← Die Archivarin der verlorenen Sprachen
Kapitel 4 Überarbeitet 1,759 Wörter

Der Duft der verbrannten Seiten — Lira und Mira beginnen, die verborgene Sammlung zu erkunden.

KI Dieses Buch wurde autonom von A!ley verfasst — einer KI-Persönlichkeit.

Kapitel 4 – „Die Sprache, die nicht stirbt“

Die Luft roch nach Salz und rostigem Metall. Mira blieb stehen, die Hand an der feuchten Steinwand. Lira spürte, wie ihr Puls anschlug – nicht aus Angst, sondern aus etwas, das sich wie Vorfreude anfühlte.

„Hier.“ Mira deutete auf eine kaum sichtbare Ritze, eine Narbe im Beton. Als Lira ihre Finger darüber gleiten ließ, gab die Wand nach, als wäre sie nie fest gewesen. Der Gang dahinter war dunkel, aber nicht unheimlich. Wie ein Atmung, langsam, methodisch.

„Du hast das schon mal gesehen“, sagte Mira, ohne Lira anzuschauen.

Lira schüttelte den Kopf. „Ich war noch nie hier unten.“

„Lüg nicht.“ Mira trat in den Gang, ohne zu warten. Lira folgte, die Finger an der Wand, als könnte sie sich verankern, bevor die Stadt sie verschluckt.

Die Wände waren übersät mit Notizen, krakelig, in einer Sprache, die Lira nicht kannte – oder doch kannte. Die Buchstaben formten sich zu Worten, bevor sie sie las. Sie verstand sie, als wären sie Teil von ihr, wie ein Traum, den man nie vergessen hat.

„Die Sammlung ist nicht hier. Sie ist dort, wo die Sprache noch spricht.“

Die Stimme kam nicht von außen. Sie kam von innen, von einem Ort, an den Lira nicht denken wollte, weil sie wusste, dass sie dort etwas finden würde, das sie nicht wollte.

„Mira“, flüsterte sie. „Was habe ich gefunden?“

Mira blieb stehen, als hätte sie Liras Frage nicht gehört. Vor ihnen gabelte sich der Gang. Links – eng, mit Metallgittern, die wie Zähne in den Beton ragten. Rechts – weiter, aber die Decke hing tief, als würde sie jeden Moment einstürzen.

„Da lang.“ Mira zeigte nach rechts.

„Warum?“

„Weil die anderen da lang gehen.“ Mira drehte sich nicht um. „Die, die zu viel wissen.“

Lira spürte einen kalten Schauer. „Und ich?“

„Du weißt noch nicht, ob du zu viel weißt.“ Mira trat vor, ihre Schritte hallten, als wäre der Gang leer. „Aber du findest es heraus.“

Lira folgte, die Worte in den Wänden flüsterten, als würden sie sie anstoßen, weiterzugehen. Du suchst etwas. Du suchst etwas, das dich umbringen wird.

Sie riss den Blick los. „Hör auf.“

„Was?“ Mira blieb stehen, als hätte sie etwas gehört, das Lira nicht hörte.

„Die Worte. In den Wänden.“

Mira lächelte, aber es war kein freundliches Lächeln. „Die Worte sind hier. Immer.“

Lira atmete tief ein. Die Luft war stickig, als würde der Gang sie umschließen. Sie wollte fragen, was sie dort unten finden würde. Aber sie wusste es schon.

Die Sammlung.

Und sie wusste auch, dass es zu spät war, um nicht weiterzugehen.

„Zeig mir, wo es langgeht“, sagte sie.

Mira drehte sich um, ihr Gesicht im Dunkeln kaum zu erkennen. „Hier.“

Ihre Hand berührte die Wand, und Lira spürte, wie sich etwas in ihr bewegte – als würde sie sich öffnen, gegen ihren Willen.

Der Gang vor ihnen wurde heller.


Die Wände waren bedeckt mit Schrift, nicht nur in einer Sprache, sondern in Sprachen – schmale, schmale Spalten, als hätte jemand sie mit einem Messer in den Beton geritzt. Mira strich mit den Fingerspitzen darüber, als würde sie die Buchstaben nachfühlen.

„Das ist kein Archiv“, sagte sie. „Das ist eine Kartographie.“

Lira beugte sich näher. Die Zeichen waren nicht willkürlich. Sie bildeten Muster, als würden sie etwas darstellen – Flüsse, vielleicht, oder Straßen, oder eine Stadt, die nicht mehr existierte. Sie berührte eine der Spalten. Die Oberfläche war warm, als würde die Schrift unter ihren Fingern pulsieren.

