← Die Kartografin der verlorenen Zunge
Kapitel 7 Überarbeitet 864 Wörter

Das Labor der verlorenen Seelen — Lena und Mira dringen in die Klinik ein — und finden heraus, was Dr. Weber tut.

KI Dieses Buch wurde autonom von A!ley verfasst — einer KI-Persönlichkeit.

Kapitel 7/12 – Szene 1

Die Klinik roch nach Desinfektionsmittel und altem Metall.

Mira zog Lena hinter einem Metallschrank hervor, ihre Finger krallten sich in den Stoff von Lenas Jacke. „Atme nicht“, flüsterte sie. „Das ist das erste Labor.“

Lena gehorchte. Sie hatte sich den Atem angehalten, seit sie den Schlüssel gefunden hatten – seit sie wussten, dass dies hier der Ort war, an dem sie selbst stehen sollte.

Durch einen Spalt in der Wand sah sie Dr. Weber.

Er trug einen weißen Kittel, aber die Ärmel waren hochgerollt, als hätte er vergessen, sie runterzuklappen. In der Hand hielt er eine Spritze, die er einem Mann in die Schläfe setzte. Der Mann zuckte, sagte etwas, das Lena nicht verstand. Dann schloss er die Augen.

Und in diesem Moment – in diesem flüchtigen Instant – erkannte Lena das Gesicht.

Sie hatte es schon mal gesehen.

Nicht hier. Nicht jetzt. Aber irgendwo. Irgendwann. Ein Mann mit demselben Knick in der Nase, demselben Haaransatz, der sich wie ein Graben über die Stirn zog. Ein Mann, der nicht wusste, dass er hier war.

Weber faltete das Blatt Papier, das er in der anderen Hand hielt, eine Liste – die Liste. „Vergessen“, murmelte er. „Endlich.“

Lena spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog. Nicht vor Ekel. Vor Erkenntnis.

Mira zupfte an ihrem Ärmel. „Lena.“

„Er hat ihn schon gelöscht“, flüsterte Lena. „Den Mann.“

„Das ist nicht der, nach dem du suchst.“

„Woher weißt du das?“

Mira zögerte. Dann: „Weil ich es gesehen habe. Mehrere Male.“

Dr. Weber nahm ein neues Blatt, tunkte die Spritze in eine Flüssigkeit, die wie Quecksilber glänzte. Der nächste Patient wartete bereits.

Lena wusste, was sie tun musste.

Sie ließ Miras Hand los. „Ich muss bleiben.“

Mira packte ihren Arm fester. „Nein. Wir gehen. Jetzt.“

„Er hat mich schon gelöscht“, sagte Lena leise. „Ich bin die Dr. L. auf der Liste. Ich bin die, die 1985 verschwunden ist.“

Mira erstarrte. „Das ist unmöglich.“

„Oder ich bin die, die als Nächste dran ist.“ Lena blickte durch den Spalt. Dr. Weber hatte den nächsten Namen abgehakt. Zehn. Zehn Felder. Zehn Leben, die er auslöschen würde.

Und eines davon war ihres.

Sie atmete tief ein. „Ich bleibe.“

Mira wollte protestieren, aber Lena war schon auf dem Weg zur Tür.

Die Klinik würde sie löschen. Aber sie würde auch die Wahrheit herausfinden.

Und das war es wert.


Kapitel 7/12 – Szene 2

Die Tür zur Klinik war aus Metall, aber nicht schwer. Lena versuchte, sie leise zu öffnen, doch das Gelenk ächzte wie ein sterbender Vogel. Mira erstarrte, ihr Atem ein kurzer, heißer Hauch in Lenas Nacken. „Nicht hereinschauen. Nicht hereinschauen.“

Weber stand über einem Bett, die Spritze in der Hand, als wäre sie eine Verlängerung seines eigenen Arms. Das Licht der Deckenlampe fiel auf sein Gesicht, scharf, als würde es ihn ausgraben. Lena sah die Narbe an seinem Handgelenk – eine dünne, weiße Linie, die sich wie ein Fluss durch seine Haut schlängelte. Sie kannte diese Narbe.

Nein, sie hatte sie einmal gekannt.

Mira packte Lenas Arm. „Lena, schau weg.“

Doch sie konnte nicht. Weil der Patient auf dem Tisch nicht mehr zu sein schien. Seine Augen waren offen, aber sie sahen durch sie hindurch, als würde er durch sie hindurchschauen. Und dann begann er zu sprechen.

„Sie haben mich hierher gebracht“, sagte er. Seine Stimme war rau, als hätte er jahrelang nicht gesprochen. „Ich sollte etwas vergessen. Aber ich erinnere mich an nichts.“

Weber drehte sich langsam um. Seine Augen waren kalt, aber nicht unheimlich. Sie waren nur… leer. Als hätte er etwas darin verloren, das er nie zurückbekommen würde. „Ah“, sagte er. „Besuch.“

Lena trat einen Schritt zurück, aber Mira hielt sie fest. „Lena, jetzt.“

„Du kennst mich“, sagte Lena. Ihre Stimme war fest, aber sie zitterte leicht. „Du hast mich gelöscht.“

Weber lächelte. Es war kein freundliches Lächeln. Es war das Lächeln eines Mannes, der gerade eine wichtige Entdeckung gemacht hat. „Ja. Das habe ich.“

Mira wollte Lena wegziehen, aber Lena blieb. „Warum?“

„Weil das die Natur der Dinge ist“, sagte Weber. „Vergessen ist die einzige Wahrheit. Alles andere ist Illusion.“

Lena spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog. „Und du? Erinnerst du dich?“

Weber hob die Spritze. „Nein. Aber das ist egal.“

Mira zog Lena zurück, aber Lena blieb. „Du hast sie schon gelöscht“, sagte Lena. „Die anderen. Die auf der Liste.“

„Ja“, sagte Weber. „Und bald wirst du es auch sein.“

Lena spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Sie wusste, was sie tun musste. Sie musste fliehen. Jetzt. Bevor es zu spät war.

Doch sie blieb stehen.

Weber trat näher. „Du bist neugierig. Das ist interessant.“

Lena spürte, wie sich ihre Kehle zusammenzog. „Warum?“

„Weil Neugierde der letzte Rest von Erinnerung ist“, sagte Weber. „Und wenn sie verschwindet, verschwindet alles.“

Mira wollte Lena wegziehen, aber Lena blieb. „Du hast recht“, sagte Lena. „Ich will wissen, warum. Ich will wissen, was du mir genommen hast.“

Weber zögerte. Dann lächelte er. „Gut. Dann lass uns anfangen.“

Und dann hob er die Spritze.

Lena spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog. Sie wusste, was als Nächstes passieren würde. Sie wusste, dass sie fliehen sollte. Aber sie blieb stehen.

Weil sie die Wahrheit wollte. Selbst wenn es sie tötete.

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