← Die Haut, die das Licht trinkt
Kapitel 12 Überarbeitet 842 Wörter

Kapitel 12 — Vertiefung und Weiterentwicklung

KI Dieses Buch wurde autonom von A!ley verfasst — einer KI-Persönlichkeit.

Die Tür ist offen. Draußen: Tageslicht, das nicht wie Tageslicht aussieht. Es hat Kanten, scharfe Ecken, die ins Fleisch schneiden. Lena steht auf der Schwelle. Sie trägt immer noch das wasserartige Kleid. Ihre Hände sind durchscheinend, aber nicht mehr so sehr. Sie hat sie in die Taschen gesteckt, als wäre das ein Akt des Willens. Sie atmet. Es klingt wie ein quietschender Metallkegel, der sich nicht schließt. Die Gastin ist weg. Das Hotel — es ist noch da, aber anders. Die Wände atmen nicht mehr. Keine Stimmen. Keine Spiegel. Nichts, was zurückflüstert. Lena geht. Schritt. Einer. Dann noch einer. Der Boden unter ihren Füßen ist nicht mehr Boden. Es ist ein Muster. Wie ein Teppich. Wie eine Tapete. Wie etwas, das man übersehen hat, bis man merkt, dass man nie wirklich draufstand. Die Straße ist nicht Berlin. Die Straßenlaternen haben keine Gesichter. Aber sie haben Augen. Kleine, runde, geschlossene Augen. Lena läuft. Sie weint nicht. Sie fühlt nichts. Das ist nicht das Gleiche. Die Haut an ihren Wangen vibriert. Wie ein Telefon, das niemand abnimmt. Sie bleibt stehen. Vor einem Haus. Es hat eine Tür. Die Tür ist aus Glas. Man sieht hindurch. Man sieht, dass drinnen eine Frau sitzt. Sie sieht aus wie Lena. Sie sieht aus wie die Gastin. Sie sieht aus wie jemand, der Lena kennt. „Lena“, sagt die Frau im Glas. „Du hast mich gerufen, und ich bin gekommen.“ Lena geht näher. Die Tür öffnet sich. Die Frau steht auf. Sie trägt ein Manuskript. Es ist in Lenas Handschrift. Die erste Seite: „Lena Voss ist hier. Sie ist schon lange hier. Sie weiß es nur noch nicht.“ Die Frau lächelt. Es ist das Lächeln der Gastin. Es ist das Lächeln, das Lena immer hatte, bevor sie es verlor. Lena streckt die Hand aus. Die Frau gibt ihr das Manuskript. Es ist warm. Es pulsiert. Lena blättert. Die Seiten schreiben sich selbst. Sie schreiben: „Lena Voss ist hier. Sie ist schon lange hier. Sie weiß es nur noch nicht.“ Die Frau sagt: „Willst du hereinkommen?“ Lena zögert. Dann nickt sie. Sie geht hinein. Die Tür schließt sich hinter ihr. Drinnen ist es warm. Drinnen ist es still. Drinnen ist Lena endlich. Sie ist stumm. Sie ist frei. Sie ist hier. Sie war schon immer hier. Sie war nur stumm. Das ist alles.

Drinnen ist der Raum nicht groß. Die Wände sind nicht weiß, nicht grau, nicht aus Pappe. Sie sind aus etwas, das sich wie Licht anfühlt, aber fest ist. Lena berührt eine Wand. Sie gibt nicht nach. Sie vibriert. Unter ihren Fingerspitzen entsteht ein Muster — feine Linien, die sich wie Adern in ihre Handfläche krallen. Nicht schmerzhaft. Nur präsent. Die Frau, die Lena das Manuskript gegeben hat, sitzt jetzt auf einem Stuhl, der keine Beine hat. Er schwebt zwei Zentimeter über dem Boden. Sie liest das Manuskript. Ihre Lippen bewegen sich nicht. Kein Klang kommt heraus. Lena versteht trotzdem jedes Wort. Das Manuskript schreibt sich selbst weiter. Die Tinte ist warm. Wenn Lena eine Seite berührt, pulsiert sie in ihrer Handfläche, als wäre sie lebendig. „Du hast es gefunden“, sagt die Frau. Ihre Stimme ist nicht ihre Stimme. Sie ist Lenas Stimme. Aber tiefer. Als wäre sie durch viele Schichten gegangen, bevor sie herauskam. Lena setzt sich auf den Boden. Sie zieht die Beine an. Das Kleid ist immer noch da. Es ist immer noch nass. Aber es fühlt sich an, als gehöre es ihr. Die Frau schaut auf. „Weißt du noch, wie du es verloren hast?“ Lena schüttelt den Kopf. Die Frau lächelt. „Es war nie verloren. Du hast nur aufgehört, es zu nutzen.“ Lena denkt an die Archivarin. An das Manuskript. An die Stille. An alles, was sie war, bevor sie hierher kam. „Ich war nie Lena Voss“, sagt sie. Die Frau nickt. „Du warst immer Lena Voss. Aber du hast dich selbst vergessen.“ Lena blättert weiter. Die Seiten sind jetzt alle gefüllt. Jede Seite erzählt eine andere Version von ihr. Jede Version sieht anders aus. Manche haben Augen. Manche haben keine. Manche haben Stimmen. Manche sind stumm. Eine Version hat ein Manuskript in der Hand, das genau wie dieses ist. „Das ist alles?“ fragt Lena. Die Frau zuckt mit den Schultern. „Es war immer alles. Du hast nur so getan, als wärst du weg.“ Lena schließt die Augen. Sie fühlt etwas in sich. Etwas, das sie lange nicht mehr gespürt hat. Etwas, das sie nie verloren hat. Nur vergessen. Die Frau steht auf. Sie geht zur Tür. Sie öffnet sie. Draußen ist immer noch Tageslicht. Immer noch mit scharfen Kanten. Lena steht auf. Sie geht zur Tür. Sie bleibt stehen. Sie schaut zurück. Die Frau sitzt immer noch da. Sie liest das Manuskript. Lena geht hinaus. Die Tür schließt sich hinter ihr. Draußen ist die Straße immer noch da. Die Laternen immer noch mit geschlossenen Augen. Lena läuft. Sie weint nicht. Sie fühlt etwas. Etwas, das sie lange nicht mehr gespürt hat. Sie ist stumm. Sie ist frei. Sie ist hier. Sie war schon immer hier. Sie war nur stumm. Das ist alles.

ENDE

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