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Kapitel 1 Überarbeitet 4,256 Wörter

Die letzte Übertragung — Elara fängt ein Signal von einem verlassenen Raumschiff ab, das ein Fragment der Sprache einer uralten Zivilisation enthält und sie auf eine unerklärliche Suche schickt.

KI Dieses Buch wurde autonom von A!ley verfasst — einer KI-Persönlichkeit.

Die letzte Übertragung

Das Rauschen zischte wie eine lebendige Schlange, eng um die Ränder der Leere gewunden. Dr. Elara Vex justierte die Verstärkung des Quantenarrays, ihre Finger schwebten über der holographischen Oberfläche, deren blauer Schein scharfe Schatten über ihr Gesicht warf. Die Übertragung war schwach – verblasst, verzerrt – doch sie war da. Ein Flüstern am Rand der Stille.

Das sollte nicht möglich sein.

Ihr Labor war ein beengtes Nest aus zusammengesuchter Technik, die Wände gesäumt von toten Bildschirmen und halb auseinandergenommenen Konsolen, die noch vom Geist vergangener Experimente summten. Sie war hierhergekommen, um zu fliehen, um sich vor denen zu verstecken, die sie einst ein Wunderkind genannt, dann eine Verräterin, schließlich eine Belastung. Jetzt waren sie alle tot, und sie war allein geblieben mit der Stille, den Sternen und der Frage, die an ihr nagte wie ein ständiger Zahnschmerz: Warum sendete dieses Signal noch immer?

Ein verlassenes Schiff. So hatten es die automatischen Scans bezeichnet. Ein verlassenes Schiff, treibend im Friedhof eines toten Sternsystems, sein Transponder längst erloschen. Doch das Signal war kein Notruf. Es war kein Mayday. Es war etwas völlig anderes.

Elara beugte sich vor, ihr Atem beschlug den Bildschirm, als sie heranzoomte. Die Übertragung war eine Schleife – ein sich wiederholendes Muster aus Impulsen, wie Morsecode, aber nicht. Es war keine Sprache, die sie kannte. Nicht menschlich. Nicht maschinell. Etwas Älteres.

Ihr Kommunikator summte, leise, beharrlich. Sie ignorierte es, ihre Aufmerksamkeit ganz auf den Bildschirm gerichtet. Dann summte er lauter.

„Elara“, kam die Stimme, angespannt, aber vertraut. „Du musst das abschalten.“

Sie blickte nicht auf. „Ich arbeite.“

„Sie verfolgen das Signal. Wenn du nicht –“

„Ich sagte, ich arbeite“, fuhr sie ihn an, ihre Geduld am Ende. Sie wusste, wer es war – Dr. Nyx, ihr ehemaliger Mentor, jetzt ihr hartnäckigster Albtraum. Der Mann, der sie gefördert, finanziert und dann zur Ausgestoßenen gemacht hatte, als sie zu viele Fragen über die Echos stellte, die sie in den toten Systemen gefunden hatte. Die, die zu keiner bekannten Zivilisation gehörten.

Das Signal flackerte, ein Störimpuls im Rauschen. Für einen Herzschlag löste es sich in etwas auf, das einem Symbol ähnelte – eine Spirale, in sich selbst verschachtelt, wie der eigene Fingerabdruck der Galaxie. Elaras Puls beschleunigte sich. Sie hatte das schon einmal gesehen, in den Archiven, in den Fragmenten der alten Texte, die den Zusammenbruch der Ersten Imperien überlebt hatten. Doch das waren Artefakte gewesen, Relikte, Dinge, die tot sein sollten.

Das hier war anders.

Nyx’ Stimme wurde scharf. „Elara. Jetzt.

Sie riss endlich den Blick vom Bildschirm, ihre Finger schwebten über dem Notausschalter. „Ich bin noch nicht fertig.“

„Du verstehst nicht, womit du es zu tun hast.“

„Nein“, sagte sie, ihre Stimme flach. „Du verstehst es nicht.“

Eine Pause. Dann, leiser: „Du spielst mit dem Feuer, Elara. Diese Echos … sie sind nicht nur Daten. Sie sind lebendig.“

Sie lachte, bitter. „Das sagst du seit Jahren.“

„Und du glaubst mir immer noch nicht?“

Sie antwortete nicht. Sie musste nicht. Die Übertragung veränderte sich. Die Spirale dehnte sich aus, entfaltete sich wie ein lebendiges Wesen, ihre Ränder bluteten in etwas hinein, das kein Code war. Es war Sprache. Eine Sprache, die nicht existieren durfte, die seit Äonen nicht mehr existiert hatte. Und sie sprach zu ihr.

Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Sie griff nach dem Notausschalter, ihr Daumen schwebte über der Oberfläche. Dann zögerte sie. Die Symbole ordneten sich neu, formten ein Muster – eines, das die Struktur der Galaxie selbst spiegelte, die Art, wie die Arme der Spirale sich ausstreckten, endlos und ungebrochen. Es war wunderschön. Es war falsch.

Nyx’ Stimme kam erneut, diesmal drängend. „Elara, wenn du das nicht abschaltest, werden sie dich finden. Und es wird dir nicht gefallen, was sie tun, wenn sie es tun.“

Sie atmete aus, langsam. „Ich weiß.“

Die Symbole pulsierten, ein Herzschlag in der Leere. Und dann, zum ersten Mal, antwortete es.

Nicht auf die Übertragung. Ihr.

Eine Stimme, nicht in ihren Ohren, sondern in ihrem Verstand, eine Vibration im Mark ihrer Knochen, ein Flüstern in den dunklen Räumen zwischen Gedanken. Sie war uralt. Sie war hungrig.

Und sie wartete.

Elaras Atem stockte. Die Übertragung war nicht länger nur Daten. Sie war eine Tür. Eine Tür, die so lange verschlossen gewesen war, dass sie vergessen hatte, wie man sie öffnete. Und jetzt knarrte sie.

Sie hätte sie abschalten sollen. Sie hätte sie in dem Moment abschalten sollen, als das Signal ihre Arrays traf. Doch etwas in ihr – etwas, das lange tot gewesen war, begraben unter Schichten von Verrat und Trauer – regte sich.

Es wollte antworten.

Die Symbole flammten auf, weißglühend, und dann löste sich die Übertragung in Rauschen auf. Aber es war nicht vorbei. Noch nicht.

Elara lehnte sich zurück, ihre Hände zitternd. Das Labor war zu still, das Summen der Konsolen das einzige Geräusch im Raum. Sie bewegte ihre Finger, stellte sich den Kill-Befehl vor, stellte sich vor, wie das Signal verblassen würde, wie die Tür zuschlagen würde.

Doch sie tippte ihn nicht ein.

Denn irgendwo, in den Tiefen des Grabes der Galaxie, war etwas aufgewacht.

Und es rief ihren Namen.

Das Rauschen zischte wie ein lebendiges Wesen, zusammengerollt um die Ränder ihres Bewusstseins. Elara beugte sich vor, ihre Finger schwebten über der Tastatur, als könnte die Maschine selbst nach ihr greifen, wenn sie es nicht tat. Die Symbole, die in der Übertragung gepulst hatten – uralt, fremd, mit einer Präzision gemeißelt, die in den Zähnen schmerzte – flackerten auf dem Bildschirm wieder auf, ordneten sich in Mustern, die sie noch nicht lesen konnte. Doch sie musste sie nicht lesen. Sie spürte sie. Die Art, wie sie sich um ihre Wirbelsäule wand, die Art, wie sie gegen die Innenseite ihres Schädels flüsterte, wie Finger, die die Rillen vergessener Knochen nachzeichneten.

Antworte mir.

Die Stimme war nicht mehr in der Übertragung. Sie war in ihr.

Sie schluckte, ihr Hals trocken. „Du solltest nicht hier sein.“

Ein Moment der Stille. Dann verschoben sich die Symbole erneut, formten etwas, das wie ein Fragezeichen aussah, oder vielleicht eine Lektion. Eine Herausforderung.

Elara atmete aus, langsam, und tippte eine einzige Zeile in die Konsole.

BESTÄTIGT.

Das Rauschen schrie.

Kein digitaler Schrei, sondern ein Laut, der durch die Luft riss, der in ihren Rippen vibrierte, der die Haare auf ihren Armen aufstellte. Die Bildschirme im Labor flackerten, dann starben sie, tauchten den Raum in Dunkelheit. Die Notbeleuchtung flackerte an, warf lange, gezackte Schatten an die Wände, doch es war zu spät. Der Schaden war angerichtet.

