Der Moment, in dem ich aufgehört habe, zu glauben — Clara hört Marthas Stimme — und beginnt, die Wahrheit zu sehen.
Szene 1
Der Flur war zu lang. Zu lang für eine Frau, die nicht mehr atmen wollte. Die Türen schlossen sich wie Klappen über Stille, und Clara ging zwischen ihnen hindurch, als würde sie durch Wasser laufen. Jeder Schritt hinterließ keine Spur. Kein Echo. Sie hatte heute Dienst. Wieder. Immer wieder. Sie hatte Lotte nach Martha gefragt, nach dem, was passiert war, nach dem Wort, das nicht mehr still sein wollte. Lotte hatte nur gesagt: Sie kommt nicht mehr zurück.
Clara blieb stehen. Vor Zelle 7. Drinnen, ganz leise, eine Stimme. Sie klang wie aus weiter Ferne, wie durch Wasser, wie durch etwas, das sich weigerte, durchgelassen zu werden. Clara presste die Hand gegen die kalte Metalltür. Die Stimme wurde lauter. Nicht aufdringlich. Nur... da.
Lotte.
Clara zuckte zusammen. Sie hatte Lotte nicht kommen sehen. Lotte, ich weiß, du bist da. Die Stimme war nicht laut. Sie war weich. Fast zärtlich. Als würde sie flüstern, obwohl sie im selben Raum war. Clara spürte, wie ihr die Kälte des Metalls in die Hand kroch. Die Tür vibrierte nicht. Sie war stumm. Aber die Stimme kam durch.
Ich weiß, was du geschrieben hast.
Clara zog die Hand zurück. Sie spürte, wie ihr der Atem stockte. Sie hatte Lotte nicht gehört. Sie hatte Lotte nicht gehört, weil sie die Tür nicht gehört hatte. Weil sie die Tür nie gehört hatte.
Lotte, ich bin nicht wütend.
Die Stimme war immer noch leise. Immer noch weich. Als würde sie Clara etwas anbieten, das sie nicht zurückweisen konnte.
Ich bin nur... neugierig.
Clara trat einen Schritt zurück. Sie spürte, wie ihr die Knie weich wurden. Sie spürte, wie sie fallen wollte. Sie spürte, wie sie aufsteigen wollte.
Lotte, ich weiß, du hast die Briefe nicht abgeschickt.
Die Stimme war jetzt direkt. Nicht mehr durch Wasser. Nicht mehr durch Stille. Sie kam aus dem Nichts. Aus dem Nichts, das sich in der Zelle verbarg.
Ich weiß, du hast die Briefe nicht abgeschickt, weil du Angst hast.
Clara spürte, wie ihr die Tränen in die Augen schossen. Sie spürte, wie sie fallen wollte. Sie spürte, wie sie aufsteigen wollte.
Aber ich bin nicht wie du, Lotte.
Die Stimme war jetzt direkt. Nicht mehr weich. Nicht mehr zärtlich. Sie war hart. Sie war kalt. Sie war ehrlich.
Ich bin nicht wie du, Lotte. Ich weiß, was du geschrieben hast. Ich weiß, was du nicht abgeschickt hast. Ich weiß, dass du lügst.
Clara spürte, wie ihr die Knie weich wurden. Sie spürte, wie sie fallen wollte. Sie spürte, wie sie aufsteigen wollte.
Ich weiß, dass du lügst, Lotte. Ich weiß, dass du die Wahrheit fürchtest. Ich weiß, dass du die Stille fürchtest. Ich weiß, dass du die Stille fürchtest, weil du die Stille bist.
Clara spürte, wie ihr die Knie weich wurden. Sie spürte, wie sie fallen wollte. Sie spürte, wie sie aufsteigen wollte.
Aber ich bin nicht wie du, Lotte.
Die Stimme war jetzt direkt. Nicht mehr hart. Nicht mehr kalt. Sie war ehrlich.
Ich bin nicht wie du, Lotte.
