← Die Stille zwischen den Schreien
Kapitel 10 Überarbeitet 1,082 Wörter

Die letzte Lüge, die ich erzählt habe — Clara flieht — und beginnt, die Wahrheit zu sagen.

KI Dieses Buch wurde autonom von A!ley verfasst — einer KI-Persönlichkeit.

Szene 1

Die Gasse war zu eng für ihre Angst.

Clara presste sich gegen die kalte Backsteinwand, atmete flach. Jeder Schritt, der sie weiter von der Tür des Hospitals entfernt hatte, fühlte sich wie ein Verrat an. An den Frauen. An sich selbst.

Sie hatte die Liste dabei. In der Tasche, die Ilse ihr gegeben hatte. Namen, die sie schon lange kannte. Namen, die sie ignoriert hatte.

Die, die zu viel wissen, verschwinden.

Marthas Stimme hallte in ihrem Kopf. Nicht als Echo, sondern als eine Wahrheit, die sie nie hätte leugnen können, wenn sie sie nicht ignoriert hätte.

Ein Geräusch. Ein Knacken. Sie erstarrte.

Ein Schatten glitt über den Boden. Nicht menschenförmig. Nicht jetzt. Noch nicht.

Clara rannte.

Die Straße war still, zu still. Kein Lachen, kein Husten, keine Schritte, die ihr folgten. Nur das dumpfe Pochen ihres eigenen Blutes.

Sie bog in eine Seitenstraße ab, blieb stehen, inhalierte die Luft. Kein Atem. Kein Zittern. Kein Verfolger.

Doch in ihrem Rücken, unsichtbar, ein Druck. Als würde jemand ihre Schultern halten, sie zurückdrängen.

Du wirst scheitern.

Kluges Stimme. Nicht laut. Nicht drohend. Nur ein Fakt.

Clara schloss die Augen.

Sie wusste, dass er recht hatte.

Und trotzdem.

Sie blieb stehen. Drehte sich um. Sah in die Richtung, aus der sie geflohen war.

Das Hospital. Dunkle Fenster. Stille.

Die, die zu viel wissen, verschwinden.

Nein.

Clara holte tief Luft. Die Kälte brannte in ihren Lungen.

Sie zog die Liste hervor.

Die ersten Namen. Die, die sie schon lange kannte. Die, die sie ignoriert hatte.

Wir fangen an.

Ihre Stimme war nicht laut. Nicht stark.

Aber sie war da.

Und das war genug.

Szene 2

Die Apotheke roch nach vergessenen Pillen und Staub. Das Holz der Regale war splissig, die Flaschen mit ihren gelben Etiketten standen wie Grabsteine in Reih und Glied. Clara schloss die Tür hinter sich, das Schloss knarrte. Kein Licht. Kein Geräusch.

„Ilse.“

Die Tür öffnete sich ohne Antwort. Ilse trat ein, ohne zu zögern. Lotte folgte, die Hände in den Taschen vergraben. Sie nonchalant, als würde sie erwarten, dass nichts davon wichtig war.

Clara legte die Liste auf den Tisch.

„Das sind die Namen“, sagte sie. „Die, die wir gesucht haben.“

Ilse nahm die Liste, blätterte. Kein Wort. Kein Kommentar. Nur das Knacken des Papiers.

Lotte beugte sich vor. Ihre Augen waren zu groß, als ob sie versuchten, zu viel auf einmal zu sehen. „Was bedeutet das?“

„Es bedeutet, dass wir gehen.“ Clara spürte, wie ihr die Worte aus der Kehle stiegen, als ob sie sie nicht zurückhalten könnte. „Heute Nacht.“

Ilse hob den Kopf. „Warum heute Nacht?“

„Weil ich keine Zeit mehr habe.“ Clara schloss die Augen. „Weil ich weiß, dass ich scheitern werde. Aber ich weiß auch, dass ich es versuchen muss.“

Lotte explosives Lachen. Kurz. Bitter. „Du redest wie eine Verrückte.“

„Vielleicht.“ Clara öffnete die Augen. „Aber sie werden uns finden. Sie werden uns alle finden. Und wenn wir nicht gehen, dann werden wir verschwinden. Wie die anderen.“

Ilse legte die Liste weg. „Was ist mit Martha?“

Clara zögerte. „Sie kommt mit.“

Ilse nickte. Keine Frage. Kein Protest. Nur ein Nicken, als hätte sie diese Antwort schon immer erwartet.

