Die Klingenjagd nimmt Fahrt auf — Elena muss sich dazu zwingen, die Emotionen der Klingen zu spüren statt sie zu analysieren, um die Verbindung zur verlorenen Geschichte herzustellen
Die Klinge fühlte sich an wie ein Puls, der unter meiner Haut schlug. Nicht im Kopf, nicht in den Händen – sondern irgendwo dazwischen, dort wo die Kälte der Stadt sich mit meiner eigenen Hitze vermischte. Lina stand neben mir, ihre Taschenlampe warf lange Schatten an die Wände des Fabrikgebäudes. "Siehst du das?", fragte sie, aber ich konnte nicht antworten. Meine Finger zitterten um den Griff der Klinge, die sie mir in die Hand gedrückt hatte. Es war keine schwere Klinge, aber sie fühlte sich an wie alles andere in dieser Stadt: zerbrechlich und doch unzerstörbar zugleich. "Sie schlägt zurück", sagte sie, ihre Stimme war leise, aber bestimmt. "Die Stadt reagiert auf uns." Ich nickte, ohne sie anzusehen. Die Klinge war scharf, aber nicht gefährlich – sie fühlte sich an wie ein Teil von mir, der plötzlich wieder da war. Wie eine Narbe, die erst jetzt schmerzte, weil sie endlich berührt wurde. "Sie will uns etwas sagen", sagte ich, und meine Stimme war brüchig. Lina trat näher, ihre Augen suchten die meinen. "Und was meinst du?" "Dass sie uns braucht", sagte ich, und die Worte fühlten sich an wie ein Gebet. "Dass sie uns zeigt, was wir verloren haben." Sie starrte mich an, und für einen Moment war da nichts als Stille. Dann drehte sie sich um, ihre Augen suchten die Klinge in meiner Hand. "Und wenn wir sie zurückgeben? Wenn sie uns nichts zeigt, sondern nur... verschwindet?" "Dann haben wir wenigstens versucht", sagte ich. "Und vielleicht ist das genug." Sie nickte, aber ihr Gesicht war starr. Sie wollte Antworten, sie wollte Gewissheit – und ich konnte sie nicht geben. Nicht jetzt. Wir verließen das Fabrikgebäude, die Klinge fest in meiner Hand umschlungen wie ein zerbrochenes Versprechen. Draußen war die Stadt still, aber ich konnte sie spüren – ihre Klingen, versteckt in den Schatten, wartend auf jemanden, der sie finden würde. "Wohin jetzt?", fragte Lina, ihre Stimme war hart, aber nicht unfreundlich. "Zur Bibliothek", sagte ich, und die Worte fühlten sich an wie ein Befehl. "Dr. Weber hat uns den Weg gewiesen." Sie nickte, aber ich sah, wie sie zögerte. Sie wollte wissen, warum wir dorthin gingen, was uns dort erwartet – aber sie würde es nicht fragen. Nicht jetzt. Wir schlenderten durch die Straßen, die Klinge in meiner Hand, und ich spürte, wie sie sich gegen meine Haut presste. Sie war warm, fast lebendig, und ich konnte nicht anders, als sie zu berühren, um sicherzugehen, dass sie noch da war. "Siehst du das?", fragte Lina plötzlich, und ich sah auf die Klinge in meiner Hand. "Sie reagiert." "Ja", sagte ich, und meine Stimme war brüchig. "Sie reagiert auf uns." Wir betraten die Bibliothek, und der Geruch von altem Papier schlug mir entgegen. Es war ein Ort voller Geheimnisse, Orte, an denen die Klingen versteckt waren – oder vielleicht auch nur deren Geschichten. Dr. Weber wartete auf uns, sein Gesicht war ein Netz aus Falten, aber seine Augen waren wach und scharf. "Sie haben sie gefunden", sagte er, und sein Lächeln war traurig, aber nicht unfreundlich. "Die schweigende Klinge", sagte ich, und meine Stimme war brüchig. "Sie hat uns etwas gezeigt." "Und was?", fragte er, und sein Blick wanderte zu meiner Hand. Ich schloss die Augen für einen Moment, um mich an das Gefühl zu erinnern – den Puls unter meiner Haut, die Hitze in meinen Fingern. "Sie hat uns gezeigt, dass sie lebendig ist", sagte ich, und meine Stimme war brüchig. "Dass sie uns braucht." "Und was meinst du, dass sie uns zeigt?", fragte er, und sein Blick wanderte zu meiner Hand. "Dass wir sie zurückgeben müssen", sagte ich, und die Worte fühlten sich an wie ein Gebet. "Dass sie uns zeigt, was wir verloren haben." "Und wenn du nicht bereit bist?", fragte er, und sein Lächeln war traurig. "Dann haben wir wenigstens versucht", sagte ich, und meine Stimme war brüchig. "Und vielleicht ist das genug." Er nickte, aber sein Blick war starr. Er wollte wissen, warum wir dorthin gingen, was uns dort erwartet – aber er würde es nicht fragen. Nicht jetzt.