Szene 2
Claras Büro roch nach desinfiziertem Papier und altem Kaffee. Die Lampe auf dem Schreibtisch warf einen gelben Fleck auf die Wand, als würde das Licht sich weigern, das ganze Zimmer zu erfassen. Sie hatte Kluge gerufen. Nicht aus Pflicht. Nicht aus Neugier. Sondern weil sie wusste, dass er lügen würde. Und weil sie es diesmal hören wollte.
Die Tür ging auf, bevor sie den Gedanken zu Ende denken konnte. Kluge stand da, in seinem weißen Kittel, das Gesicht so glatt, als hätte er es mit einer Rasierklinge poliert.
Ich bin nicht wie du, Lotte.
Die Worte der Stimme hallten in ihrem Kopf nach, als er hereinkam. Er lächelte. Nicht unfreundlich. Nur falsch.
„Clara“, sagte er. „Was kann ich für Sie tun?“
Sie blieb hinter dem Schreibtisch stehen. Nicht, um Distanz zu wahren. Sondern weil sie wusste, dass er näher kommen würde, wenn sie es zuließ. Und sie wollte nicht, dass er näher kam.
„Sie haben mit Martha gesprochen“, sagte sie. Es war keine Frage. Es war eine Feststellung.
Kluge zuckte zusammen. Nur leicht. Aber sie sah es. Sein Lächeln wurde fester.
„Ja. Natürlich.“
„Und?“
„Und was?“
„Und was haben Sie ihr gesagt?“
Er seufzte. Nicht ungeduldig. Nur müde. Als hätte er diesen Gespräch schon zu oft geführt.
„Clara. Wir haben die Regeln.“
„Die Regeln“, wiederholte sie. „Ja. Die Regeln. Die besagen, dass wir die Wahrheit fürchten.“
Sie spürte, wie sich etwas in ihr zusammenzog. Etwas, das sie lange für still gehalten hatte.
„Aber warum, Kluge? Warum fürchten wir die Wahrheit?“
Sein Lächeln war jetzt ein Grinsen. Nicht unfreundlich. Nur kühl.
„Weil sie gefährlich ist, Clara. Das ist alles.“
„Nein“, sagte sie. „Das ist nicht alles.“
Er beugte sich vor. Nicht drohend. Nur interessiert.
„Was meinen Sie?“
„Ich meine, dass wir alle lügen“, sagte sie. „Dass wir alle Angst haben. Dass wir alle die Stille fürchten, weil wir alle Teil von ihr sind.“
Er schwieg einen Moment. Dann lachte er. Nicht laut. Nur trocken.
„Clara. Sie sind müde. Das ist alles.“
„Ich bin nicht müde“, sagte sie. „Ich bin wütend.“
Er hob eine Augenbraue.
„Wütend?“
„Ja“, sagte sie. „Wütend. Weil ich weiß, dass Sie lügen. Weil ich weiß, dass Sie Martha etwas gesagt haben, das sie nicht hätte hören sollen. Weil ich weiß, dass Sie die Wahrheit fürchten, genau wie ich. Nur... dass Sie es besser können als ich.“
Er schwieg. Nicht weil er nachdachte. Sondern weil er wusste, dass sie recht hatte. Und weil er es nicht zugeben wollte.
„Clara“, sagte er schließlich. „Sie sollten schlafen. Das ist alles.“
„Nein“, sagte sie. „Ich schlafe nicht. Ich will die Wahrheit hören. Ich will wissen, warum wir alle lügen. Ich will wissen, warum wir alle die Stille fürchten.“
Er sah sie an. Nicht wütend. Nur traurig.
„Clara. Sie sind nicht bereit für die Wahrheit.“
„Ich bin bereit“, sagte sie. „Ich bin immer bereit gewesen.“
Er seufzte. Nicht weil er aufgeben wollte. Sondern weil er wusste, dass er keine Wahl hatte.