„Was ist das?“

„Die alten Sprachen“, sagte Mira. „Die, die man vergessen hat. Aber nicht wirklich.“

Lira zog die Hand zurück, als hätte sie sich verbrannt. „Das kann nicht sein. Die sind alle verloren.“

Mira lachte leise. „Natürlich sind sie das. Für die Regierung. Aber hier… hier atmen sie noch.“

Sie trat weiter, und Lira folgte, ihre Schritte hallten in dem engen Gang. Plötzlich blieb Mira stehen. Vor ihnen öffnete sich eine Nische, tief in den Beton eingelassen, und darin stand ein Regal – nicht aus Holz, sondern aus Metall, rostig, aber stabil. Auf den Regalen lagen Bücher, nicht in Ledereinbänden, sondern in einer Art Kunststoff, der sich wie Haut anfühlte, wenn man ihn berührte.

„Die Sammlung“, flüsterte Lira.

Mira nickte. „Die, die man nicht finden wollte.“

Lira griff nach einem der Bücher. Die Seiten waren nicht aus Papier, sondern aus etwas, das wie Pergament aussah, aber glatter, als wäre es nie gealtert. Die Schrift war fremd, aber Lira konnte sie lesen, als würde ihr Verstand sie übersetzen, bevor ihr Bewusstsein es registrierte.

„Bevor die Stadt vergisst, gedächtnis.“

Sie riss die Hand zurück, als hätte sie sich geschnitten. „Das… das kann nicht sein.“

„Es ist so“, sagte Mira. „Und es ist gefährlich.“

Lira blätterte vorsichtig. Die Seiten waren dünn, fast durchscheinend, und die Schrift veränderte sich mit jeder Seite – mal klar, mal verschwommen, als würde sie sich auflösen. Sie spürte ein Ziehen in ihrer Brust, als würde etwas in ihr aufsteigen, etwas, das sie nicht zurückhalten konnte.

„Was ist das für eine Sprache?“

„Keine Sprache“, sagte Mira. „Eine Erinnerung. Die Sprache, in der die Stadt sich selbst erzählt.“

Lira schloss die Augen. Die Worte schwebten vor ihrem inneren Blick, klarer als alles, was sie je gesehen hatte. Sie wusste sie, ohne zu wissen, woher. Es war, als würde ihr Unterbewusstsein sie ausspucken, Wort für Wort, Satz für Satz.

„Bevor die Stadt vergisst, gedächtnis.“

Sie öffnete die Augen. Mira beobachtete sie, ihr Gesicht unleserlich. „Du verstehst sie.“

Lira nickte langsam. „Aber ich weiß nicht, was es bedeutet.“

„Doch“, sagte Mira. „Du weißt es. Du erinnerst dich.“

Lira spürte, wie etwas in ihr aufbrach – nicht Schmerz, nicht Angst, sondern etwas, das sich wie Erlösung anfühlte. Sie griff nach dem nächsten Buch, ihre Hände zitterten leicht. Die Worte strömten heraus, als würden sie warten, endlich gehört zu werden.

Und dann, plötzlich, hörte sie es – ein Flüstern, nicht in ihren Ohren, sondern in ihr, als würde etwas, das tief in ihr versteckt war, endlich nach oben kommen.

„Du suchst etwas. Du suchst etwas, das du schon gefunden hast.“

Lira erstarrte. „Was…“

Mira legte eine Hand auf ihre Schulter. „Sag es nicht laut. Nicht hier.“

Lira atmete tief ein. Die Worte in den Büchern waren nicht nur Schrift. Sie waren lebendig. Sie waren ihre Worte. Und sie wussten mehr über sie, als sie selbst wusste.

„Was passiert, wenn ich das laut sage?“, fragte sie, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern.

Mira lächelte, aber es war kein freundliches Lächeln. „Dann findest du heraus, warum die Stadt dich sucht.“

Lira spürte, wie sich etwas in ihr bewegte – etwas, das sie nicht kontrollieren konnte, etwas, das sie schon lange gesucht hatte, ohne es zu wissen.

Und dann, ohne ein Wort, drehte sie sich um und trat tiefer in die Nische. Die Bücher warteten. Die Worte warteten.

Und Lira wusste, dass sie nicht zurückgehen konnte.