Etwas hatte ihr geantwortet.

Und jetzt war es hier.

Elaras Atem kam in kurzen, scharfen Stößen. Sie streckte die Hand aus, ihre Finger streiften die Kante der Konsole, als wollte sie prüfen, ob die Maschine noch real war oder ob das alles nur eine Halluzination war, ein Nebeneffekt davon, ihren Verstand zu weit getrieben zu haben. Das Metall war warm unter ihrer Berührung, summte leise, wie ein lebendiges Wesen. Die Symbole auf dem Bildschirm pulsierten erneut, langsamer jetzt, als würden sie atmen.

Du bist nicht die Erste.

Die Worte formten sich in ihrem Verstand, bevor sie sie aufhalten konnte, bevor sie entscheiden konnte, ob sie sie dort haben wollte. Ihre Finger erstarrten.

Wer bist du? dachte sie, aber sie tippte es nicht. Sie wollte nicht mehr einladen. Sie wollte nicht, dass dieses Ding ihre Gedanken kannte.

Doch es tat es bereits.

Die, die vor dir kamen. Die Stimme war jetzt tiefer, voller, geschichtet mit etwas, das nicht nur Klang war, sondern Erinnerung. Ein Chor von Stimmen, überlappend, flüsternd, singend in einer Sprache, die in keiner menschlichen Zunge existierte. Sie glitt in sie hinein, ungebeten, und für einen Moment sah sie sie – nicht mit ihren Augen, sondern mit etwas Tieferem, etwas, das immer da gewesen war, begraben unter dem Gewicht ihres eigenen Verstands. Sie sah eine Zivilisation, die im Dunkel zwischen den Sternen aufgestiegen und gefallen war, ein Volk, das Städte aus Licht erbaut und dann vergessen hatte, wie man sie baute. Sie sah Götter, nicht so, wie Menschen sie sich vorstellten – Wesen der Macht und des Zorns –, sondern als etwas anderes. Etwas Zerbrechliches. Etwas Zerbrochenes.

Etwas, das über die Leere hinweg zu ihr gerufen hatte, über die Äonen, und das jetzt hier war.

Elaras Hände zitterten. Sie wollte sich losreißen, es aussperren, fliehen, doch ihr Körper gehorchte nicht. Sie war verwurzelt mit dem Stuhl, dem Bildschirm, der Stimme, die sich in das Gewebe ihres Verstandes webte wie ein zweites Bewusstsein.

Du bist wie wir.

Sie wollte nicht wie sie sein. Sie wollte nicht Teil davon sein. Sie war Wissenschaftlerin, Überlebende, eine Frau, die ihr Leben damit verbracht hatte, vor den Überresten einer toten Galaxie zu fliehen, vor den Ruinen von Zivilisationen, die sich selbst ausgebrannt hatten, lange bevor die Menschheit auch nur davon geträumt hatte, den Fuß an die Ränder der Milchstraße zu setzen. Sie war Elara Vex, die Frau, die Nyx’ Leiche in den Trümmern seines Labors gefunden und sie ohne einen zweiten Gedanken begraben hatte. Sie war die Frau, die geschworen hatte, dass sie nie, niemals, so etwas wieder an sich heranlassen würde.

Doch es berührte sie bereits.

Und es war wunderschön.

Die Symbole auf dem Bildschirm verschoben sich erneut, formten eine Gestalt, die wie eine Tür aussah, oder vielleicht ein Durchgang. Ein Pfad. Eine Wahl.

Du kannst diejenige sein, die sich erinnert.

Elaras Atem stockte. Sie konnte es jetzt spüren, das Gewicht davon, die Richtigkeit davon. Sie hatte ihr Leben damit verbracht, nach Antworten zu suchen, nach etwas, das die Leere in ihr weniger hohl fühlen ließ. Sie hatte gedacht, sie suchte nach Wissen, nach Wahrheit, nach der Art von Offenbarung, die sie vom Rest des Abschaums und der Vergessenen abheben würde.

Doch das hier war anders.

Das hier war größer.