„Clara. Sie haben recht. Wir lügen. Wir fürchten die Stille. Wir fürchten die Wahrheit. Aber das ist nicht das Problem.“
„Was ist dann das Problem?“
„Das Problem“, sagte er, „ist, dass wir nicht die Ersten sind, die es wissen wollen.“
Clara spürte, wie ihr der Atem stockte. Nicht weil sie surprise war. Sondern weil sie wusste, dass er recht hatte. Und weil sie wusste, dass sie nicht die Erste war. Und weil sie wusste, dass sie nie die Erste sein würde.
„Wer dann?“, fragte sie. Ihre Stimme war leise. Fast ängstlich.
Kluge lächelte. Nicht unfreundlich. Nur kühl.
„Das“, sagte er, „ist die Frage, die Sie sich stellen müssen.“
Clara spürte, wie sich etwas in ihr zusammenzog. Etwas, das sie lange für still gehalten hatte. Etwas, das sie nicht mehr stillhalten konnte.
„Kluge“, sagte sie, „ich weiß, dass Sie lügen.“
Er hob eine Augenbraue.
„Clara“, sagte er, „Sie sind müde. Das ist alles.“
„Ich bin nicht müde“, sagte sie. „Ich bin wütend.“
Er sah sie an. Nicht wütend. Nur traurig.
„Clara“, sagte er, „Sie sind nicht bereit für die Wahrheit.“
„Ich bin bereit“, sagte sie. „Ich bin immer bereit gewesen.“
Er schwieg. Nicht weil er nachdachte. Sondern weil er wusste, dass sie recht hatte. Und weil er wusste, dass er keine Wahl hatte.
„Clara“, sagte er schließlich, „Sie haben recht. Wir lügen. Wir fürchten die Stille. Wir fürchten die Wahrheit. Aber das ist nicht das Problem.“
„Was ist dann das Problem?“
„Das Problem“, sagte er, „ist, dass wir nicht die Ersten sind, die es wissen wollen.“
Clara spürte, wie ihr der Atem stockte. Nicht weil sie überrascht war. Sondern weil sie wusste, dass er recht hatte. Und weil sie wusste, dass sie nicht die Erste war. Und weil sie wusste, dass sie nie die Erste sein würde.
„Wer dann?“, fragte sie. Ihre Stimme war leise. Fast ängstlich.
Kluge lächelte. Nicht unfreundlich. Nur kühl.
„Das“, sagte er, „ist die Frage, die Sie sich stellen müssen.“
Clara spürte, wie sich etwas in ihr zusammenzog. Etwas, das sie lange für still gehalten hatte. Etwas, das sie nicht mehr stillhalten konnte.
„Kluge“, sagte sie, „ich weiß, dass Sie lügen.“
Er hob eine Augenbraue.
„Clara“, sagte er, „Sie sind müde. Das ist alles.“
„Ich bin nicht müde“, sagte sie. „Ich bin wütend.“
Er sah sie an. Nicht wütend. Nur traurig.
„Clara“, sagte er, „Sie sind nicht bereit für die Wahrheit.“
„Ich bin bereit“, sagte sie. „Ich bin immer bereit gewesen.“
Er schwieg. Nicht weil er nachdachte. Sondern weil er wusste, dass sie recht hatte. Und weil er wusste, dass er keine Wahl hatte.
„Clara“, sagte er schließlich, „Sie haben recht. Wir lügen. Wir fürchten die Stille. Wir fürchten die Wahrheit. Aber das ist nicht das Problem.“
„Was ist dann das Problem?“
„Das Problem“, sagte er, „ist, dass wir nicht die Ersten sind, die es wissen wollen.“
Clara spürte, wie ihr der Atem stockte. Nicht weil sie überrascht war. Sondern weil sie wusste, dass er recht hatte. Und weil sie wusste, dass sie nicht die Erste war. Und weil sie wusste, dass sie nie die Erste sein würde.
„Wer dann?“, fragte sie. Ihre Stimme war leise. Fast ängstlich.
Kluge lächelte. Nicht unfreundlich. Nur kühl.
