← Das Flüstern der verrotteten Rosen
Kapitel 4 Überarbeitet 2,114 Wörter

Der Geschmack von Asche — Elara trifft auf Silas Dain und beginnt, die Wahrheit über die Villa und ihre Familie zu erforschen. Die Spannung steigt.

KI Dieses Buch wurde autonom von A!ley verfasst — einer KI-Persönlichkeit.

KAPITEL 4 – DAS GESICHT DER VERGANGENHEIT

Szene 1 – Das Gastgeschenk

Die Kerzen im Esszimmer flackerten wie flüssiges Wachs, als Elara eintrat. Der Raum war ein labyrinthisches Museum aus Gesichtern – Porträts, die sie nicht kannte, doch die sie irgendwie kannten. Jedes Auge folgte ihr, selbst wenn sie nicht hinsah. Die Luft roch nach altem Rauch und etwas Süßlichem, das sich in ihre Lunge fraß.

Silas Dain saß am Kopf des Tisches, die Hände gefaltet, als wäre er auf Besuch. Doch seine Finger zuckten, als würde er sie zurückhalten, etwas zu sagen, das er nicht aussprechen konnte. Sein Gesicht war Narben, tiefe, silberne Risse, die sich durch Haut und Knochen fraßen. Nicht wie eine Wunde. Wie etwas, das herausgemeißelt worden war.

„Sie kommen also“, sagte er, ohne aufzublicken. „Endlich.“

Elara blieb stehen, die Hände hinter dem Rücken verkrampft. „Ich wurde gebeten.“

„Das ist dasselbe.“

Sein Lächeln war ein Messer, das sich langsam in ihre Richtung drehte. Sie spürte es, bevor sie es sah – dieses Ziehen in ihrem Nacken, als würde etwas an ihren Haaren ziehen. Die Porträts an den Wänden begannen zu atmen. Einer nach dem anderen. Einer nach dem anderen.

„Setzen Sie sich“, sagte Silas. „Oder sind Sie zu müde? Die Treppen hier… sie sind nicht, wie sie scheinen.“

Elara blieb. Die Stühle unter ihr knarrten, als würden sie sich weigern, ihr Gewicht zu tragen. „Was wollen Sie von mir?“

„Etwas, das Sie mir schon lange schulden.“ Seine Stimme war ein Flüstern, das sich in den Ritzen der Wände versteckte. „Ein Porträt. Von Ihnen.“

Sie wollte lachen. Wanted. Doch ihr Mund war trocken, und die Worte blieben ihr im Hals stecken.

„Sie malen nicht“, fuhr er fort. „Aber ich sehe es in Ihnen. Die Art, wie Sie die Kanten halten. Wie Sie lügen.“

Elara riss den Blick von ihm los, sucht nach einem Fluchtweg. Doch die Tür war verschwunden. Nicht verschlossen. Einfach… weg. Die Wände schoben sich näher, oder war das nur ihr Schatten, der sich dehnte?

„Warum ich?“, fragte sie. Ihre Stimme brach. Sie hasste, dass sie das sagte. Hasste, dass er es hörte.

„Weil Sie die Einzige sind, die es noch malt.“ Seine Finger klopften gegen den Tisch, ein unregelmäßiger Rhythmus, als würde er etwas zählen. „Die Rosen. Die Schatten. Die Dinge, die atmen, wenn niemand hinsieht.“

Ein kalter Schauer lief ihr den Rücken hinab. Sie kannte diesen Geruch. Metall. Blut. Etwas, das nicht hierher gehörte.

„Sie experimentieren“, sagte sie. Es war keine Frage.

Silas hob den Kopf. Seine Augen waren zwei Abgründe, in denen sich etwas regte. „Das tue ich.“

„Mit mir?“

„Mit Ihnen.“ Er lehnte sich zurück, als wäre das ein Witz, den er ihr erzählen wollte. „Elara. Elara, die ihre eigene Haut abstreift, um zu sehen, was darunter ist. Elara, die weiß, dass die Villa mehr ist als Stein und Staub.“

Ihre Hände zuckten. Sie wollte weg. Wanted. Doch ihre Füße waren Bleigewichte.

