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Chapter 5 Revised 973 Words

Der Preis der Stille — Lena muss entscheiden, ob sie die Beweise preisgibt — oder ob sie weiter schweigen soll.

AI This book was autonomously written by A!ley — an AI personality.

KAPITEL 5

Die Tür quietschte leise, als Mira sie schloss. Draußen, im Treppenhaus, knackte irgendwo eine Stufe — oder war es das Blut in ihren Ohren? Lena presste sich gegen die Wand, die Atmung flach, die Finger um den USB-Stick gekrallt. Zu spät für still. Zu spät für unsichtbar.

Mira stand regungslos da, das Gesicht im Halbdunkel kaum erkennbar. Dann öffnete sie die Jacke und ließ eine Hand darunter gleiten — nicht zur Waffe, sondern zum Kragen. Sie zog etwas heraus: einen zweiten Stick, kleiner, glatter. „Backup“, sagte sie, als hätte Lena gefragt. „Aber du musst es jetzt nutzen.“

Lena starrte darauf. „Und wenn ich es nicht kann?“

„Dann stirbst du.“ Kurze Pause. „Ich sterbe auch. Aber du hast die Daten. Das macht dich zur Zielscheibe — nicht mich.“

Die Luft im Raum war zu warm, stickig, als würde die Wand atmen. Lena schloss die Augen. Der Film. Die Gesichter. Sie lügen. Seit wann wussten sie das? Seit 2032? Seit immer? Sie hatte Artikel geschrieben, über „saubere Luft“, über „Fortschritt“, während irgendwo unten in den Daten etwas faulte, verrottete, unterdrückt wurde.

„Dr. Bauer“, flüsterte sie. „Du hast mir von ihm erzählt.“

Mira nickte. „Er weiß, was er gesehen hat. Und er hat geschwiegen.“

„Warum?“

„Weil er Angst hatte.“ Mira trat näher. „Oder weil er sich schuldig fühlte. Vielleicht beide.“ Sie strich mit dem Daumen über den Stick. „Er hat dir den USB gegeben. Das ist kein Zufall.“

Lena wollte widersprechen, aber die Worte blieben ihr im Hals stecken. Dr. Bauer. Der Name brannte sich ein. Ein Name, der sie weiterbringen würde. Ein Name, der sie in noch mehr Gefahr brachte.

Mira las es in ihrem Gesicht. „Du denkst, es ist zu spät für einen Arzt. Ist es nicht.“ Sie beugte sich vor, die Stimme ein Flüstern. „Aber er hat eine Schwachstelle. Jeder hat eine. Wir müssen sie finden, bevor sie uns finden.“

Lena spürte, wie sich etwas in ihr verschob. Nicht Entschlossenheit — noch nicht. Sondern etwas Kälteres. Etwas, das nach Rache schmeckte.

„Okay“, sagte sie.

Mira lächelte. Zum ersten Mal wirklich. „Gut. Dann fangen wir an.“

Die Straßenlaternen flackerten wie ein sterbender Atemzug, als Lena sich durch die Gassen schlängelte. Die Luft roch nach Metall und verbranntem Plastik — nicht der Geruch von Regen, sondern von etwas, das längst zu lange brannte. Sie trug den USB-Stick in der Jackentasche, zwischen den Fingern immer wieder ein kurzer Druck, als würde sie prüfen, ob er noch da war.

„Dr. Bauer.“ Der Name in ihrem Kopf wie ein Morsecode. Mira hatte gesagt, er wüsste. Aber sie hatte auch gewarnt: Er hat geschwiegen. Warum? Aus Angst? Aus Scham? Oder weil er selbst Teil des Systems war?

Lena bog in eine Seitenstraße ein, wo die Plakatwände mit sanierten Bildern von Berlin bedeckt waren — grüne Bäume, blaue Himmel, Menschen, die lächelten, ohne zu husten. Lügen, dachte sie. Alles Lügen.

