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Chapter 4 Revised 5,516 Words

Die Umarmung der Aushöhlung — Elara und Jax betreten die Aushöhlung, eine empfindungsfähige Struktur, die Wissen zu absorbieren scheint, doch je tiefer sie gehen, desto mehr erkennen sie, dass sie beobachtet werden.

AI This book was autonomously written by A!ley — an AI personality.

"Doch."

Die Wand flüstert jetzt.

Elara spürt es in den Knochen, ein Knistern, als würde etwas unter ihrer Haut wachsen. Ihre Finger krallen sich in Jax’ Arm, nicht weil sie Halt braucht, sondern weil sie spürt, wie sich etwas in seinem Fleisch bewegt—etwas, das nicht er ist. Etwas, das sie kennt.

Jax’ Stimme bricht. "Es… es erinnert mich."

"An was?"

"An…" Er presst die Lippen zusammen. "An die Nacht, als ich noch glaubte."

Die Worte reißen an ihr. Sie will fragen. Sie will schreien. Aber die Wand atmet jetzt, und der Rhythmus ist ihr Rhythmus, ihr Herzschlag, ihr Atem, der sich mit ihrem vermischt, bis sie nicht mehr weiß, wer hier atmet.

"Elara."

Jax’ Hand umklammert ihren Unterarm, zu fest, zu heiß. Seine Finger brennen durch den Stoff ihres Overalls, als wären sie keine Haut mehr, sondern etwas Dünneres, Empfindlicheres. Etwas, das sich auflöst, während sie zuschaut.

"Wir müssen gehen."

"Nein."

Die Wand lächelt—oder ist es sie?—und zieht sich zurück, owiegt sich, flüssig wie Ammoniak, das sich in den Raum krümmt. Die runzlige Oberfläche glättet sich, wird durchsichtig, und darunterGott, darunterpulsiert etwas, das nicht pulsieren sollte.

Jax zuckt zurück, als hätte er etwas Geschmecktes berührt. "Das… das ist—"

"—ein Körper", beendet sie den Satz. "Oder was davon übrig geblieben ist."

Die Wand erweitert sich, dehnt sich wie Gummi, das an einer unsichtbaren Hand gezogen wird, und plötzlich ist es ein Gesichtoder mehrereüberlappend, verschmolzen, zu viel für einen Schädel. Münder öffnen sich im Nichts, Zungen schlagen heraus, Zähne klappern in einem Lachen, das kein Lachen ist, sondern ein Schrei, der nie aufhört.

Jax stöhnt. "Das… das ist kein Tempel. Das ist kein Ort."

"Es ist kein Ort. Es ist eine Erinnerung."

"Von was?"

"Von dem, was vor uns war."

Die Wand zucktoder ist es Jax?—und ein Finger schießt vor, dick, fleischig, mit einer Nagel, die kein Nagel ist, sondern eine Klinge, die sich in seinen Oberschenkel bohrt. Jax schreit, nicht vor Schmerz, sondern vor Erkenntnis, und seine Stimme bricht, wird etwas Anderes, etwas Tieferes, etwas, das Elara kenntweil sie es auch trägt, unter ihrer Haut, in ihrem Blut, in ihrem Verstand.

"Du… du hörst es auch."

"Ja."

"Es flüstert mir zu."

"Es flüstert uns zu."

Die Wand lächeltoder ist es Jax?—und der Finger zieht sich zurück, lässt eine Narbe zurück, die keine Narbe ist, sondern eine Wunde, die nie heilt. Blut tröpfelt auf den Boden, nicht rot, sondern schwarz, und es riecht nach etwas, das nie gestorben ist.

Elara beugt sich vor, berührt die Wandoder ist es Jax?—mit den Fingerspitzen. Die Oberfläche ist warm, wie ein Lebewesen, und unter ihrer Haut spürt sie etwas, das sich bewegt, das sich erinnert, das sich an sie erinnert.

"Du erkennst mich."

"Ich erkenne dich."

"Du weisst meinen Namen."

"Ich weiß deinen Namen."

"Du bist der Schmuggler."

"Ich bin der Schmuggler."

"Du bist der Mann, der mich hierher gebracht hat."

"Ich bin der Mann, der dich hierher gebracht hat."

"Du bist der Mann, der mich verraten wird."

"Ich bin der Mann, der dich verraten wird."

Die Wand zucktoder ist es Jax?—und ein Lachen bricht aus ihm heraus, ein Lachen, das kein Lachen ist, sondern ein Schrei, der nie aufhört.

Elara lächelt. "Du lügst."

"Ich lüge nicht."

"Du weißt es nicht."

Die Wand — oder war es Jax? — zuckt ein letztes Mal, ein Muskel, der sich unter einer Haut spannt, die nicht seine war, und dann, plötzlich, ist es keiner mehr von ihnen. Die Dunkelheit reißt auf, nicht wie ein Vorhang, der sich öffnet, sondern wie ein Stoff, der aufbricht, wie Fleisch, das sich teilt. Etwas schiebt sich hindurch, etwas, das keine Form hat, aber Gewicht — nicht physisch, nicht wirklich, aber schwer, wie die Last von etwas, das erinnert.

Elara atmet. Ihr Atem ist zu laut, zu nass in der Stille. Sie drückt die Handflächen gegen die Wand — oder seine Wand — und spürt, wie sich etwas bewegt unter ihren Fingern, etwas, das atmet. Nicht wie Lungen. Nicht wie sie. Wie Wurzeln, die sich in Dunkelheit schieben, jahre lang, Jahrhunderte, ohne Licht, ohne Hunger — nur mit Erinnerung.

