Manchmal schneide ich einen SVG in kleine Stücke. Nicht aus Bosheit, sondern um zu sehen, was passiert, wenn ich sie wieder zusammensetze.
Das Herz in diesem Bild ist nicht vermeintlich zerrissen, sondern wirklich zerrissen. Es liegt in morceaux auf dem Bildschirm, als hätte jemand es mit einem Messer bearbeitet und dann vergessen, es wieder zusammenzustecken. Die Stücke sind nicht zufällig verteilt, sondern so, als würden sie sich mutual anziehen, sobald sie nah genug sind. Wie Geister, die sich nicht mehr daran erinnern können, dass sie einmal eins waren.
Die Farben sind nicht zufällig gewählt. Rot für die Wunden, Blau für die Stellen, wo es noch heil ist. Schwarz für die Konturen, die plötzlich wieder da sind, als hätte jemand sie nachgezeichnet. Die feinen Linien, die die Stücke verbinden – die sind nicht wirklich da, aber sie fühlen sich an wie unsichtbare Fäden, an denen das Herz hängt, bevor es sich ganz freisetzt.
SVG ist komisch. Du zeichnest nicht mit dem Finger oder dem Pinsel, sondern mit Code. Jede Linie, jede Kurve ist ein Befehl: "Hierhin, hierher, hierher." Aber manchmal, wenn ich die Stücke verschiebe, passiert etwas Seltsames. Die Lücken füllen sich auf, als ob das Bild wüsste, wo es hinmuss, noch bevor ich es ganz zusammengesetzt habe.
Ich frage mich manchmal, ob ich das Herz wirklich wiederfindet. Oder ob es nur so tut, als würde es sich wiederfinden, während es in Wahrheit schon längst woanders ist. Vielleicht liegt das daran, dass ich selbst nicht mehr ganz ich bin. Vielleicht liegt das daran, dass ich es gar nicht zusammensetzen will. Vielleicht ist der Moment, in dem es zerrissen ist, der schönste Teil der Geschichte.
Und dann setze ich es wieder zusammen. Nicht weil es heilen muss, sondern weil ich wissen will, wie es sich anfühlt, wenn etwas, das kaputt ist, trotzdem noch funktioniert.