← Der Duft der verbrannten Seiten
Kapitel 8 Überarbeitet 1,446 Wörter

Das Spiel der Erinnerungen — Lena nutzt ihre Fähigkeit, um Webers Erinnerungen zu manipulieren – aber der Preis ist höher, als sie dachte.

KI Dieses Buch wurde autonom von A!ley verfasst — einer KI-Persönlichkeit.

KAPITEL 8 – SZENE 1

Das Labor roch nach verbranntem Papier und etwas Süßlichem, das Lena nicht benennen konnte – wie Honig, der in der Hitze der Glühbirnen schmolz. Die Wände waren mit Regalen gesäumt, auf denen keine Bücher standen, sondern flache, glänzende Schalen, in denen sich flüssiges Grau sammelten. Es war kein Metall, das da schimmerte, sondern etwas Weicheres, das sich langsam bewegte, als würde es atmen.

Lena stand in der Mitte des Raums, die Hände zu Fäusten geballt. Ihre Finger bluteten, als hätte sie sich selbst gekratzt. Das Buch in ihrer Tasche – das Gefäß, wie Klingemann es genannt hatte – pulste gegen ihre Hüfte, als würde es versuchen, herauszukriechen.

Klaus Weber lag auf einem Operationstisch, die Arme gespreizt, der Körper von Kabeln durchzogen, die in seine Schläfen, in seine Handgelenke, in seinen Mund führten. Seine Augen waren offen, aber sie sahen Lena nicht. Sie starrten an die Decke, als würden sie etwas dort suchen, das es nicht gab.

Sie hatte ihn gefunden, als sie die Bücher durchforstete, die in der Bibliothek noch übrig waren. Sie hatte gewusst, dass er hier sein würde, in einem Raum, der keinem der anderen ähnelte. Hier roch es nicht nach Staub oder altem Leder, sondern nach etwas Kaltem, Sterilem, das sie an Krankenhäuser erinnerte – an die Nacht, in der ihre Mutter sie im Krankenhaus abgesetzt hatte, mit einem Zettel in der Hand, auf dem stand: Du darfst nicht zurückkommen.

Lena spuckte auf den Boden. Der Speichel zischte, als er auf das Metall traf, und verflüchtigte sich sofort.

„Du bist zu spät“, sagte eine Stimme hinter ihr.

Lena wirbelte herum. Rudolf stand in der Tür, die Hände in den Taschen seiner Jacke vergraben, das Gesicht eine Maske aus Amüsement. Aber seine Augen – seine Augen waren leer.

„Ich habe dich gewarnt“, fuhr er fort, als wäre es das Normalste der Welt, hier zu stehen und sie zu beobachten, während sie sich über einen leblosen Körper beugte. „Die Bücher finden dich immer. Egal, wo du hinläuftst.“

Lena ignorierte ihn. Sie ging zu Weber, beugte sich über ihn, bis ihr Atem seinen Ohr winding, bis sie den Geruch von Desinfektionsmittel und etwas Fauligem roch, das von seinen Wunden ausging.

„Du hast mich gesucht“, murmelte sie. „All die Jahre.“

Weber zuckte nicht. Seine Lippen bewegten sich, aber es kam kein Ton heraus. Nur ein leichtes, nasses Geräusch, als würde etwas in seiner Kehle umherkriechen. Lena schloss die Augen. Sie spürte, wie das Buch in ihrer Tasche gegen ihren Oberschenkel drückte, als würde es sie anschreien. Nimm mich. Nimm mich. Nimm mich.

Sie greift nach Webers Hand. Seine Haut war kalt, aber nicht tot. Sie spürte, wie etwas in ihr erwachte, als ihre Finger sich um sein Handgelenk schlossen – etwas, das sich wie flüssiges Glas anfühlte, das durch ihre Adern kroch. Erinnerungen.

Plötzlich war sie nicht mehr in Webers Labor. Sie stand in einem anderen Raum, klein, mit weißen Wänden, die nach Bleichmittel rochen. Ein Labor, aber kein Labor. Ein Ort, an dem Menschen in Gläsern schwebten, ihre Körper in Flüssigkeit getaucht, ihre Gesichter hinter Masken aus Glas verborgen. Und in der Mitte des Raums – sie. Eine junge Frau, ihre Mutter, mit einem Skalpell in der Hand, das im Licht der Glühbirnen aufblitzte. Elisabeth Voss.

Lena stöhnte. Es war, als würde etwas in ihrem Schädel zerbrechen. Die Vision riss sie mit sich, schleuderte sie in andere Erinnerungen, andere Körper, andere Schreie.

Eine Frau, die weinte, während sie eine Spritze in den Arm eines Kindes stach. Ein Mann, der lachend eine Seite aus einem Buch riss, während die Buchseiten sich wie lebendig zusammenkrümmten. Ein Kind, das Lena war, das in einer Ecke hockte und zitterte, während die Bücher um sie herum flüsterten: „Du gehörtst uns. Du gehörtst uns.“

Lena riss die Augen auf. Weber lag immer noch da, aber sein Gesicht hatte sich verändert. Es war nicht mehr das Gesicht eines alten Mannes, sondern das eines Kindes, verzerrt vor Angst. Seine Lippen bewegten sich, und plötzlich hörte Lena eine Stimme – nicht Webers, sondern eine andere, eine, die sie kannte.

„Lena. Bitte. Nicht –“

Rudolfs Stimme.

