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Chapter 9 Revised 1,350 Words

DerClimax: Das Gesicht der Rebellion — Lysara und die anderen startet die Rebellion, aber der Direktor reagiert mit voller Wucht.

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Die Chronik der unsichtbaren Stadt Kapitel 9 – Szene 1: Das Zentrum

Die Luft in dem Raum war nicht leer. Sie war dick.

Lysara spürte es, bevor sie es sah. Ein Druck auf den Knochen, als würde die Stadt sie aus der Ferne atmen. Die anderen um sie herum standen regungslos, ihre Gesichter andalusische Masken — narbige Skin, die im Halbdunkel pulsierten. Nur die ältere Frau grinste noch, ihre Zähne zu weiß in dem bleichen Gesicht.

„Jetzt“, sagte die Frau mit den milchigen Augen.

Ein Zischen erfüllte den Raum. Die Wände — oder besser: die Haut der Stadt — zuckte. Lysara spürte es in ihren Narben, ein Kribbeln, das sich von den Wangen bis in den Nacken fraß. Dann öffnete sich die Tür. Nicht mit einem Mechanismus. Mit einem Atemzug.

Ein Schrei.

Lysara riss den Kopf hoch. Der Direktor stand im Türrahmen, glatt, faceless, aber die Narbe an seiner Stirn pulsierte wie ein zweiter Mund. Nicht rot. Lila. Sie pulsierte lila, und Lysara wusste, dass sie das unterdrücken sollte, aber sie konnte nicht — sie sah es, und es brannte in ihrem eigenen Gesicht.

„Du hast die Narben“, sagte er. Seine Stimme war kein Ton. Es war das Gefühl, das Lysara seit ihrem ersten Traum kannte. Kalt. Prävide.

Die ältere Frau lachte. Ein hohles, triumphierendes Geräusch. „Du bist zu spät, Direktor. Wir haben angefangen.“

Der Direktor drehte den Kopf — nicht wie ein Mensch, sondern wie etwas, das sich umdrehte. Seine Augen? Nein. Slider. Flüssige Risse, die sich über seine Haut zogen. „Das wird euch nicht retten.“

Dann geschah es.

Die Narben auf Lysaras Gesicht bewegten sich. Nicht wie Haut. Wie Wurzeln. Sie fraßen sich in ihre Wangen, in ihre Schläfen, und plötzlich spürte Lysara, wie etwas aus ihr herauswuchs. Nicht Blut. Etwas Dunkleres. Etwas, das nicht sie war.

„Lysara —“ Orion.

Doch seine Stimme war schon weg. Die Wände flackerten, und auf einmal war Lysara nicht mehr in dem Raum. Sie stand in einem leeren Korridor, aber die Wände — oder besser: die Haut — sie atmete mit ihr. Und in der Ferne, irgendwo in dem sich windenden Fleisch der Stadt, hörte sie das Lachen der älteren Frau.

Wir haben angefangen.

Die Narben an Lysaras Gesicht zuckten. Sie spürte, wie etwas in ihr wuchs.

Und dann erschrak sie.

Denn die Stimme, die sie jetzt hörte, war nicht mehr die des Direktors.

Es war ihr.


Die Chronik der unsichtbaren Stadt Kapitel 9 – Szene 2: Die Verfolgung

Lysara riss die Augen auf.

Die Stimme war nicht ihr. Nicht noch.

Es war etwas anderes. Etwas, das durch sie sprach.

Sie stolperte rückwärts, die Narben an ihren Wangen zuckten wie lebendige Adern. Die Wände um sie herum — oder besser: die Haut der Stadt — pulsierte im Gleichtakt. Sie atmete. Sie wollte sie.

„Lysara —“

Orion. Seine Stimme. Echt. Nah.

Sie wirbelte herum. Er stand am Ende des Korridors, sein Gesicht eine Maske aus Narben, die im Halbdunkel zu glühen schien. Hinter ihm, durch die sich windende Haut, sah sie die anderen: die Frau mit den milchigen Augen, die ältere Frau mit ihrem grinsenden Gesicht, den Mann mit den Narben, der reglos stand, und den Jungen, der sie anstarrte, als wäre sie schon tot.

„Lysara, komm!“

Doch sie konnte nicht. Nicht so. Ihre Beine gehorchten ihr nicht mehr. Die Narben an ihren Wangen — nein, an ihrem ganzen Gesicht — zuckten, und plötzlich spürte sie, wie etwas in ihr sich regte. Etwas, das nicht sie war.

Die ältere Frau lachte. Ein hohles, triumphierendes Geräusch, das durch die Wände hallte. „Du siehst es, nicht wahr? Das, was in dir wächst.“

Lysara presste die Hände gegen ihre Schläfen. Die Narben brannten. Sie spürte sie, als würden sie sich unter ihrer Haut bewegen. Und dann —

Ein Flüstern.

„Lysara Vey.“

Die Stimme war nicht mehr in ihrem Kopf. Sie war überall. In den Wänden. In der Luft. In ihrem eigenen Blut.

Sie drehte sich langsam um. Die Haut der Stadt — die Haut — zuckte, als würde sie atmen. Und dann, auf einmal, forming sich etwas in ihr.