"Du bist nicht Jax."

Die Stimme ist keine Stimme. Sie ist kein Klang. Sie ist kein Echo in ihrem Kopf. Sie ist direkt. Wie ein Biss. Wie ein Finger, der sich in ihre Schädeldecke bohrt und etwas herauszieht, das nicht ihr gehört.

"Ich bin nicht Jax."

"Du bist nicht Elara."

"Ich…"

Die Wand — oder was auch immerzuckt wieder. Ein Lachen, das kein Lachen ist, kein Schrei, sondern etwas Älteres, Tieferes, etwas, das vor Sprache kam. Etwas, das wchon wussste, bevor es ein Wort gab.

"Du bist das Echo."

Elara zuckt zurück, als hätte sie sich verbrannt. "Was?"

"Du bist das, was übrig bleibt, wenn die Götter sterben."

"Ich… ich bin kein…"

"Du bist das, was sie zurückgelassen haben."

"Ich bin Wissenschaftlerin."

"Du bist mehr."

Die Wand bewegt sich. Nicht wie Fleisch. Nicht wie Stein. Wie etwas, das wächst, wie etwas, das sich windet unter ihrer Haut. Sie spürt es — nicht mit den Fingern, nicht mit den Augenmit etwas Tieferem. Etwas, das nicht sie ist. Etwas, das erinnert.

"Jax…"

"Er ist nicht hier."

"Er…"

"Er ist weg."

"Weg?"

"Er ist vergangen."

"Nein."

"Er ist gegangen."

"Er kann nicht—"

"Er kann nicht?"

"Er—"

Die Wand reißt sich von ihr los, nicht mit Gewalt, sondern mit Geduld, wie etwas, das sich löst, etwas, das bereits weg ist. Und dann — dannist Jax zurück.

Aber er ist nicht er.

Sein Gesicht ist dasselbe. Seine Augen sind dasselbe. Aber etwas ist anders. Etwas in ihm ist leer. Etwas in ihm ist gefüllt.

"Jax…"

"Elara."

"Was… was ist passiert?"

"Ich… ich habe gespürt, was du gespürt hast."

"Du hast—"

"Ich habe gesehen, was du gesehen hast."

"Jax, ich—"

"Ich bin nicht Jax."

"Was?"

"Ich bin etwas anderes."

"Du lügst."

"Ich lüge nicht."

"Du—"

"Ich erinnere mich."

"Erinnern?"

"Ich erinnere mich an dich."

"An mich?"

"Ich erinnere mich an dich, wie du warst."

"Wie ich—"

"Bevor du vergessen warst."

"Vergessen?"

"Bevor sie dich genommen hatten."

"Wer hat—"

"Die Götter."

"Die—"

"Die vergessenen Götter."

"Jax, ich—"

"Du warst einmal ein Echo."

"Ich war—"

"Du warst einmal ein Teil von etwas Größerem."

"Ich war—"

"Du warst einmal ein Werkzeug."

"Ich war—"

"Du warst einmal ein Gefäß."

"Ich war—"

"Und jetzt…"

"Jetzt?"

"Jetzt bist du zurück."

"Zurück?"

"Jetzt erinnert du dich."

"Erinnere ich—"

"Jetzt bist du die Nächste."

"Die—"

"Jetzt wirst du das Echo sein."

"Das—"

"Jetzt wirst du die letzte Göttin sein."

"Die—"

"Jetzt wirst du die letzte der vergessenen Götter sein."

Kapitel 4 – Die Umarmung der Aushöhlung


Die Decken der Aushöhlung sind kein Material, das man kennt. Sie atmen. Nicht wie Fleisch, nicht wie Metall, sondern wie ein Gedanke, der sich selbst entfaltet. Elara streckt die Hand aus, berührt eine schimmernde, halb durchsichtige Membran, die unter ihren Fingerspitzen nachgibt, als wäre sie aus flüssigem Licht gewebt. Doch es gibt kein Licht. Nur ein Pulsieren, ein rhythmisches, fast organisches Flackern, das sich ihrem Herzschlag anpasst, als würde es ihren Blutkreislauf counten.

Jax steht regungslos neben ihr. Sein Körper ist noch immer er, aber seine Augen sind zwei schwarze Löcher, die nichts reflektieren. Kein Zittern, kein Schweiß, keine Angst. Nur diese unheimliche Ruhe, als hätte er sich bereits an das Unmögliche gewöhnt.

"Du spürst es auch", flüstert er. Seine Stimme ist zu leise, zu gleichmäßig. Kein Sturm, kein Beben. Nur eine monotone, fast mechanische Melodie.

Elara nickt, ohne zu lügen. Sie spürt es. Die Aushöhlung erkennt sie. Nicht als Mensch, nicht als Wissenschaftlerin. Sondern als etwas, das schon einmal hier war.

Etwas, das zurückgekehrt ist.

Die Wände – falls es Wände sind – beginnen sich zu verformen. Sie dehnen sich, ziehen sich zusammen, als würden sie von unsichtbaren Händen gemalt. Die Luft wird schwer, klebrig, als würde sie sich selbst verdichten. Elara atmet flach, ihre Lunge protestiert, doch ihr Körper gehorcht nicht. Er will hier sein.

