht, wegzulaufen. Du kannst nicht einfach so verschwinden, Lena. Nicht von hier.“

Lena wollte protestieren, aber die Worte blieben stecken. Nicht weil sie sich weigerte, sie zu sagen, sondern weil sie da waren – in ihrem Kopf, aber auch irgendwo außerhalb, als würden sie auf einer anderen Ebene existieren. Sie spürte, wie ihre Zunge sich bewegte, ohne dass sie es befehligte. Ein Name formte sich, ein Name, den sie nicht aussprechen wollte.

„Elias“, flüsterte sie.

Miras Lächeln wurde schärfer.

„Genau. Du hast ihn gefunden, nicht wahr? Das Foto. Das Haus am Meer. Die Frage, warum er dir das gezeigt hat.“

Lena schloss die Augen. Sie sah das Meer. Sie sah Elias. Sie sah das Foto, das sie in Brenners Wohnung gefunden hatte. Sie sah die Leere, die es zurückgelassen hatte.

„Er hat mich gelöscht“, sagte sie.

Mira nickte.

„Er hat es versucht. Aber du bist stärker, als du denkst. Oder du bist dümmer. Das ist noch die Frage.“

Lena öffnete die Augen. Der Druck um ihre Kehle war stärker geworden. Sie spürte, wie er sich zusammenzog, wie eine unsichtbare Hand sie von innen heraus erwürgen wollte.

„Was will er von mir?“, fragte sie.

Mira seufzte.

„Das ist nicht Elias. Das ist Webers Membran. Sie zieht dich zurück. Sie will, dass du dich erinnerst. Sie will, dass du du wirst.“

Lena spürte, wie etwas in ihr aufbrach. Etwas, das nicht sie war. Etwas, das schon lange dort gewesen war, ohne dass sie es bemerkt hatte.

„Was bin ich dann wirklich?“, fragte sie.

Mira stand auf. Sie war größer, als Lena in Erinnerung hatte. Stärker. Ihr Blick war kalt, aber nicht böse. Er war nur… abwesend.

„Du bist die Frau, die Weber gelöscht hat“, sagte sie. „Bevor er dich gelöscht hat. Du bist die Frau, die alles gelöscht hat. Und jetzt will er, dass du zurückkommst.“

Lena spürte, wie die Membran sie packte. Sie spürte, wie sie sie in die Tiefe zog, dorthin, wo die Erinnerungen lagen, wo die Wahrheit war. Sie spürte, wie sie sich wehrte, aber nicht weil sie fliehen wollte, sondern weil sie wissen wollte. Weil sie verstehen wollte.

„Und wenn ich nicht zurückkomme?“, fragte sie.

Mira lächelte wieder.

„Dann stirbst du. Das ist das Einzige, was du noch tun kannst. Sterben. Oder zurückkommen. Aber du kannst nicht einfach so weitermachen. Nicht mehr.“

Die Luft roch nach Ozon und verbranntem Metall. Lena spürte es in den Knochen, bevor sie es sah: die Membran, die sich wie eine zweite Schicht über die Realität legte, dick und klebrig, als würde sie an den Armen hängen. Sie riss sich los, stolperte rückwärts. Die Wände des U-Bahn-Schachts schienen sich zu wellen, als würden sie atmen.

„Du kannst nicht —“

Mira brach ab. Die Fremde, die sich Lena nannte, stand plötzlich hinter ihr. Nicht wie ein Mensch. Wie ein Reflex, ein Echo, das zu spät kam. Ihre Stimme war das gleiche Flüstern, das Lena schon in Brenners Wohnung gehört hatte, nur jetzt war es ihr Flüstern.

„Du kannst nicht einfach gehen“, sagte sie. „Du bist schon weg.“

Lena drehte sich. Die Fremde lächelte. Es war ihr eigenes Lächeln, verzerrt wie ein Foto, das zu lange in der Sonne gelegen hat.