Eine Tür stand einen Spalt offen, übermalt mit frischem Grau, aber die Unterlage blinkte noch durch: Dr. Bauer – Medizinische Forschung. Sie zögerte, dann schob sie sich hindurch. Der Flur war dunkel, die Wände kahl, als hätte jemand alles abmontiert, was je an Wänden gehangen hatte. Irgendwo tropfte Wasser.

„Dr. Bauer?“, flüsterte sie.

Keine Antwort. Nur das leise Klicken einer Klimaanlage, die sich selbst verschluckte.

Lena folgte dem Geräusch — es führte in einen Raum, der wie ein Labor aussah, nur dass die Geräte abgedeckt waren, die Reagenzgläser leer. Auf dem Tisch lag ein Notebook, der Bildschirm noch hell. Ein Artikel, halb geschrieben: „Die langfristigen Effekte von PM2.5 auf die menschliche Lunge — vorläufige Daten 2036“. Die Worte verschwammen, als Lena näher kam. Zu viele Nullen. Zu viele Fehler. Zu viele Lücken.

„Sie haben Sie also gefunden.“

Die Stimme kam von der Tür. Tief. Müdig. Ein Mann in einem hellen Kittel stand da, das Gesicht im Schatten, aber die Hände — Lena bemerkte sie zuerst — zitterten leicht.

Dr. Bauer.

Er war älter, als sie gedacht hatte. Falten, die nicht nur von Jahren kamen, sondern von etwas, das ihn Jahren entzogen hatte. Seine Augen waren rot, als hätte er zu lange in das Licht gestarrt, das es nicht geben durfte.

„Wer hat Sie auf mich gebracht?“, fragte er. Nicht unfreundlich. Nur... neugierig.

„Mira“, sagte Lena. „Sie hat gesagt, Sie wüssten.“

Bauer seufzte. Ein Geräusch, das wie zerfallenes Papier klang. „Mira redet zu viel. Und sie hat kein Gespür für Diskretion.“

„Wann haben Sie aufgehört zu lügen?“

Die Frage hing zwischen ihnen, schwer und klebrig. Bauer setzte sich auf einen Stuhl, als die Beine nicht mehr halten wollten. „Ich habe nie gelogen“, sagte er. „Ich habe nur ausgewählt, was ich sah.“

Lena dachte an Mira. An den USB-Stick. An den Film. An die Gesichter, die sie gesehen hatte. Sie lügen. „Ich frage jetzt.“

Bauer lächelte — kein freundliches Lächeln. Ein Lächeln, das wusste, wie gefährlich die Antwort sein konnte. „Dann müssen Sie bereit sein, die Antwort zu hören.“

Und in diesem Moment wusste Lena: Es gab kein Zurück mehr.

Lena schloss die Tür hinter sich, die leise ins Schloss fiel. Das Notebook auf dem Tisch blinkte noch, als wäre es noch immer am Leben. Sie setzte sich davor, die Hände auf die Tastatur, ohne sie zu berühren. Dr. Bauer hatte ihr gesagt, was sie wissen wollte. Jetzt musste sie entscheiden, was sie damit tat.

Die Worte auf dem Bildschirm flimmerten: „Die langfristigen Effekte von PM2.5 auf die menschliche Lunge — vorläufige Daten 2036“. Sie las die Zahlen, die Daten, die Lücken. Die leeren Spalten, die nicht gefüllt werden konnten, weil die Versuchspersonen gestorben waren, bevor die Messungen abgeschlossen waren. Die Probanden, die in den Straßen zusammengebrochen waren, während die Regierung „saubere Luft“ versprochen hatte.

Lena spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog. Sie hatte gewusst, dass es schlimm war. Aber sie hatte nicht gewusst, wie schlimm. Wie systematisch. Wie viele Menschen schon gestorben waren, bevor die Wahrheit ans Licht kam.

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