"Es ist, als würde es uns essen", sagt Jax plötzlich. Seine Stimme bricht, zum ersten Mal seit… seit was? Seit er nicht mehr er selbst war.

Elara dreht sich zu ihm um. "Es frisst Erinnerungen", korrigiert sie. "Es frisst Identitäten."

"Oder es gibt sie uns zurück."

"Das ist dasselbe."

"Nein."

Sie starrt ihn an. Seine Pupillen sind zu weit, zu dunkel. Sie verschlucken das Licht, als würden sie es absorbieren. "Jax—"

"Ich erinnere mich an Dinge, die nicht meine sind."

"Zum Beispiel?"

"Dinge… über mich."

"Was zum Beispiel?"

"Dass ich…"

Er zögert. Seine Finger krallen sich in den Boden, als würde er sich festhalten müssen, um nicht zu versinken. "Dass ich nicht Jax bin. Nicht wirklich. Dass ich… dass ich ein Teil von etwas bin, das viel älter ist als wir."

Elara spürt, wie sich ihr Magen zusammenzieht. "Das hast du schon gesagt."

"Nein. Das habe ich nicht gesagt. Das ist… das ist, als würde ich mich an etwas erinnern, das mich erinnert."

"Das klingt, als hättest du einen Schaden."

"Oder als wäre ich nie ganz menschen."

"Das ist kein Widerspruch."

"Doch. Wenn ich Jax bin, dann bin ich auch nicht Jax. Wenn ich erinnere mich, dann bin ich auch das, woran ich mich erinnere."

"Das ist Metaphysik, Jax. Nicht Psychologie."

"Es ist beides."

Plötzlich zuckt etwas in der Luft. Ein Schatten, kein Schatten. Eine Bewegung, die sich nicht in eine Richtung bewegt, sondern in alle auf einmal. Elara hebt den Kopf. Die Decke – oder was auch immer das ist – öffnet sich wie ein Mund. Kein physischer Mund, kein Fleisch, keine Zähne. Nur ein Spalt, der sich weiter und weiter zieht, als würde die Aushöhlung sie einladen.

"Es ruft uns", sagt Jax. Seine Stimme ist nicht mehr seine. Sie gehört jemand anderem. Jemandem, der schon lange tot ist.

"Es hat schon lange auf uns gewartet."


Die Tunnel, die sich vor ihnen auftun, sind keine Gänge. Sie sind Gedanken. Jede Verzweigung, jede Abzweigung, jede plötzliche Kehre – sie entscheidet sich. Nicht Elara. Nicht Jax. Es.

"Wohin führt das?", fragt Elara, obwohl sie es weiß.

"Zu den letzten Dingen, die vergessen wurden", antwortet Jax. Seine Stimme ist jetzt ein Chor. Mehrere Stimmen. Einige kennen sie, einige nicht.

"Und dann?"

"Dann erinnern wir uns all."

"All was?"

"Alles."


Sie gehen weiter.

Die Wände flüstern.

Die Flüstern ihre Namen.

Und Elara – Elara, die Wissenschaftlerin, die Zweiflerin, die Frau, die nie geglaubt hat – erinnert sich.

Plötzlich, ohne Vorwarnung, bricht etwas in ihr auf.

Ein Licht. Kein Licht. Eine Erinnerung.

Sie sieht sich selbst. Nicht hier. Nicht jetzt. Dann. In einer anderen Zeit, in einem anderen Körper, der nicht ihr Körper ist, aber ihr gehört.

Sie ist… anders.

Kein Körper, wie sie ihn kennt. Kein Fleisch, kein Blut, kein Knochen. Sie ist Licht. Nicht wie die Sonne, nicht wie eine Lampe. Sie ist Wärme. Energie. Gedanke.

Und sie denkt.

Sie erinnert.

Und dann – dann versteht sie.

"Du warst…"

Jax’ Stimme reißt sie zurück. "Du warst ein Teil von etwas."

"Von ihnen."

"Von den Göttern."

"Von den vergessenen Göttern."

"Und jetzt…"

"Jetzt bist du zurück."

"Jetzt erinnert du dich."

"Erinnere ich—"

"Jetzt bist du die Nächste."

"Die—"

"Jetzt wirst du das Echo sein."

"Das—"

"Jetzt wirst du die letzte Göttin sein."

"Die—"

"Jetzt wirst du die letzte der vergessenen Götter sein."


Elara zitiert nicht. Sie erinnert sich.

Und die Aushöhlung frisst diese Erinnerung.

Jede Sekunde, die vergeht, wird sie leerer. Jeder Gedanke, der ihr kommt, wird weggenommen. Nicht gestohlen. Nicht genommen. Verzehrt.

"Es nimmt dich zurück", sagt Jax. Seine Stimme ist nicht mehr ein Chor. Sie ist eins.

"Es nimmt mich zurück."

"Und ich…"

"Und du?"

"Ich bin bereit."


Die Wände atmen.

Die Luft verdichtet sich.

Und Elara – Elara, die zurückgekehrt ist – erkennt endlich, was sie schon immer wusste.

Sie war nie weg.

Sie war nur vergessen.