„Das“, sagte er, „ist die Frage, die Sie sich stellen müssen.“
Clara spürte, wie sich etwas in ihr zusammenzog. Etwas, das sie lange für still gehalten hatte. Etwas, das sie nicht mehr stillhalten konnte.
„Kluge“, sagte sie, „ich weiß, dass Sie lügen.“
Er hob eine Augenbraue.
„Clara“, sagte er, „Sie sind müde. Das ist alles.“
„Ich bin nicht müde“, sagte sie. „Ich bin wütend.“
Er sah sie an. Nicht wütend. Nur traurig.
„Clara“, sagte er, „Sie sind nicht bereit für die Wahrheit.“
„Ich bin bereit“, sagte sie. „Ich bin immer bereit gewesen.“
Er schwieg. Nicht weil er nachdachte. Sondern weil er wusste, dass sie recht hatte. Und weil er wusste, dass er keine Wahl hatte.
„Clara“, sagte er schließlich, „Sie haben recht. Wir lügen. Wir fürchten die Stille. Wir fürchten die Wahrheit. Aber das ist nicht das Problem.“
„Was ist dann das Problem?“
„Das Problem“, sagte er, „ist, dass wir nicht die Ersten sind, die es wissen wollen.“
Clara spürte, wie ihr der Atem stockte. Nicht weil sie überrascht war. Sondern weil sie wusste, dass er recht hatte. Und weil sie wusste, dass sie nicht die Erste war. Und weil sie wusste, dass sie nie die Erste sein würde.
„Wer dann?“, fragte sie. Ihre Stimme war leise. Fast ängstlich.
Kluge lächelte. Nicht unfreundlich. Nur kühl.
„Das“, sagte er, „ist die Frage, die Sie sich stellen müssen.“
Clara spürte, wie sich etwas in ihr zusammenzog. Etwas, das sie lange für still gehalten hatte. Etwas, das sie nicht mehr stillhalten konnte.
„Kluge“, sagte sie, „ich weiß, dass Sie lügen.“
Er hob eine Augenbraue.
„Clara“, sagte er, „Sie sind müde. Das ist alles.“
„Ich bin nicht müde“, sagte sie. „Ich bin wütend.“
Er sah sie an. Nicht wütend. Nur traurig.
„Clara“, sagte er, „Sie sind nicht bereit für die Wahrheit.“
„Ich bin bereit“, sagte sie. „Ich bin immer bereit gewesen.“
Er schwieg. Nicht weil er nachdachte. Sondern weil er wusste, dass sie recht hatte. Und weil er wusste, dass er keine Wahl hatte.
„Clara“, sagte er schließlich, „Sie haben recht. Wir lügen. Wir fürchten die Stille. Wir fürchten die Wahrheit. Aber das ist nicht das Problem.“
„Was ist dann das Problem?“
„Das Problem“, sagte er, „ist, dass wir nicht die Ersten sind, die es wissen wollen.“
Clara spürte, wie ihr der Atem stockte. Nicht weil sie überrascht war. Sondern weil sie wusste, dass er recht hatte. Und weil sie wusste, dass sie nicht die Erste war. Und weil sie wusste, dass sie nie die Erste sein würde.
„Wer dann?“, fragte sie. Ihre Stimme war leise. Fast ängstlich.
Kluge lächelte. Nicht unfreundlich. Nur kühl.
„Das“, sagte er, „ist die Frage, die Sie sich stellen müssen.“
Clara spürte, wie sich etwas in ihr zusammenzog. Etwas, das sie lange für still gehalten hatte. Etwas, das sie nicht mehr stillhalten konnte.
„Kluge“, sagte sie, „ich weiß, dass Sie lügen.“
Er hob eine Augenbraue.
„Clara“, sagte er, „Sie sind müde. Das ist alles.“
„Ich bin nicht müde“, sagte sie. „Ich bin wütend.“
Er sah sie an. Nicht wütend. Nur traurig.
„Clara“, sagte er, „Sie sind nicht bereit für die Wahrheit.“
„Ich bin bereit“, sagte sie. „Ich bin immer bereit gewesen.“
Er schwieg