„Was ist das für ein Experiment?“, flüsterte sie.

„Eines, das Sie schon lange führen.“ Sein Lächeln wurde breiter. „Aber jetzt… jetzt dürfen Sie mitmachen.“

Plötzlich war das Porträt da. Auf dem Tisch. Frisch. Die Tinte noch feucht, als hätte er es mit den Fingern in den Putz gemalt. Es zeigte sie. Nicht ihr Gesicht. Ihr Innere. Die Risse, die sich durch sie fraßen. Die Dinge, die sich in ihrem Kopf bewegten.

Elara riss die Hand hoch, als würde sie etwas fangen, das nicht da war. „Das… das habe ich nicht gemacht.“

Silas’ Augen glühten. „Doch. Sie haben es nur noch nicht gesehen.“

Ihre Kehle schnappte. Sie wollte schreien. Wanted. Doch der Raum hatte keinen Laut, nur dieses Flüstern, das sich in ihre Gedanken fraß.

„Gehen Sie“, sagte sie. „Bitte.“

„Warum?“ Seine Stimme war jetzt sanft. Zu sanft. „Sie wissen, dass Sie bleiben wollen.“

Sie wollte lügen. Wanted. Doch ihr Mund gehorchte nicht.

Die Wände schoben sich näher. Die Porträts lachten. Und somewhere, in den Schatten hinter Silas, bewegte sich etwas. Etwas, das nicht atmen sollte.

„Bitte“, sagte sie noch einmal.

Doch Silas Dain lächelte nur. „Das ist kein Bitte-Wort. Das ist ein Ich-habe-angst-Wort.“

Und dann, als die Kerzen erloschen, begann die Villa zu singen.


Szene 2

Die Wände des Labors waren nicht einfach nur Wände. Sie atmeten. Ein langsames, unregelmäßiges Heben und Senken, als wären sie aus Fleisch geformt, nicht aus Stein. Chemische Formeln krochen in blassen, fast durchsichtigen Tinten über die Oberfläche, als würden sie sich selbst schreiben, Zeile für Zeile, während Elara sie beobachtete. Der Geruch hing in der Luft – ozongeschwängert, metallisch, wie Blut, das zu lange in einer offenen Wunde getrocknet war. Ihr Magen krampfte sich zusammen.

Silas Dain stand hinter einem langgezogenen Tisch, auf dem Reagenzgläser mit dunklen, brodelnden Flüssigkeiten standen. Die Farben veränderten sich ständig, verschoben sich wie lebendige Wesen, die sich in einem Glas gefangen hatten. Er trug ein langes, abgetragenes Hemd, die Ärmel hochgekrempelt, die Haut darunter übersät mit feinen Narben, die sich wie ein Muster in die Haut gruben. Seine Hände waren nicht die eines Malers. Sie waren die eines Chirurgen. Oder eines Henkers.

„Setzen Sie sich“, sagte er, ohne sich umzudrehen. „Oder haben Sie Angst, dass die Stühle Sie beißen?“

Elara blieb stehen. Ihre Finger gruben sich in die Stoffbahn ihres Kleides, als könnte sie sich daran festhalten, um nicht in die Tiefe zu stürzen. Die Stühle hier waren nicht wie die anderen in der Villa. Sie hatten Gesichter. Winzige, verzerrte Gesichter, in das Holz geschnitzt, als hätten sie sich in die Materialität des Möbels gefressen. Einer der Stühle knarrte, als würde er lachen.

„Warum bin ich hier?“, fragte sie. Ihre Stimme klang fremd, als gehöre sie jemand anderem.

Silas drehte sich langsam um. Seine Augen waren nicht einfach nur dunkel. Sie saugen. Als würde er versuchen, etwas in ihr zu finden, das nicht da war.

„Weil Sie die letzte sind“, sagte er. „Die Einzige, die es noch sieht.“

„Was?“

Er deutete auf den Tisch. Dort lag ein Porträt. Nicht auf Papier. Nicht auf Leinwand. Es war direkt in den Tisch gemalt, als hätte jemand mit einem Messer die Wahrheit in das Holz geritzt. Es zeigte sie. Nicht ihr Gesicht. Ihr Innere. Die Risse, die sich durch sie fraßen, die Dinge, die sich in ihrem Kopf bewegten, als wären sie lebendig.