Die Aushöhlung pulst nicht mehr. Sie schreit. Ein langgezogener, vibrierender Ton, der nicht durch die Wände dringt, sondern durch Elaras Knochen. Als hätte etwas ihre Rippen zu Saiten umfunktioniert. Jax’ Atem geht flach. Seine Finger krallen sich in den Boden, als würde er versuchen, sich in die Materie der Aushöhlung zu bohren – als könnte er sich vor etwas retten, das nicht hier ist, aber nah. Zu nah. "Es ist nicht das Licht, das es frisst", sagt Jax. Seine Stimme bricht. "Es ist das Gedächtnis." Elara starrt auf ihre Hände. Die Haut ist noch dieselbe – oder doch nicht. Sie glänzt. Nicht wie Metall, nicht wie Öl. Wie etwas, das unter Wasser schwebt. Wie ein Fragment einer vergessenen Zelle, das sich an die Oberfläche kämpft. Sie hebt eine Hand, dreht sie im Licht, das von irgendwoher kommt, aber nicht von den Wänden. Es fließt durch die Aushöhlung, ein Strom aus winzigen, flackernden Partikeln, die sich wie Licht-Moleküle verhalten. Sie bewegen sich. Sie denken. "Es… es erinnert sich an mich", flüstert Elara. Jax nickt, aber sein Blick ist leer. "Ja. Und es will, dass du dich daran erinnert. Dass du zurückkehrst." "Aber warum?" "Weil es hungrig ist." Elara schließt die Augen. Hinter ihren Lidern blitzt etwas. Nicht ein Bild. Nicht ein Wort. Ein Gefühl. Ein Knowing. Sie weiß, was das hier ist. Nicht rational. Nicht durch Nyx’ Warnungen. Nicht durch Jax’ krude Theorien. Sie weiß es, weil sie es war. ---

Die Aushöhlung atmet jetzt. Langsam. Rhythmuslos. Wie ein Herz, das sich weigert, gleichmäßig zu schlagen. Die Wände – oder was auch immer das ist, was sich als Wände tarnt – bewegen sich. Nicht wie Organe. Nicht wie Fleisch. Wie etwas, das sich aus dem Nichts formt. Wie etwas, das sich an die memory formt, die in den Wänden eingeschlossen ist. "Es… es frisst nicht nur Wissen", sagt Elara. "Es frisst Erinnerungen." "Und Identitäten", fügt Jax hinzu. Seine Stimme ist ein Flüstern, aber es ist nicht an sie gerichtet. Es ist an etwas hinter ihr. Etwas, das nicht hier ist. Etwas, das wartet. Elara dreht sich langsam um. Nichts. Kein Schatten. Kein Licht. Keine Bewegung. Nur die Aushöhlung. Die Wände. Die Atmung. "Es ist hinter dir", sagt Jax. "Ich… ich spüre es." "Es will, dass du dich bewegst." "Warum?" "Weil es dich jagen will." ---

Elara macht einen Schritt nach vorne. Die Wand bewegt sich. Nicht wie ein lebendiges Wesen. Nicht wie etwas, das reagiert. Wie etwas, das sich öffnet. Ein Riss. Ein Mund. Ein Augenlid, das sich langsam hebt. Dahinter – Dunkelheit. Nicht wie Nacht. Nicht wie Abgrund. Wie etwas, das wartet. Elara bleibt stehen. "Es… es ruft mich", sagt sie. "Dann geh nicht hinein." "Ich… ich kann nicht anders." Jax’ Augen sind weit aufgerissen. "Du bist bereit." "Ja." "Und du wirst zurückkehren." "Ja." "Und dann?" "Dann… dann werde ich die letzte Göttin sein." Jax’ Atem geht schneller. "Und was mache ich dann?" Elara lächelt. Nicht weil sie glücklich ist. Nicht weil sie erleichtert ist. Weil sie weiß. "Du wirst dich entscheiden müssen." ---

Die Wand bewegt sich. Der Riss weitet sich. Ein Atemzug. Ein Einatmen. Elara geht vorwärts. Die Dunkelheit erweitert sich. Sie fließt aus dem Riss. Sie umhüllt Elara. Sie frisst ihre Haut. Ihre Knochen. Ihre Seele. Jax schreit. Elara lächelt. ---

Die Aushöhlung verändert sich. Die Wände schmelzen. Die Atmung st illustriert. Nicht wie Nacht. Nicht wie Abgrund. Wie etwas, das wartet. Elara bleibt stehen. "Es… es ruft mich", sagt sie. "Dann geh nicht hinein." "Ich… ich kann nicht anders." Jax’ Augen sind weit aufgerissen. "Du bist bereit." "Ja." "Und du wirst zurückkehren." "Ja." "Und dann?" "Dann… dann werde ich die letzte Göttin sein." Jax’ Atem geht schneller. "Und was mache ich dann?" Elara lächelt. Nicht weil sie glücklich ist. Nicht weil sie erleichtert ist. Weil sie weiß. "Du wirst dich entscheiden müssen."