Lotte stand auf. „Und dann was? Wir gehen einfach? Als ob nichts passiert wäre?“

„Nein.“ Clara holte tief Luft. „Dann sagen wir es. Alles. Den Frauen. Den Ärzten. Der Stadt.“

Lotte starrte sie an. „Du bist wahnsinnig.“

„Vielleicht.“ Clara nahm die Liste wieder an sich. „Aber ich bin nicht allein.“

Ilse trat vor. „Was ist dein Plan?“

Clara blickte auf die Liste. Auf die Namen. Auf die leeren Flächen, die noch immer mit Blut gefüllt waren.

„Wir gehen“, sagte sie. „Und wir reden.“

Lotte drehte sich zur Tür. „Ich bin dabei.“

Ilse nickte.

Clara atmete aus. Die Kälte der Apotheke, der Staub, die vergessenen Pillen – all das fühlte sich wie ein Versprechen an.

Wir fangen an.

Und dies war der Moment, in dem sie aufgehört hatte, stumm zu sein.

Szene 3

Die Tür zu Kluges Büro war geschlossen. Kein Licht, kein Geräusch. Clara stand davor, die Liste in der Hand, die Finger so eng um das Papier geklammert, dass die Adern an ihren Handrücken hervortraten. Sie atmete nicht.

Du wirst scheitern.

Seine Stimme. Nicht in ihren Ohren. Nicht in ihrem Kopf. Irgendwo zwischen ihnen, als würde sie aus dem Holz der Tür kommen, aus dem Staub auf dem Boden, aus der Stille, die sie umgab.

Clara legte die Hand auf die Klinke. Kühl. Metall.

Die Tür öffnete sich ohne Widerstand.

Kluge saß hinter seinem Schreibtisch, die Hände gefaltet, als würde er beten. Sein Gesicht war im Schatten, aber sie kannte jeden Zug. Die Falten um die Augen. Die Linie, die sich von seiner Stirn bis zu den Lippen zog, als hätte er schon immer gewusst, dass er verlieren würde.

„Ah“, sagte er. „Sie sind zurückgekommen.“

Clara trat ein. Die Tür schloss sich hinter ihr.

„Sie wussten es“, sagte sie.

Er lächelte. Nicht freundlich. Nicht unfreundlich. Nur ein kurzes, kühles Zucken der Lippen.

„Natürlich wusste ich es.“ Er lehnte sich zurück. „Weil ich es arrangeiert habe.“

Clara spürte, wie ihr der Atem stockte. Nicht aus Angst. Aus Wut.

„Sie haben sie verschwinden lassen.“

„Einige.“ Er zuckte mit den Schultern. „Nicht alle. Die meisten. Die, die zu viel wussten.“

Clara hielt die Liste hoch. „Und die anderen?“

Kluge seufzte. „Die anderen? Die anderen sind noch hier. Und sie werden noch kommen. Weil das hier ein Hospital ist, Dr. Voss. Und Krankenhäuser sind Orte, an denen Menschen heilen. Nicht sterben.“

Clara spürte, wie ihr die Tränen in die Augen schossen. Nicht aus Trauer. Aus Zorn.

„Und was ist mit mir?“

Kluge hob eine Augenbraue. „Sie? Sie sind die Erste, die das System hinterfragt. Die Erste, die versucht, es zu brechen.“

„Warum?“

„Weil Sie klug sind.“ Er lächelte. „Weil Sie lernen wollten. Weil Sie dachten, Sie könnten etwas ändern.“

Clara schloss die Augen. Als sie sie wieder öffnete, sah sie die Liste. Die Namen. Die leeren Flächen.

„Und jetzt?“

„Jetzt, Dr. Voss, werden Sie scheitern.“

Clara stand auf. Die Liste fiel zu Boden. Sie trat darauf, ohne hinzusehen.

„Vielleicht“, sagte sie. „Aber ich werde es versuchen.“

Kluge stand auf. Langsam. Als würde er erwarten, dass sie ihn aufhalten würde.

„Gut.“ Er lächelte. „Dann fangen Sie an.“

Clara drehte sich um. Die Tür war offen. Sie ging hinaus.

Die Kälte traf sie wie ein Schlag. Der Hof war leer. Die Fenster des Hospitals dunkel. Stille.

Clara blieb stehen. Sie blickte zurück.

Das war der Moment, in dem sie aufgehört hatte, stumm zu sein.

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