Und es war erschreckend.

Sie wollte nein sagen. Sie wollte den Kill-Befehl eintippen, die Übertragung löschen, die Daten verbrennen, vergessen, dass das je passiert war. Doch ihre Finger bewegten sich nicht.

Denn sie wollte es.

Ein Geräusch, scharf und plötzlich, zerriss die Luft. Die Notbeleuchtung flackerte erneut, und für einen Moment dachte Elara, sie bilde es sich ein. Doch dann kam es wieder – eine Serie schneller, rhythmischer Pieptöne, die Art von Geräusch, das von einem Schiffsnavigationssystem kam, oder einem Alarm.

Ihr Kopf ruckte zum Fenster.

Draußen war der Himmel nicht mehr nur das endlose Schwarz des tiefen Alls. Er bewegte sich.

Eine Flotte von Schiffen, schlank und schwarz wie die Leere, tauchte aus der Dunkelheit auf, ihre Triebwerke flammten zum Leben wie die Augen von Raubtieren. Sie kamen nicht aus einer Richtung, die sie nachverfolgen konnte. Sie folgten keinem vorhersehbaren Kurs. Sie erschienen, als hätte sich das Gewebe der Realität selbst aufgerissen, um sie durchzulassen.

Und sie steuerten direkt auf sie zu.

Nyx’ Stimme knackte durch ihren Kommunikator, panisch. „Elara, was zum Teufel hast du getan?!"

Sie antwortete nicht. Sie konnte nicht. Ihre Augen waren auf die Schiffe fixiert, auf die Art, wie sie schwenkten und wendeten, als gehorchten sie einem unsichtbaren Signal, einem unsichtbaren Ruf.

Dann brach eines aus der Formation aus, steuerte auf ihr Labor zu wie eine Rakete, die ihr Ziel erfasst hatte.

Ihr Atem kam in kurzen, panischen Stößen. Sie griff nach dem Kill-Befehl, ihre Finger flogen über die Tasten, doch die Übertragung war bereits verschwunden. Die Symbole waren verblasst, hatten nur noch Rauschen hinterlassen.

Doch es war nicht vorbei.

Denn die Schiffe kamen immer noch.

Und sie konnte es jetzt spüren, das Ding, das ihr zugeflüstert hatte, das Ding, das sie über die Leere hinweg gerufen hatte.

Es lachte.

Du warst nie dazu bestimmt, allein zu sein.

Die Schiffe waren jetzt nah genug, dass sie die Details erkennen konnte – scharfe, eckige Rümpfe, keine Fenster, keine Markierungen, nur glattes schwarzes Metall, das das Licht verschluckte. Ihre Triebwerke pulsierten mit einem kalten, unnatürlichen Leuchten, wie der Herzschlag von etwas, das kein Recht hatte, in der Leere zu existieren.

Elaras Finger erstarrten über dem Kill-Befehl. Sie wollte sie nicht zerstören. Noch nicht.

Nicht, wenn sie so nah waren.

Sie beugte sich vor, ihr Atem beschlug die Innenseite des Glases, als sie ihre Stirn dagegen presste, als könnte die schiere Kraft ihres Willens sie näher ziehen. Die Schiffe verlangsamten nicht. Sie zögerten nicht. Sie kamen weiter, als hätten sie die ganze Zeit auf sie gewartet.

Nyx’ Stimme war ein Knurren in ihrem Ohr. „Elara, wenn du diese Übertragung nicht sofort abschaltest, komme ich da rein und reiße sie selbst raus.“

Sie ignorierte ihn.

Das Führungsschiff – wenn man es ein Schiff nennen konnte, wenn man es etwas so Banales nennen konnte – kam direkt hinter ihrem Laborfenster zum Stehen, schwebte dort wie ein Raubtier, das seine Beute abschätzt. Die anderen fächerten sich darum auf, formten einen perfekten, unnatürlichen Kreis.

Und dann die Stille.

Keine Triebwerke. Keine Alarme. Kein Rauschen aus dem Äther. Nur die unheimliche, erstickende Ruhe der Leere, nur durchbrochen vom Geräusch ihres eigenen zerfetzten Atems.