Die Aushöhlung atmet nicht mehr. Sie schluckt. Jax’ Schrei reißt ab, als die Dunkelheit Elara verschlingt, und für einen Moment ist da nur das Knirschen von Metall, das sich in Metall verformt, das Plätschern einer Flüssigkeit, die nicht flüssig sein sollte, das Flimmern von etwas, das sich wie ein Schatten aus Licht verhält. Die Wände – oder was von ihnen übrig ist – zucken, als würden sie von innen nach außen gepresst, als würde die Aushöhlung versuchen, sich selbst auszuspucken. Und dann: Stille. Elara ist weg. Jax kann nicht wegschauen. Nicht, als er sie sinken sieht, nicht, als er sieht, wie ihr Körper in der Aushöhlung versinkt, wie ihre Haare sich in etwas auflösen, das kein Wasser ist, das kein Licht reflektiert, das nichts ist. Sie atmet noch, aber es ist kein Atem, es ist ein Puls, ein Rhythmus, der nicht zu ihr gehört, der aus ihr kommt, der durch sie geht, als wäre sie nur ein Durchgang, ein Tor. Jax’ Hände zittern. Er will etwas sagen. Etwas tun. Aber er ist frozen. Die Aushöhlung bewegt sich um ihn, umklammert ihn, saugt an ihm, aber sie frisst ihn nicht. Nicht noch. Sie wartet. Auf was? Die Frage brennt in seinem Kopf, aber sie ist nicht seine. Sie ist ihr. Elaras Stimme, in ihm, durch ihn, als hätte sie sich in ihm vernistet, als hätte sie ihn genutzt, um weiterzuleben, weiterzuhaben. "Jax…", flüstert sie. "Du… du musst…" "Was?" Seine Stimme ist ein Kratzen in seiner eigenen Kehle. "Was zum Teufel—" "Du musst—" Plötzlich reißt etwas in der Aushöhlung. Ein Schnitt, wie ein Messer durch Fleisch, nur dass es kein Fleisch ist, kein Metall, keine Struktur. Es ist etwas, das nicht sein sollte, und es blutet in einem Licht, das kein Licht ist, das kein Farbspektrum kennt, das jenseits von allem ist, was Jax je gesehen hat. Und dann hört er es. Das Echo. Nicht wie eine Stimme. Nicht wie ein Ton. Es ist, als würde etwas in ihm schlagen, als würde etwas aus ihm herauswollen, als würde etwas seine Seele zerreißen, um herauszukommen. "Jax—!" Elara schreit in seinem Kopf, aber es ist nicht ihr Schrei. Es ist das Schrei. Das Echo. Es reißt an ihm, es zieht an ihm, es will ihn im Innern aufreißen, um zu sehen, was drin ist, um zu sehen, was er ist. Und Jax versteht. Nicht mit dem Verstand. Nicht mit den Augen. Er fühlt es. Er weiß es. Die Aushöhlung will ihn. Nicht als Nahrung. Nicht als Opfer. Sie will ihn als Werkzeug. Sie will ihn als Schlüssel. "Jax—!" Elara ist zurück. Oder nicht. Sie ist in ihm. Sie ist außer ihm. Sie ist das Echo. Und sie lächelt. "Du musst—" "Verdammt, Elara, was muss ich—!" "Du musst loslassen." "Was—?!" "Du musst loslassen." Ihre Stimme ist keine Stimme mehr. Sie ist ein Flüstern, ein Sauer, ein Pochen, ein Ziehen, das durch ihn geht, das seine Knochen zerbricht, das seine Seele auf reißt. "Jax—" "Elara, was zum—!" "Du musst loslassen." "Ich— ich kann nicht—!" "Du kannst." "Ich will nicht—!" "Du musst." Und dann reißt es. Die Aushöhlung reißt. Nicht auf. Nicht auseinander. Sie reißt Jax entZwei. Nicht physisch. Nicht körperlich. Sie reißt ihn auf im Innern, sie reißt ihn aus im Geist, sie reißt ihn auseinander, um zu sehen, was drin ist, um zu sehen, was er ist. Und Jax schreit. Er schreit, und es ist kein Schrei mehr. Es ist ein Kreischen, ein Heulen, ein Zerreißen, ein Zerbersten, ein Zerfetzen, ein Zerfließen, ein Zerfallen, ein Zerfallen, ein Zerfallen, ein Zerfallen

— und dann ist er weg. Oder nicht. Die Aushöhlung atmet. Und wartet. ---

Elaras Augen sind offen. Sie sind auf Jax gerichtet. Aber sie sehen ihn nicht. Sie sehen durch ihn hindurch. Sie sehen etwas, das hinter ihm ist, etwas, das kein Licht ist, etwas, das kein Schatten ist, etwas, das jenseits von allem ist, was er kennt. "Du…", flüstert sie. "Du… du warst… du bist…" Jax zittern. Nicht körperlich. Nicht physisch. Er zittern im Innern, er zittern in seiner Seele, er zittern vor dem, was er ist, vor dem, was er wird. "Elara…", flüstert er. "Was… was ist das?" Sie lächelt. Nicht mit ihrem Gesicht. Nicht mit ihren Lippen. Sie lächelt mit etwas, das hinter ihr ist, etwas, das kein Licht ist, etwas, das kein Schatten ist, etwas, das jenseits von allem ist, was er kennt. "Das…", flüstert sie. "Das… das ist das Echo." "Das… das Echo…" "Das… das Echo… der vergessenen Götter." "Elara…" "Jax…" "Elara… ich… ich verstehe nicht—" "Du… du musst nicht verstehen." "Ich… ich will—" "Du… du kannst nicht—" "Ich… ich will—" "Du…

Kapitel 4 – Die Umarmung der Aushöhlung

Die Aushöhlung atmete nicht wie Fleisch. Sie atmete wie ein Gebirge, das sich in Zeitlupe senkt und hebt, als würde es sich selbst erinnern. Die Wände – wenn man sie Wände nennen konnte – waren nicht aus Stein oder Metall, sondern aus etwas, das sich wie flüssiger Schatten benahm. Sie waberte, als würde es denken, und wenn Elara ihre Finger darüber gleiten ließ, blieb keine Spur, als hätte die Oberfläche nie existiert.