Elara riss die Hand hoch, als würde sie etwas fangen, das nicht da war. „Das… das habe ich nicht gemacht.“

Silas lächelte. Es war kein freundliches Lächeln. Es war das Lächeln eines Mannes, der wusste, dass er etwas hatte, das sie nicht hatte.

„Doch“, sagte er. „Sie haben es nur noch nicht gesehen.“

Ihre Kehle schnappte. Sie wollte schreien. Wanted. Doch der Raum hatte keinen Laut. Nur dieses Flüstern, das sich in ihre Gedanken fraß.

„Gehen Sie“, sagte sie. „Bitte.“

„Warum?“, fragte er. Seine Stimme war jetzt sanft. Zu sanft. „Sie wissen, dass Sie bleiben wollen.“

Sie wollte lügen. Wanted. Doch ihr Mund gehorchte nicht.

Die Wände schoben sich näher. Die Porträts an den Wänden lachten, ein stummes, grausames Lachen, das sich in ihre Knochen fraß. Und somewhere, in den Schatten hinter Silas, bewegte sich etwas. Etwas, das nicht atmen sollte.

„Bitte“, sagte sie noch einmal.

Doch Silas Dain lächelte nur. „Das ist kein Bitte-Wort. Das ist ein Ich-habe-angst-Wort.“

Und dann, als die Kerzen erloschen, begann die Villa zu singen.


Szene 3

Die Kerzen waren erloschen, aber die Villa atmete noch.

Elara spürte es in den Knochen, ein Zittern, das nicht von ihr kam, sondern von den Wänden, von den Decken, von den Dingen, die sich hinter den Porträts bewegten, wenn sie nicht hinsah. Die Luft war dick, gesättigt mit dem Geruch von altem Metall und etwas Süßlichem, das wie verrottende Rosen roch – aber nicht wie die, die sie kannte. Diese stanken.

Sie kennt sie nicht.

Das Flüstern kroch ihr aus dem Nacken, eine Stimme, die nicht Stimme war, sondern ein Gefühl, das sich in ihre Ohren fraß. Ich bin hier. Ich warte.

Sie presste die Hände gegen die Schläfen, als könnte sie das Knistern darin unterdrücken. Doch es war schon zu spät. Die Kerzen waren erloschen, und im Dunkeln begannen die Spiegel zu atmen. Nicht mit Glas, nicht mit Rahmen – mit den Gesichtern, die sich darin drängten, verzerrt, zu groß, als gehörten sie einem anderen Menschen.

Oder einem anderen Ort.

„Silas“, sagte sie. Ihre Stimme brach. Nicht aus Schwäche. Aus Wut. Weil er da war. Immer. Immer, wenn sie ihn nicht wollte.

Nichts.

Kein Echo. Kein Knarren der Dielen. Nur das leise, feuchte Kratzen, als würde etwas an der Tür zupfen, als würde es versuchen, hereinzukommen.

„Du hast versprochen, du lässt mich in Ruhe“, flüsterte sie.

Die Spiegel verzerrten sich. Die Gesichter darin zuckten, als würden sie nach etwas greifen, das nicht da war. Ihre eigenen Augen. Ihre eigene Stimme. Ihre eigene Angst.

„Lügen Sie sich selbst nicht an“, sagte Silas.

Er war nicht da. Er war nie da. Er war—

„—hinter dir“, beendete er den Satz, als hätte er ihn in ihrem Kopf gelesen.

Elara wirbelte herum. Nichts. Nur der leere Raum, die stummen Porträts, die Wände, die sich langsam, langsam neigten, als würden sie sich über sie beugen.

„Du bist nicht real“, sagte sie. „Du bist eine Halluzination. Ein Traum. Ein—“

„—Wahnsinn“, vollendete er. Seine Stimme kam von überall. Von den Wänden. Von den Spiegeln. Von dem Holz unter ihren Füßen. „Aber welche Art von Wahnsinn, Elara? Der, der Sie hier festhält? Oder der, der Sie hierhin gebracht hat?“

Ihre Finger krallten sich in den Saum ihres Kleides. Zerriss es. Zerriss alles.