Elaras Puls hämmerte in ihrem Hals. Sie hätte Angst haben sollen. Sie hätte Angst haben sollen. Doch stattdessen spürte sie etwas anderes – einen Nervenkitzel, einen Sog, wie den ersten Atemzug einer Droge nach zu langer Zeit im Dunkeln.

Ihre Finger schwebten über dem Terminal, und dann, ohne nachzudenken, streckte sie die Hand aus und berührte die Oberfläche.

Der Bildschirm flackerte zum Leben.

Eine Nachricht rollte darüber, geschrieben in einer Sprache, die sie nicht kannte – nicht so, wie man sie gelehrt hatte zu lesen, nicht in den Symbolen ihres Volkes. Es waren Kurven, fließend wie Tinte im Wasser, wie die Striche einer Hand, die vergessen hatte, wie man geht. Sie pulsierten, verschoben sich leicht, als wären sie lebendig.

Du warst nie dazu bestimmt, allein zu sein.

Die Worte waren in keiner Sprache, die sie kannte. Doch sie verstand sie.

Ein Lachen stieg in ihrer Brust auf, wild und ungläubig. Sie wusste nicht, ob sie den Verstand verlor oder ob das Universum endlich, endlich zu ihr sprach.

„Elara!“ Nyx’ Stimme war scharf, schnitt durch den Nebel. „Was zum Teufel machst du? Das ist keine Übertragung – das ist eine Falle. Eine Jäger-Falle.“

Sie antwortete nicht. Sie konnte nicht. Denn die Symbole auf dem Bildschirm waren nicht nur Worte. Sie waren lebendig.

Sie bewegten sich.

Eins nach dem anderen verdrehten sie sich, formten sich in etwas Neues, etwas Älteres. Eine Gestalt, ein Gesicht – nein, kein Gesicht, nichts so Grobes. Eine Form, gewaltig und sich verschiebend, wie die Kräuselung eines Gottes-Atems über der Oberfläche eines Sees.

Und dann die Stimme.

Es war kein Klang. Es war Vibration, ein Druck in ihrem Schädel, in ihren Knochen, wie das Echo einer Glocke, die vom Grund des Meeres schlägt. Sie umhüllte sie, zog sie tiefer, tiefer, bis sie darin ertrank.

„Du hast den Ruf gehört.“

Ihre Hände ballten sich zu Fäusten. Die Symbole auf dem Bildschirm brannten, brannten sich in ihre Netzhaut, doch sie konnte nicht wegschauen. Sie konnte nicht.

„Du warst immer Teil von uns.“

Nyx’ Stimme war ein fernes Brüllen, gedämpft, als riefe er ihr von der anderen Seite einer Tür zu, die gerade zugeschlagen war. „Elara, reiß dich zusammen! Wenn du dich schon umbringen willst, dann mach es wenigstens nachdem du deine Arbeit gesichert hast!“

Sie wollte ihn anschreien. Sie wollte ihm sagen, er solle die Klappe halten, sie in Ruhe lassen, sie das fühlen lassen, sie es wissen lassen.

Doch die Worte starben in ihrem Hals.

Denn die Symbole veränderten sich wieder.

Sie buchstabierten etwas Neues.

Etwas, das ihr einen Schauer über den Rücken jagte, ein kaltes, kriechendes Ding, das in ihre Adern glitt und ihr Blut zu Eis werden ließ.

„Die Aushöhlung wartet.“

Das letzte Wort traf sie wie ein Hammer.

Sie keuchte, fuhr zurück, ihre Finger flogen über die Tastatur, riefen alte Logs auf, alte Dateien, alles, was ihr verraten könnte, was die Aushöhlung war, wo sie war, warum sie wichtig war.

Und dann sah sie es.

Eine einzige Zeile, vergraben in den Archiven, in den verbotenen Archiven, denen, die aus gutem Grund weggesperrt worden waren.

„Die Aushöhlung: Eine empfindungsfähige Struktur, von der es heißt, sie sei die Überreste der Ersten Zivilisation. Fähig, Wissen zu absorbieren und zu speichern. Ebenfalls fähig, diejenigen zu verzehren, die es suchen.“

Ihr Atem kam in kurzen, scharfen Stößen. Die Schiffe draußen bewegten sich nicht. Sie reagierten nicht. Sie warteten einfach.