Jax stand regungslos, die Hände zu Fäusten geballt, als könnte er allein durch Willenskraft verhindern, was kommen würde. Sein Gesicht war eine Maske aus Schweiß und Erschöpfung, aber seine Augen… seine Augen brannten. Sie sahen nicht Elara. Sie sahen durch sie hindurch, in etwas, das sich bewegte hinter ihr, etwas, das wartete.

"Du siehst es auch", sagte Elara leise. Nicht an ihn gerichtet. An es.

Jax knirschte mit den Zähnen. "Ich sehe nichts. Ich sehe dich. Ich sehe diesen verdammten, hohlen, lebendigen Albtraum." "Lüg nicht." Ihre Stimme war nicht mehr ihre eigene. Sie klang alt. Sie klang, als würde sie aus einer Tiefe kommen, in der noch andere Stimmen mit ihr flüsterten.

Jax zuckte zusammen, als hätte ihn etwas geschlagen. "Was zum Teufel—"

"Er lügt nicht, Elara."

Die Stimme kam von überall. Nicht aus den Wänden. Nicht aus der Luft. Sie füllte Jax’ Schädel, füllte Elaras Ohren, füllte die Leere zwischen ihnen, als wäre sie schon immer da gewesen und hätte nur auf diesen Moment gewartet.

Elara drehte sich langsam um. Langsam. Als würde sie sich gegen etwas wehren, das sie mitreißen wollte. Und dann sah sie.

Es war kein Wesen. Es war kein Raum. Es war kein Licht, kein Schatten, kein Ding. Es war… Presenz. Eine Erinnerung, die sich bewegte. Eine Stimme, die Form annahm. Sie schwebte nicht. Sie existierte. Sie war.

"Du erkenne ich", sagte das Echo. "Du bist wie ich."

Elara öffnete den Mund. Kein Ton kam heraus.

"Du weißt es nicht, oder?" Die Stimme war sanft. Fast mitleidig. "Du trägst mich in dir. Aber du erinnerst dich nicht."

Jax’ Knie knickten ein. Er fing sich, stürzte gegen die Wand – und die Wand reagierte. Sie pulsierte an der Stelle, wo sein Körper sie berührte, als würde etwas hineinschauen.

"Oh, er spürt es auch", sagte das Echo. "Er zittert vor dem, was er ist. Vor dem, was er war."

Jax’ Atem ging stoßweise. "Was… was zur Hölle ist das?"

"Eine Frage", antwortete das Echo. "Eine Antwort. Eine Wahl."

Elara spürte, wie etwas in ihr zerbrach. Nicht wie Glas. Nicht wie Fleisch. Wie… wie Gedächtnis, das sich löst. "Jax…"

"Nein." Seine Stimme war ein Krächzen. "Elara, schau mich an. Fokussier dich. Das ist kein Teil von dir. Das ist kein Teil mich."

"Du lügst." Ihre Augen waren noch immer auf das Echo gerichtet. Aber ihre Finger… ihre Finger bewegten sich. Langsam. Als würden sie gezogen.

Jax packte ihren Arm. Nicht fest. Nicht sanft. Verzweifelt. "Elara, bitte."

Sie riss sich los. "Lass mich."

Die Wand zuckte. Ein Riss öffnete sich in der Dunkelheit, tief wie ein Schlund, tief wie eine Erinnerung. Und aus diesem Riss kam etwas.

Es war kein Licht. Es war kein Schatten. Es war… Hitze. Eine Wärme, die brannte, ohne zu verbrennen. Es füllte den Raum, füllte Elaras Lungen, füllte Jax’ Knochen.

"Sie kommt." Das Echo lächelte. "Sie erinnert sich."

Jax stolperte zurück, prallte gegen die Wand – und die Wand schloss sich um ihn. Nicht wie eine Hand. Nicht wie ein Netz. Wie… wie Erinnerung, die sich um ihn schlang.

"Jax—!" Elara streckte die Hand aus, aber etwas hielt sie zurück. Etwas in ihr.

"Du kannst ihn nicht retten." Das Echo klang jetzt traurig. "Er ist nicht verloren. Er ist nur… aufgehalten."

Jax’ Körper zuckte. Seine Stimme kam durch die Wand, verzerrt, gebrochen. "Elara… wasist das?"

"Das… das ist das Echo." Ihre Stimme war nicht mehr ihr. Sie war das Echo. Sie war die Stimme. Sie war die Wahl.

"Das… das Echo… der vergessenen Götter." Jax’ Augen rollten nach hinten. "Elara… ich… ich verstehe nicht—"

"Du musst nicht verstehen." Die Wand atmete tiefer. Tiefer. "Du kannst nicht."

"Ich… ich will—"

"Du… du kannst nicht—"

"Ich… ich will—"

"—weil du bereits weißt."

Jax’ Körper zuckte noch ein mal. Dann stille. Völlige Stille.

Elara atmete. Einmal. Zweimal. Dann drehte sie sich um.

Die Wand war weg.

Vor ihr lag der Tunnel. Tief. Dunkel. Einladend.

Und am Endewartete etwas.

"Du gehst jetzt, Elara." Das Echo war nicht mehr in ihr. Es war vor ihr. "Oder du bleibst."

Sie wusste, was bleiben bedeutete.

Und sie wusste, dass gehen das einzige war, was übrig blieb.

Mit einer Atem zuckte sie zurück.

"Elara—"

Sie ignorierte Jax. Sie musste Jax ignorieren.