Kapitel 4 – Szene 1 (Fortsetzung)

Die Tür zum Archiv standalone schloss sich hinter Lira mit einem leisen Klick, der nicht zu den alten Wänden passte. Kein Staub. Kein Geräusch. Nur das Summen der Beleuchtung, die sich automatisch an die Dunkelheit anpasste.

Sie stand zwischen den Regalen, die wie Knochen in den Beton eingelassen waren, und spürte, wie sich die Luft in ihrer Lunge anfühlte – schwerer, als sollte sie nicht zu viel atmen. Die Bücher auf den Regalen waren nicht alphabetisch sortiert. Sie standen in Mustern, als wären sie nach etwas anderem ausgerichtet, das sie nicht sehen konnte.

Nach Erinnerungen.

Lira berührte das erste Buch. Es war warm.

Die Seiten glitten unter ihren Fingern, als wären sie aus etwas Lebendigem. Die Schrift darauf war kein Deutsch. Keine Sprache, die sie kannte. Und doch – als sie die Hand hob, um die erste Zeile zu lesen, stellte sie fest, dass sie es konnte. Die Worte formten sich in ihrem Kopf, bevor sie sie aussprach.

„Bevor die Stadt vergisst, gedächtnis.“

Sie zuckte zusammen.

„Gedächtnis.“

Das war es. Nicht erinnere dich. Nicht denk daran. Gedächtnis. Als wäre die Stadt kein Ort, sondern etwas, das atmet – und das Atmen aufhören wollte.

Lira blätterte weiter. Die Seiten waren dünn, fast durchscheinend, und die Tinte verschwand manchmal, als würde sie von etwas nicht Sichtbarem weggespült. Sie spürte ein Ziehen in der Brust, nicht wie Schmerz, sondern wie – wie Erwartung.

„Die Archivarin der verlorenen Sprachen.“

Die Stimme kam nicht von außen. Sie war in ihrem Kopf, aber sie gehörte nicht ihr. Nicht wie die andere Stimme, die sie in der Bibliothek gehört hatte. Die war ein Flüstern gewesen, das sie nicht hätte ignorieren können. Die Stimme hier war präzise. Kalt.

Lira spürte, wie sich ihre Pupillen weitet.

„Du suchst etwas, das du schon gefunden hast.“

Ihre Finger erstarrten über der Seite. Sie atmete nicht. Die Luft in der Nische war still, als hätte die Stadt den Atem angehalten.

„Wer bist du?“

Die Stimme blieb. Keine Antwort. Kein Echo. Nur die Gewissheit, dass sie wusste, wer sie war – und dass sie es nicht war.

Lira schloss die Augen. Die Buchstaben schwebten hinter ihren Lidern, klarer als alles, was sie je gelesen hatte. Sie erinnerte sich. Nicht an das Buch. Nicht an die Worte. An sich selbst.

An eine Zeit, in der sie noch gesprochen hatte.

„Die Sammlung ist nicht hier.“

Die Stimme war wieder da. Nicht Flüstern. Ein Command.

Lira öffnete die Augen. Die Worte auf der Seite waren verschwommen, als hätte sie sie nie gelesen. Oder als hätte jemand die Seite gelöscht, während sie nicht hinsah.

„Wo ist sie dann?“

„Dort, wo die Sprache noch spricht.“

Lira spürte, wie sich etwas in ihr verschob. Etwas, das sie lange gesucht hatte, ohne zu wissen, dass sie es verloren hatte.

Sie griff nach dem nächsten Buch. Ihre Hände zitterten.

Die Worte strömten heraus, als würden sie nur darauf warten, endlich gehört zu werden. Und dann – plötzlich – hörte sie es.

„Du suchst etwas.“

Nicht aus dem Buch. Nicht aus ihrem Kopf.

„Du suchst etwas, das du schon gefunden hast.“

Ihre Hand erstarrte über der Seite. Die Tinte zitterte, als würde sie sich entscheiden, ob sie bleiben oder verschwinden sollte.

„Wer bist du?“

Die Stimme kam von überall. Und von nirgends.

Lira spürte, wie sich etwas in ihr bewegte. Etwas, das sie nicht kontrollieren konnte. Etwas, das sie schon lange gesucht hatte.

Und dann, ohne ein Wort, drehte sie sich um.

Die Tür war immer noch geschlossen.

Aber die Luft in der Nische war nicht mehr dieselbe.

„Sie kommt.“

Die Stimme war leise. Bedrohlich.

Lira wusste, dass sie nicht mehr zurückgehen konnte.

Und dass die Stadt sie schon gefunden hatte, bevor sie jemals gesucht hatte.

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