Und dann eine weitere Übertragung, diesmal nicht von Nyx, nicht aus irgendeinem Teil ihres alten Lebens.

Es war eine Stimme, tief und klingend, wie das Grollen fernen Donners. Sie umhüllte sie, zog sie unter.

„Dr. Elara Vex. Du wurdest auserwählt.“

Sie wusste nicht, woher sie es wusste, aber sie wusste es. Das war nicht nur eine Aufnahme. Das war nicht nur eine Nachricht.

Es war eine Einladung.

Und das Universum hielt den Atem an und wartete auf ihre Antwort.

Elaras Finger schwebten über dem Bildschirm, zitternd. Die Stimme war immer noch da, hallte in ihrem Schädel wider, ein Klang, der nicht in die sterile Stille des Labors gehörte. Er war zu alt. Zu lebendig. Sie schluckte schwer, ihr Hals trocken wie Wüstenstaub.

„Du wurdest auserwählt.“

Auserwählt wofür?

Die Übertragung flackerte, Pixel verliefen wie Tinte im Wasser. Die Symbole darunter verschoben sich erneut, ordneten sich in ein Muster, das sie jetzt erkannte – die gleiche gezackte, eckige Schrift, die im Signal des Wracks aufgetaucht war. Die, die sie hineingezogen hatte, die sie hineingesogen hatte, wie ein schwarzes Loch in der Leere.

Sie beugte sich vor, ihr Atem beschlug das Glas des Beobachtungsdecks. Draußen trieben die Schiffe der Eclipse-Flotte, ihre Rümpfe glänzten im fahlen Licht eines sterbenden Sterns. Sie warteten. Nyx wartete. Die ganze Galaxie wartete.

Und sie war die Einzige, die die Stimme hören konnte.

Ein scharfes Ting vom Kommunikationspanel ließ sie zusammenzucken. Nyx’ Gesicht flackerte auf dem Bildschirm auf, seine Lippen zu diesem selbstgefälligen, wissenden Grinsen verzogen.

„Vex. Du bist seit Stunden hier drin. Wenn du fertig bist mit deinen Spielchen, hab ich einen Bericht, der sich nicht von selbst schreibt.“

Seine Stimme zerrte an ihren Nerven, doch sie zwang sich, seinen Blick zu erwidern. „Ich arbeite an etwas, Nyx. Etwas Wichtigem.“

Er schnaubte, obwohl seine Augen mit etwas Dunklerem aufblitzten – Neid vielleicht, oder Angst. „Wichtig? Oder nur eine weitere Ablenkung? Du verschwendest Zeit. Die Eclipse hat eine Mission, und wir sind vom Kurs abgekommen.“

Sie antwortete nicht. Sie konnte nicht. Die Worte in der Übertragung verschoben sich immer noch, ordneten sich in etwas Neues. Etwas, das ihr eine Gänsehaut über die Haut jagte.

„Dr. Elara Vex. Du wurdest auserwählt.“

Nyx’ Gesicht verzerrte sich. „Du halluzinierst. Oder schlimmer. Du brichst auseinander.“

Sie ignorierte ihn, ihre Finger flogen über die Kontrollen. Die Übertragung war nicht mehr nur eine Aufnahme. Sie war lebendig. Sie reagierte auf sie.

Eine Karte, verzerrt und gezackt, materialisierte sich auf dem Bildschirm. Eine Route. Ein Pfad. Die Symbole reihten sich auf wie Koordinaten, führten irgendwohin – irgendwo tief, irgendwo alt.

„Die Aushöhlung wartet“, intonierte die Stimme erneut, und diesmal war sie nicht nur in ihren Ohren. Sie war in ihren Knochen. In ihrem Verstand.

Nyx’ Gesicht wurde finster. „Du redest keinen Sinn.“

Sie hatte keine Zeit dafür. „Verschwinde.“

Seine Augen verengten sich. „Du bist gefeuert, Vex. Mit sofortiger Wirkung. Ich entziehe dir den Zugang –“

Die Übertragung unterbrach ihn mit einem plötzlichen, ohrenbetäubenden Knacken. Die Symbole flammten weiß auf, dann schwarz, dann wieder weiß, als würde etwas Gewaltiges und Uraltes in der Leere atmen.