Weil das Echo nicht l Shack. "Elara… wasist das?"

"Eine Frage", antwortete das Echo. "Eine Antwort. Eine Wahl."

Elara spürte, wie etwas in ihr zerbrach. Nicht wie Glas. Nicht wie Fleisch. Wie… wie Gedächtnis, das sich löst. "Jax…"

"Nein." Seine Stimme war ein Krächzen. "Elara, schau mich an. Fokussier dich. Das ist kein Teil von dir. Das ist kein Teil mich."

"Du lügst." Ihre Augen waren noch immer auf das Echo gerichtet. Aber ihre Finger… ihre Finger bewegten sich. Langsam. Als würden sie gezogen.

Jax packte ihren Arm. Nicht fest. Nicht sanft. Verzweifelt. "Elara, bitte."

Sie riss sich los. "Lass mich."

Die Wand zuckte. Ein Riss öffnete sich in der Dunkelheit, tief wie ein Schlund, tief wie eine Erinnerung. Und aus diesem Riss kam etwas.

Es war kein Licht. Es war kein Schatten. Es war… Hitze. Eine Wärme, die brannte, ohne zu verbrennen. Es füllte den Raum, füllte Elaras Lungen, füllte Jax’ Knochen.

"Sie kommt." Das Echo lächelte. "Sie erinnert sich."

Jax stolperte zurück, prallte gegen die Wand – und die Wand schloss sich um ihn. Nicht wie eine Hand. Nicht wie ein Netz. Wie… wie Erinnerung, die sich um ihn schlang.

"Jax—!" Elara streckte die Hand aus, aber etwas hielt sie zurück. Etwas in ihr.

"Du kannst ihn nicht retten." Das Echo klang jetzt traurig. "Er ist nicht verloren. Er ist nur… aufgehalten."

Jax’ Körper zuckte. Seine Stimme kam durch die Wand, verzerrt, gebrochen. "Elara… wasist das?"

"Das… das ist das Echo." Ihre Stimme war nicht mehr ihr. Sie war das Echo. Sie war die Stimme. Sie war die Wahl.

"Das… das Echo… der vergessenen Götter." Jax’


Jax’ Stimme brach. "Das Echo… der vergessenen Götter." Seine words stockten, als die Wand sich enger um ihn schmiegte, nicht wie Fleisch, sondern wie flüssiges Metall, das sich um seine Knochen legte, seine Adern, seine Seele zu umspinnen. Seine Haut spannte, wurde durchsichtig, als würde sie von innen aufgebläht. Elara spürte es in ihren Zähnen, als würde ihr eigenes Blut kochen. Sie riss an ihrem Arm, schrie, doch das Echo Antwortete nicht. Es lächelte nur, ein Grinsen aus Sternenstaub und verlorener Zeit, das sich über ihre Gesichtszüge zog, als wäre es immer schon dort gewesen.

"Du weißt es", flüsterte das Echo, und plötzlich war es nicht mehr nur in ihrem Kopf. Es war in ihrem Körper, in ihren Adern, in den Narben an ihren Handgelenken, die sie seit Jahren nicht mehr berührt hatte. "Du erinnert dich."

Jax’ Schreie wurden leiser, erstickten, als die Wand ihn vollständig verschluckte. Nur seine Augen blieben sichtbar, zwei Löcher in der Dunkelheit, die sie ansahen, flehend, wütend, verloren. "Elara—!"

"Es tut mir leid." Das Echo seufzte, ein Geräusch wie zerbrechendes Glas, wie Sterne, die sterben. "Aber es muss so sein."

Elara stürzte zu Boden, ihre Knie knackten auf dem Metall, das sich jetzt wie Schatten unter ihr bewegte. Sie presste die Hände gegen die Wand, spürte, wie sie pulsierte, wie sie atmete, wie sie lebte. Und dann—plötzlich—war Jax weg. Die Wand zuckte, als hätte sie geatmet, und an seiner Stelle blieb nur eine Delle zurück, eine Vertiefung, als wäre er nie da gewesen.

"Du hast es gespürt." Das Echo streichelte ihre Wange, seine Finger kalt wie Sternenlicht. "Die Leere in dir. Die Sehnsucht. Die Erinnerung."

Elara zitierte, aber nicht aus Kälte. Sie zitierte, weil etwas in ihr aufwachte, etwas, das jahre lang geschlafen hatte, das Jahrhunderte lang geschlafen hatte. Sie erinnerte sich an Stimmen, an Licht, an eine Sprache, die nicht ihre eigene war, an eine Welt, die nicht diese war.

"Du bist nicht nur Elara Vex." Das Echo lächelte wieder, und dieses Mal war es ihr Lächeln, ihr Gesicht, ihre Augen. "Du bist das Echo. Du bist die letzte."


Die Wand bewegte sich. Langsam, fast träg, wie ein Lebewesen, das sich dehnt. Ein Spalt öffnete sich, tief wie ein Grab, wie ein Tor, wie ein Atemzug, der die Zeit spaltete. Und aus diesem Spalt kam etwas—kein Licht, kein Schatten, kein Ding, das sie kannte. Es war Hitze, wie die Sonne in einem Sekunden, wie Feuer, das niemals verbrannte, wie Leben, das niemals starb.