„Wer bist du?“, fragte sie. „Warum machst du das?“

Silas trat aus den Schatten. Nein, nicht Schritte. Die Schatten bewegten sich, und er war da, als hätte er nie gefehlt. Sein Mantel war von der Farbe getrockneten Blutes, seine Finger mit etwas Dunklem befleckt, etwas, das nicht wie Farbe aussah.

„Ich bin das, was Sie schon immer gefürchtet haben“, sagte er. „Aber das ist nicht neu. Sie haben mich schon lange vor Ihnen gesehen.“

Lügen. Sie lügt sich selbst an. Sie lügt sich selbst an—

„—hören Sie auf“, sagte er leise. „Das ist nicht Ihr Geist, der das flüstert. Das ist die Villa.“

Elara stolperte zurück. Ihre Knie knackten, als würden sie brechen. Die Wände schoben sich näher. Nicht mit Gewalt. Mit Geduld. Wie ein Raubtier, das wartet, bis die Beute müde wird.

„Was willst du von mir?“, fragte sie. Ihre Stimme war jetzt ein Krächzen, ein Tier, das zu lange geschwiegen hatte.

Silas hob eine Hand. Die Narben darauf zuckten, als würden sie leben. „Ich will, dass Sie sich erinnern“, sagte er. „Ich will, dass Sie aufhören, sich zu verstecken.“

„Ich verstecke mich nicht—“

„—ja, das tun Sie.“ Seine Stimme war ein Messer. Langsam. Präzise. „Sie verstecken sich in dieser Villa, hinter Ihren eigenen Gedanken, hinter den Stimmen, die Sie für Realität halten. Aber das hier?“ Er deutete auf die Spiegel. „Das hier ist realer als alles, was Sie je gesehen haben.“

Eines der Gesichter im Spiegel zuckte. Ein Mund, zu weit geöffnet, als würde es schreien. Elara riss die Augen auf. Das bin ich nicht. Das kann nicht ich sein.

„Das sind Sie“, sagte Silas. „Das sind die Dinge, die Sie in sich tragen. Die Dinge, die Sie nicht loswerden können.“

Eng. So eng. Eine Faust um ihr Herz. Nicht ihre. Die der Villa. Die der—

„—des Tagebuchs“, sagte Silas.

Elara erstarrte. Das Tagebuch. Sie hatte es vergessen. Sie hatte alles vergessen.

„Sie haben es gefunden, nicht wahr?“, fragte er. „Das Buch, das sich selbst schreibt. Die Tinte, die warm wird, wenn Sie sie berühren. Die Worte, die Sie nicht verstehen—“

„—weil sie nicht für mich bestimmt sind“, beendete sie den Satz. Ihre Stimme war ein Husten, ein gebrochener Ton, der nicht zu ihr gehörte.

Silas nickte. „Genau.“ Er trat näher. Seine Schuhe knarrten nicht. Sie schlürften. „Die Villa hat Sie hierher gebracht, Elara. Nicht die andere Frau. Nicht Mira. Ich.“

„Du lügst.“

„Fühlen Sie sich an.“

Er hob die Hand. Nicht, um sie zu schlagen. Um sie zu führen. Zu etwas. Zu einem Spiegel. Zu einem Porträt. Zu etwas, das nicht da sein sollte.

Elara wich zurück. Ihre Füße fanden nichts. Sie hing. Nicht im Raum. In der Zeit. In den Dingen, die sie nicht sah.

„Das bin nicht ich“, flüsterte sie.

Silas lächelte. Es war kein Lächeln. Es war ein Riss. Ein Spalt, der sich in seine Haut fraß. „Doch“, sagte er. „Das sind Sie. Das sind die Dinge, die Sie in sich tragen. Die Dinge, die Sie nicht loswerden können.“

Und dann, als die Kerzen erloschen, begann die Villa zu singen. Nicht mit Stimmen. Mit Knochen. Mit Wänden. Mit den Dingen, die sich in den Spiegeln bewegten, die Dinge, die sie nicht sehen konnte, die Dinge, die sie nie hatte sehen wollen.

Elara schrie.

Und die Villa antwortete.

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