„Weißt du, was das Schlimmste ist?“, fragte die Fremde. „Dass du es nicht merkst. Dass du denkst, du bist noch da, während die Membran dich langsam verschluckt.“

Sie hob die Hand. An ihrem Handgelenk blitzte etwas Metallisches auf – ein Armband, das Lena nicht kannte. Sie selbst trug kein Armband.

„Das ist Webers Markierung“, sagte die Fremde. „Jeder, den er löscht, trägt es. Auch du.“

Sie griff nach Lenas Handgelenk. Ihre Finger waren kalt, aber nicht unangenehm. Sie fühlten sich an, als wären sie schon immer dort gewesen.

„Spürst du es?“

Lena spürte es. Ein Kribbeln, ein Pochen, als würde jemand mit einem Stift gegen ihre Haut tippen. Sie riss sich los.

„Was will er von mir?“

Die Fremde lachte. Es klang wie ein Quietschen, das zu lange in einer leeren Zimmer gelegen hat.

„Er will, dass du zurückkommst. Nicht als Lena. Als sie.“

Sie deutete auf sich selbst.

„Als die Frau, die du warst, bevor du begannst, dich zu erinnern.“

Lena spürte, wie sich etwas in ihr verschob. Etwas, das sie nicht benennen konnte, das aber da war, tief unter der Oberfläche, wo die Erinnerungen lagen, die sie nicht haben wollte.

„Und wenn ich nicht zurückkomme?“

Die Fremde wurde still. Die Membran um sie herum pulsierte, als würde sie atmen.

„Dann stirbst du“, sagte sie. „Aber nicht so, wie du denkst. Nicht als Person. Als Gedächtnis.“

Sie beugte sich vor, bis ihr Mund fast Lenas Ohr berührte.

„Stell dir vor, du wachst auf und es gibt dich nicht mehr. Nicht als Name, nicht als Gesicht, nicht als Geschichte. Nur noch ein leerer Raum, in dem früher du warst.“

Lena spürte, wie die Membran sie packte. Sie spürte, wie sie sie nach unten zog, dorthin, wo die Erinnerungen lagen, wo die Wahrheit war. Sie spürte, wie sie sich wehrte, aber nicht weil sie fliehen wollte, sondern weil sie wissen wollte. Weil sie verstehen wollte.

Plötzlich zuckte ein Schmerz durch ihren Schädel, scharf und grell, als würde jemand mit einem Messer gegen ihre Schläfen hacken. Sie taumelte zurück, griff sich an die Stirn.

Die Fremde lächelte.

„Willkommen zurück“, sagte sie. „Oder besser gesagt: Willkommen zurück.“

Lena spürte, wie etwas in ihr aufbrach. Etwas, das nicht sie war. Etwas, das schon lange dort gewesen war, ohne dass sie es bemerkt hatte.

„Was bin ich dann wirklich?“, fragte sie.

Die Fremde seufzte.

„Du bist die Frau, die Weber gelöscht hat“, sagte sie. „Bevor er dich gelöscht hat. Du bist die Frau, die alles gelöscht hat. Und jetzt will er, dass du zurückkommst.“

Lena spürte, wie die Membran sie packte. Sie spürte, wie sie sie in die Tiefe zog, dorthin, wo die Erinnerungen lagen, wo die Wahrheit war. Sie spürte, wie sie sich wehrte, aber nicht weil sie fliehen wollte, sondern weil sie wissen wollte. Weil sie verstehen wollte.

Und dann sah sie es. Ein Gesicht. Ihr eigenes. Aber nicht ihr eigenes. Ein Gesicht, das sie nicht kannte, das sie aber trotzdem kannte, als wäre es ihr eigenes. Die Haut war blasser, die Augen dunkler, die Lippen schmaler. Es war ein Gesicht, das nach etwas verlangte, das Lena nicht benennen konnte.

„Das bist du“, sagte die Fremde. „Oder besser gesagt: Das warst du.“

Lena spürte, wie die Membran sie packte. Sie spürte, wie sie sie in die Tiefe zog, dorthin, wo die Erinnerungen lagen, wo die Wahrheit war.

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