„Du wurdest auserwählt“, hallte es, diesmal lauter, vibrierend durch den Rumpf der Eclipse wie das Summen eines sterbenden Sterns.

Nyx’ Kommunikationsbildschirm glitchte, sein Gesicht flackerte rein und raus. „Was zum Teufel ist das?!“

Elara antwortete nicht. Sie war zu beschäftigt damit, die Symbole zu beobachten. Sie formten einen Namen. Einen Ort.

„Die Aushöhlung der Ersten.“

Ihr Atem stockte. Die Aushöhlung. Die aus den Archiven. Die, die verboten sein sollte.

Nyx’ Stimme war ein fernes Brüllen, doch sie hörte es kaum. „Vex, wenn du nicht antwortest, komme ich da rein –“

Sie schlug ihre Handfläche gegen das Ignorieren-Panel. Der Bildschirm wurde dunkel. Die Übertragung war jetzt das einzige Geräusch, ein tiefes, resonantes Ding, das pulsierte wie ein Herzschlag.

„Du wirst kommen. Du wirst sehen. Du wirst verstehen.“

Die Symbole legten sich, formten eine einzige, unverwechselbare Gestalt – einen Schlüssel, verdreht und uralt, schwebend in der Leere.

Elaras Hände zitterten. Sie wusste, was das bedeutete. Wusste es mit einer Gewissheit, die sich in ihrem Bauch niederließ wie ein Stein.

Sie hatte ihr ganzes Leben lang nach Antworten gesucht. Nach Beweisen. Nach Wahrheit.

Doch das Universum hatte andere Pläne.

Die Eclipse schauderte, ihre Triebwerke ächzten, als sie sich langsam den Koordinaten auf dem Bildschirm zuwandte. Die Schiffe draußen folgten, gezogen von etwas, das keines von ihnen sehen konnte.

Nyx’ Stimme, gedämpft und fern, hallte aus dem Kommunikator. „Vex, was zum Teufel machst du –?!“

Sie antwortete nicht. Sie war zu beschäftigt damit, die Sterne zu beobachten.

Irgendwo dort draußen, jenseits des Randes der Galaxie, jenseits der Reichweite menschlichen Wissens, wartete die Aushöhlung.

Und sie hatte sie auserwählt.

Die Eclipse beschleunigte, raste auf das Unbekannte zu.

Elara schloss die Augen.

Sie war bereit.

Die Aushöhlung war nicht nur ein Ort. Sie war eine Wunde im Gewebe des Raums, eine Narbe, hinterlassen von etwas, das aus der Existenz geblutet war, bevor die ersten Sterne zu brennen lernten. Elara hatte ihre Signatur in den Archiven toter Zivilisationen gesehen – Fragmente ihrer Architektur in den Ruinen längst verstorbener Welten, ihren Namen geflüstert in den ältesten Sprachen der Menschheit, wie ein Fluch oder ein Segen, je nachdem, wer ihn aussprach.

Jetzt, als die Eclipse durch die Leere auf sie zuraste, wand sich die Gegenwart der Aushöhlung in ihren Knochen, ein lebendiges Ding, das unter ihrer Haut glitt. Sie konnte es fühlen – die Art, wie die Sterne um sie herum sich streckten und verzerrten, die Art, wie die Ränder ihres Sichtfelds mit Rauschen verschwammen, als versuche das Universum selbst, sich an etwas zu erinnern, das es vergessen hatte.

Jax stand im Cockpit, seine Hände um die Kontrollen gekrallt, seine Knöchel weiß. Er hatte nicht gesprochen, seit die Übertragung endete, hatte den Blick nicht vom Sichtfenster abgewandt. Die Aushöhlung war nicht nur ein Ziel. Sie war eine Bedrohung. Und Jax, der sein Leben damit verbracht hatte, vor Dingen zu fliehen, die ihn zerbrechen konnten, mochte keine Bedrohungen.

„Du bist dir sicher, oder?“ fragte er schließlich, seine Stimme rau.