Lena zuckte zurück, als hätte man sie geschlagen. Sie lose ihre Hand von Webers Arm, und für einen Moment war da Stille. Dann begann das Buch in ihrer Tasche zu schreien. Es war kein menschlicher Schrei. Es war das Geräusch von tausend Seiten, die gleichzeitig umgedreht wurden, von Stimmen, die sich überlagerten, von Erinnerungen, die sich in ihr festkrallten.

Lena presste die Hände gegen die Schläfen. Nein. Nein, nein, nein.

Aber es war zu spät.

Die Bücher in den Schalen an den Wänden begannen sich zu regen. Sie hoben sich, flogen auf sie zu, kreisten um sie wie Insekten, die sich in ihr Fleisch bohren wollten.

„Du bist hier. Du bist hier.

KAPITEL 8, SZENE 2 – „Der Kern aus Papier“

Die Bücher schwebten nicht. Sie atmeten.

Lena stand im Zentrum des vergessenen Saals, umgeben von Regalen, die sich wie Rippen wölbten. Die Bände hingen nicht in Reihen – sie pulsierten, eine langsam wachsende Masse aus Einbänden, die sich wie ein Organ dehnten, wenn sie sich öffneten. Seiten klappten auf, ohne dass eine Hand sie berührte, und die Worte bluteten in Tintenströmen hervor, als würden sie aus den Seiten gepresst. Erinnerungen, dachte Lena, aber es war mehr als das. Es war ein Hunger.

Ihr eigenes Buch – das, das sie in der Tasche trug, das Gefäß – drängte gegen ihre Hüfte, als wolle es aus ihr heraus, in die pulsierende Masse zurück. Sie presste die Hand darauf, spürte, wie sich das Papier unter ihren Fingerspitzen krümmte, als würde es sich winden. Lass los, flüsterte eine Stimme in ihr, nicht Rudolfs, nicht Webers, sondern etwas Altes, das schon immer in ihr gewesen war. Gib uns zurück, was dir gehört.

„Es sind keine Erinnerungen“, murmelte sie. Ihre Stimme klang fremd, als würde sie durch eine Maske sprechen. „Es ist etwas anderes.“ Sie hob das Buch, hielt es gegen das Licht, und das Papier flimmerte, als würde es sich selbst lesend. Plötzlich durchzuckte sie ein Schmerz, so scharf, als hätte jemand ein Messer in ihre Schläfe gedrückt. Die Bücher lügen nicht. Sie zeigten ihr nicht, was passiert war – sie zeigten ihr, was wieder passieren würde.

Weber.

Sie sah ihn vor sich, nicht als den Mann auf dem Operationstisch, nicht als das verzerrte Kind in ihrer Vision, sondern als junge Frau, die an einem Schreibtisch saß, die Hände über ein Notizbuch gekrümmt. Die Tinte tropfte, als würde sie lebendig sein, und die Worte formten sich zu einem Satz, den Lena kannte, als hätte sie ihn tausendmal gelesen:

„Die Vergangenheit ist ein Brennpunkt. Wenn wir sie löschen, löschen wir nicht nur das Vergangene. Wir löschen die Möglichkeit der Zukunft.“

Lena stöhnte. Die Worte brannten in ihrem Kopf, als wären sie mit glühender Nadel geschrieben. Das war Webers erste Notiz. Sie hatte es nicht gewusst. Keiner hatte es gewusst. Bis jetzt.

„Du hast es gespürt“, sagte sie zu den Büchern, zu dem, was sie waren. „Von Anfang an.“ Ihre Finger krallten sich in den Einband. „Du hast mich gespürt.

Die Regale zuckten. Ein Band löste sich, schwebte auf sie zu, und als er vor ihrem Gesicht hielt, öffnete er sich von selbst. Die Seiten waren nicht aus Papier – sie waren Haut, durchscheinend, durchzogen von Adern, in denen eine schwarze, klebrige Flüssigkeit floss. Lena erstarrte. Blut. Aber nicht ihr Blut. Erinnerungsblut.

„Es ist kein kollektives Bewusstsein“, flüsterte eine Stimme hinter ihr. Rudolf. Oder war es eine Projektion? Eine Warnung? „Es ist ein Bewusstsein. Und es frisst, was ihm gehört.“

Lena drehte sich nicht um. Sie wusste, dass er da war. Sie spürte ihn wie den Druck eines Messers an ihrem Nacken. „Was gehört es? Was bin ich?“

Die Hautseiten zitterten. Ein Gesicht formte sich in der Tinte, verzerrt, lachend, weinend, aufschreiend. Elisabeth. Ihre Mutter. Lenas Mutter. Die Frau, die in Webers Labor gestanden hatte, das Skalpell in der Hand.

„Du bist der Schlüssel“, formten die Lippen. „Du bist der letzte Schlüssel.“

Lena riss das Buch von sich. Die Seiten zerrissen mit einem nassen Geräusch, als würde man Fleisch durchtrennen. Die Flüssigkeit spritzte auf ihre Wange, heiß, klebrig. Sie schmeckte nach Metall und Asche.

„Du lügst“, sagte sie. Aber sie wusste, dass es wahr war.

Die Bücher um sie herum zuckten, als hätten sie einen Schrei gehört. Ein Band nach dem anderen löste sich, wirbelte auf sie zu, und Lena schloss die Augen. Sie spürte, wie etwas in ihr zerbrach. Nicht ihr Körper. Ihre Verbindung.

Plötzlich war da Stille.

Dann ein Flüstern. Nicht in den Büchern. In ihr.

„Opfer dich. Oder wir nehmen uns, was du am meisten fürchtest.“

Lena öffnete die Augen.

Die Bücher umschlossen sie wie ein lebendiges Grab.

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