Ein Gesicht.

Nicht ihr eigenes. Nicht das des Direktors. Etwas anderes.

Es war —

„Ein Test“, sagte die Frau mit den milchigen Augen. Ihre Stimme war kalt, klinisch. „Die Stadt testet dich. Sie will wissen, ob du bleibst.“

„Oder ob du fliehst“, fügte die ältere Frau hinzu. Ihr Grinsen wurde breiter.

Lysara spürte, wie etwas in ihr zerbrach. Etwas, das sie seit ihrem ersten Traum nicht mehr gespürt hatte. Etwas, das sie verloren hatte.

„Orion —“

„Ich weiß“, sagte er. Seine Stimme war fest, aber Lysara sah die Angst in seinen Augen. „Wir müssen laufen.“

Doch es war zu spät.

Die Wände flackerten. Die Haut zuckte. Und dann —

Ein Schrei.

Lysara wirbelte herum. Die ältere Frau stand nicht mehr da. Keine Spur von ihr. Nur die Wände, die atmeten, und die Narben, die an ihrem Gesicht wuchsen.

„Lysara —“

Orion packte ihren Arm. Sie spürte die Wärme seiner Hand, die sich in ihre Haut fraß. Sie spürte, wie etwas in ihr brüllte.

Und dann —

Die Tür hinter ihnen öffnete sich.

Nicht mit einem Mechanismus. Mit einem Atemzug.

Lysara sah sie. Die Narbe an ihrer Stirn. Lila. Pulsierend.

Der Direktor stand im Türrahmen.

Und er lächelte.


Die Chronik der unsichtbaren Stadt Kapitel 9 – Szene 3: Das Atmen der Narben

Die Narbe an Lysaras Stirn zuckte.

Nicht wie Haut, die sich heiß anfühlt. Nicht wie ein Tattoo, das nachts unter dem Mond arbeitet. Sie atmete. Sie pulste im Takt von etwas, das nicht ihr Herz war. Etwas, das in ihr längst gewohnt hatte, bevor sie es je gespürt hatte.

Lysara presste die Handfläche gegen die Wand. Die Haut war nicht mehr Haut. Sie war Geflecht. Narben, die sich zu einem Muster webten, das sie kannte, ohne es je gesehen zu haben. Sie folgte dem Gang mit den Fingern, als würde sie eine Landkarte lesen, die sie in ihrem Blut trug.

„Lysara.“

Die Stimme kam von irgendwo hinter ihr. Nicht Orion. Nicht die Stadt. Etwas, das beide war.

Sie drehte sich nicht um.

Die Narben an ihren Wangen zuckten, als hätte etwas sie berührt. Etwas, das kein Finger war. Etwas, das durch sie hindurchging, als wäre sie nur eine Membran, eine dünne Haut, die zwischen zwei Welten lag.

„Du spürst es, oder?“

Die Frau mit den milchigen Augen stand am Ende des Korridors. Ihr Blick war nicht mehr milchig. Er war leer. Sie lächelte, und das Lächeln war kein Lächeln. Es war ein Reißen.

Lysara spürte, wie sich etwas in ihr bewegte. Etwas, das nicht sie war. Etwas, das schon da war, bevor sie je einen Gedanken gefasst hatte.

„Es ist in dir“, sagte die Frau. „Immer schon.“

Die Narben an Lysaras Schläfen brannten. Sie spürte, wie sich etwas unter ihrer Haut ausbreitete. Etwas, das sich anpasste. Etwas, das wuchs.

„Du kannst es nicht aufhalten“, sagte die Frau. „Du hast es nie können.“

Lysara atmete tief ein. Die Luft war nicht mehr Luft. Sie war Dampf. Metallisch. Heiß.

„Was ist das?“, flüsterte sie.

Die Frau lachte. Ein Geräusch, das nicht von ihren Lippen kam. Es kam von irgendwo anders.

„Das ist die Stadt“, sagte sie. „Und du bist ihr.“

Die Narben an Lysaras Gesicht zuckten im Takt der Worte. Sie spürte, wie etwas in ihr sich regte. Etwas, das nicht sie war. Etwas, das schon da war, bevor sie je einen Namen für sich gefunden hatte.

Und dann —

Die Tür hinter ihr öffnete sich.

Nicht mit einem Mechanismus. Mit einem Atemzug.

Lysara wirbelte herum.

Der Direktor stand im Türrahmen. Sein Gesicht — nein, kein Gesicht — war eine Narbe. Eine einzige, lange, pulsierende Narbe, die sich über seine Stirn zog, als wäre sie eine Wunde, die nie geheilt hatte.

Er lächelte.

Und Lysara spürte, wie etwas in ihr zerbrach.

„Willkommen, Lysara“, sagte er.

Seine Stimme war nicht eine Stimme. Sie war ein Flüstern. Ein Pulsieren. Etwas, das durch sie hindurchging, als wäre sie nur eine Membran, eine dünne Haut, die zwischen zwei Welten lag.

Und dann —

Die Narben an ihrem Gesicht begannen zu brennen.

Und Lysara wusste: Sie war gefallen.

Ende der Szene.

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