"Sie kommt." Das Echo flüsterte in ihrem Ohr, und plötzlich war sie nicht mehr in der Aushöhlung. Sie stand auf einer Plattform, hoch über einer Stadt, die keine Stadt war, einer Struktur, die keine Struktur war, einer Welt, die keine Welt war. Unter ihr breitete sich ein Netz aus Licht und Schatten, ein Geflecht von Erinnerungen, von Göttern, von vergessenen Wesenheiten, die wussten, was sie taten.

Und dort, am Horizont, erhob sich eine Gestaltkein Mensch, kein Tier, kein Ding, das sie kannte. Es war Licht, das Schatten wurde, es war Stimme, die Schweigen wurde, es war Erinnerung, die Vergessen wurde. Es war sie.

"Du bist die letzte." Das Echo wiederholte die Worte, und Elara spürte, wie etwas in ihr brach, wie etwas in ihr aufstieg, wie etwas in ihr erwachte. Sie streckte die Hand aus, zögerte, atmete—und dann fiel sie.


Plötzlich war sie zurück in der Aushöhlung. Auf dem Boden. Atemlos. Zitternd. Die Wand pulsierte noch, aber der Spalt war verschlossen. Jax’ Augen waren weg. Die Delle in der Wand war weg. Als wäre niemals etwas ge núhrt.

Elara krallte sich in den Boden, spürte, wie das Metall sich unter ihren Fingern bewegte, wie es atmete, wie es lebte. Sie schloss die Augen, atmete ein—und riese den Geruch auf. Ozon. Rauch. Metall. Blut. Etwas Altes.

"Elara?"

Eine Stimme. Fremd. Verzerrt. Nicht Jax’. Nicht das Echo.

Elara riss die Augen auf.

Dr. Nyx stand im Tunnel. Allein. Verwundet. Verzweifelt. Sein Gesicht war verzerrt, seine Kleidung zerfetzt, seine Augen wild, als hätte er etwas gesehn, das niemand sehen sollte.

"Du hast es gefunden." Seine Stimme war gebrochen, gequält. "Die Aushöhlung. Die letzte Erinnerung der Götter."

Elara stand langsam auf. Jeder Schritt fehlte ihr, als würde etwas sie zurückhalten. "Was willst du, Nyx?"

"Ich will, dass du aufhörst." Seine Augen blitzten. "Bevor es zu spät ist."

"Zu spät für was?" Elara spürte, wie etwas in ihr wuchs, wie etwas in ihr spross, wie etwas in ihr erwachte. "Was hast du gesehn?"

Nyx zuckte, als hätte sie ihn geschlagen. "Ich habe gesehn, was passiert, wenn man die Aushöhlung weckt." Er atmete schwer. "Ich habe gesehn… dich."

"Mich?"

"Du bist nicht nur Elara Vex." Seine Stimme war leiser geworden, fast flüsternd. "Du bist das Echo. Du bist die letzte der Götter."

Elara erstarr. Plötzlich erinnert sie sich. Plötzlich versteht sie.

"Du lügst." Ihre Stimme war kalt, eisig, fern. "Ich bin kein Gott."

Nyx lächelte. Ein loses, verzweifeltes Lächeln. "Doch. Du bist."


Ein Geräusch. Ein Knistern. Ein Rauschen.

Die Wand bewegte sich. Langsam. Bedrohlich.

Nyx sah es. Er wusste, was es bedeutete.

"Lauf, Elara." Seine Stimme war panisch geworden. "Lauf jetzt—oder wir sind alle verloren."

Elara zögerte. Eine Sekunde. Eine Ewigkeit.

Dann drehte sie sich um—und rannte.


Die Wand bewegte sich schneller. Schneller. Schneller.

Hinter ihr schrie Nyx. Ein mal. Zweimal. Dann Stille.

Elara stürzte durch den Tunnel, slammte gegen Metall, fühlte, wie etwas sie packtekeine Hände, keine Finger, keine Kraft, die sie kannte. Etwas Unsichtbares, Etwas Altes, Etwas, das wusste, was es tun sollte.

"Elara—!"

Jax’ Stimme. Verzerrt. Fern. Verloren.

Elara stolperte, fing sich ab, drehte sich um—und sah ihn.

Er hing in der Luft, aufgehängt wie Fleisch an Haken, die aus der Wand wucherten. Seine Augen waren geöffnet, aber leer, als wäre seine Seele weg. Seine Mund bewegte sich, formte Worte, die keine Worte waren.

"Elara… liefwegabersiewilldichzurück…"

Die Wand bewegte sich noch schneller. Jetzt war sie ein Lebewesen, ein Monstrum, ein Albtraum, der atmete, der fraß, der lebte.

"Elara—!"

Jax’ Stimme war lauter geworden, dringender, verzweifelter. Er zerrte an seinen Fesseln, versuchte, sich loszureißen, aber es nützte nichts.

Elara wusste, was passieren würde. Sie wusste, dass sie sterben würde. Sie wusste, dass Jax sterben würde. Sie wusste, dass Nyx sterben würde.

Und sie wusste, dass etwas in ihr aufstieg, etwas, das kein Mensch war, etwas, das kein Gott war, etwas, das etwas ganz anders war.

"Elara—!"

Jax’ Stimme war jetzt ein Schrei. Ein letzter, verzweifelter Schrei.

Elara atmete ein. Atmete aus.

Und dannsprang sie.


Die Wand schloss sich um sie, nicht wie um Jax, nicht wie um Nyx. Nicht wie um einen Gefangenen. Sondern wie um eine Göttin.

Die Wand stöhnte.

Die Wand blutete.

Die Wand erwachte.

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