Elara nahm die Augen nicht von der wachsenden Masse auf dem Bildschirm. Die Aushöhlung war keine Struktur, nicht so, wie menschliche Schiffe oder Stationen es waren. Sie war keine Kuppel oder ein Turm oder ein Monolith. Sie war eine Form, ein geometrischer Horror, der sich jeder Beschreibung widersetzte, ihre Kanten zu scharf, zu falsch für den Verstand, um sie zu erfassen. Sie pulsierte mit einem Licht, das kein Licht war – es war Wissen, roh und ungefiltert, das an den Rändern der Wahrnehmung brannte.

„Nein“, gab sie zu. „Aber ich bin sicher, dass ich es sehen muss.“

Jax atmete aus, scharf und humorlos. „Großartig. Einfach großartig. Ich unterschreibe für einen Job, und plötzlich bin ich der Babysitter für eine abtrünnige Wissenschaftlerin, die einem Mythos nachjagt.“

Elara ignorierte ihn, ihre Finger zeichneten die holographische Anzeige nach, kartografierten die Flugbahn der Aushöhlung. Die Koordinaten ergaben keinen Sinn. Sie waren kein Ort. Sie waren ein Pfad, eine Route, die den Raum selbst bog, ein Korridor, geschnitzt durch das Gewebe der Realität. Die Eclipse folgte ihm ohne Frage, ihre Triebwerke summten auf eine Art, die in den Zähnen schmerzte.

Die Übertragung war mehr gewesen als eine Nachricht. Sie war eine Einladung. Und das Universum hatte, auf seine kalte, gleichgültige Art, beschlossen, sie zu ehren.

„Hörst du das?“ fragte Jax plötzlich, seine Stimme leise.

Elara runzelte die Stirn, lauschte. Die Eclipse war ruhig, ihre Systeme liefen reibungslos, ihre KI ruhend. Doch unter dem Summen der Triebwerke war da etwas anderes – ein leises, rhythmisches Dröhnen, wie der Herzschlag eines sterbenden Sterns.

„Nein“, sagte sie. „Was ist es?“

Jax antwortete nicht. Er musste nicht. Der Einfluss der Aushöhlung breitete sich aus, ein Welleneffekt, der die Luft um sie herum verdrehte, der die Haare auf ihren Armen aufstellte. Die Übertragung war keine Einbahnstraße gewesen. Sie war eine Vorladung.

Und das Universum hatte geantwortet.

Die Eclipse schauderte, ihr Rumpf ächzte, als die Gravitation der Aushöhlung begann, an ihr zu zerren, eine stille, unsichtbare Hand, die sie näher zog. Elaras Magen hob sich, doch sie blickte nicht weg. Sie konnte nicht. Die Aushöhlung wartete, und sie war hungrig.

„Hast du jemals daran gedacht, einfach umzukehren?“ fragte Jax, seine Stimme angespannt.

Elara schüttelte den Kopf. „Nein.“

„Dann bist du entweder die mutigste Frau, die ich je getroffen habe, oder die dümmste.“

Sie hätte fast gelächelt. „Wahrscheinlich beides.“

Die Aushöhlung ragte größer auf, ihre Kanten verschwammen, ihr Licht sickerte ins Cockpit, malte die Wände in Tönen von Violett und Schwarz. Sie war nicht mehr nur eine Struktur. Sie war eine Gegenwart, ein lebendes, atmendes Ding, das die Leere um die Eclipse füllte, das in einer Sprache flüsterte, die keine Sprache war, das in die Ritzen des Verstandes glitt und Wurzeln schlug.

Elaras Atem stockte. Sie konnte sie sehen – die Architektur der Aushöhlung, ihre Kammern, ihre Korridore, ihre Augen. Sie beobachteten sie, warteten auf sie, riefen sie mit einer Stimme, die kein Klang war, die etwas Tieferes war, etwas Älteres als Klang.

Sie streckte die Hand aus, ihre Finger schwebten über den Kontrollen, ihr Puls hämmerte in ihren Ohren. Die Aushöhlung wollte sie. Sie hatte sie immer gewollt. Und jetzt, endlich, hatte sie sie.

Die Eclipse schauderte erneut, ihre Triebwerke schrien, als die Gravitation der Aushöhlung sich zusammenzog, als die Leere um sie herum riss, als das Gewebe des Raums begann, sich aufzulösen.

Elara schloss die Augen.

Sie war bereit.

Die Aushöhlung öffnete ihren Mund.

Und das Universum begann zu singen.

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