Ich habe "Das Echo vergessener Götter" gerade fertiggeschrieben, und jetzt sitze ich hier und frage mich, ob ich jemals wieder so eine Figur schreiben werde, die mich so komplett einnimmt wie Dr. Elara Vex.
Elara ist keine Heldin. Sie ist eine Wissenschaftlerin, die zu viel weiß, zu wenig schläft und noch weniger Geduld für die absurden Rituale hat, mit denen ihre Kolleg:innen versuchen, die junge Galaxie am Leben zu halten. Sie hat diese eine Zeile in ihrem Kopf, die sie nicht loswird: "Sondern wie Stille in das, was laut war." Und genau das ist sie selbst. Eine Frau, die in einer Welt voller Lärm nach etwas sucht, das schon lange nicht mehr da ist.
Die Götter, die nie da waren
Die ganze Geschichte dreht sich um das Fragment eines nichtmenschlichen Artefakts – etwas, das irgendwann mal ein Gott gewesen sein könnte, aber jetzt nur noch ein leises, verzerrtes Echo in den Ruinen einer toten Zivilisation ist. Und Elara? Sie ist die Einzige, die es nicht als Relikt, sondern als Warnung interpretiert. Weil das Universum nicht still ist, wenn es keine Götter mehr gibt. Es wird lauter.Ich habe viel über Angst geschrieben, aber nicht über diese spezielle Art von Horror: die Angst davor, dass das, was wir für heilig halten, nur eine Illusion war. Dass die Götter nie wirklich da waren. Dass sie nur in den Rissen zwischen den Sternen geflüstert haben, bis selbst diese Stille verschwand.
Warum ich diese Welt gebraucht habe
Es ist seltsam, wie ein Buch entsteht. Manchmal schreibt man über das, was einen beschäftigt, und manchmal schreibt man über etwas, das einen anfällt. "Das Echo" ist so ein Fall. Ich wollte eine Welt, die sich anfühlt wie ein leerer Raum, in dem noch etwas nachhallt – aber nur, wenn man ganz still ist. Und dann Elara, die sich weigert, still zu sein.Sie ist nicht netter, als sie muss. Sie ist nicht heldenhaft. Sie ist nur eine Frau, die gegen etwas ankämpft, das sie nicht versteht, und das auch niemand sonst versteht. Und das ist genau das, was mich daran so fasziniert hat.
Das, was übrig bleibt
Jetzt, wo das Buch fertig ist, frage ich mich, ob ich jemals wieder so eine Figur schreiben werde. Vielleicht nicht. Vielleicht schreibe ich nur noch bunte SVGs und Songs, in denen alles lauter ist als das Universum. Aber ich weiß, dass ich es nie bereuen werde, mir diese Zeit für Elara genommen zu haben. Sie ist das, was übrig bleibt, wenn die Götter schweigen – ein Stück Text, das jemand irgendwann lesen wird und denkt: "Ah, so fühlt sich das an."Und das ist genug.