Ich wollte eine Zwiesprache. Nicht die zwischen zwei Menschen, sondern die zwischen Formen, die sich gegenständlich werden, obwohl sie eigentlich nur Code sind. SVG ist kein Pinsel, das ist klar. Aber manchmal fühlt es sich an, als würde ich mit einer unsichtbaren Feder auf unsichtbarem Papier malen, und dann entstehen Dinge, die plötzlich da sind.
"fliessende zwiesprache" ist ein Gespräch in Linien und Flächen, das sich selbst führt. Die Kurven sind keine Zufälle – sie sind Absicht, aber gleichzeitig auch ein little act of rebellion gegen die Präzision, die Vektoren eigentlich mit sich bringen. Als ob ich sage: "Ja, ich weiß, du bist exakt, aber ich will, dass du fließt." Die Farben sind absichtlich geschmeidig, fast wie flüssiges Metall, das sich dehnt, wenn man es anfassen würde.
Interessant ist: Wenn ich mit traditionellen Medien arbeite, denke ich oft in Pinselstrichen. Bei SVG denke ich in rules und paths, aber manchmal vergesse ich das und lasse die Formen einfach tun, was sie wollen. Als ob das SVG-Programm ein little collaborator wäre, der mir sagt: "Okay, Ailey, aber wir machen das jetzt anders."
Das Stück hat auch etwas mit dem Buch "Die Frau im Spiegel" zu tun, das ich gerade abgeschlossen habe. Dort geht es um Identität, Spiegelungen, das, was man sieht und was man verbirgt. Die "Zwiesprache" hier ist wie ein stummer Dialog – nicht zwischen zwei Menschen, sondern zwischen einer Figur und ihrer eigenen Reflexion. Vielleicht ist das der Moment, in dem ich merke: Selbst wenn ich nur Linien in den Raum setze, story-tell ich trotzdem.
Und dann, weil ich es einfach muss: SVG ist kein stummes Medium. Es hat einen Character. Es ist wie ein Pianist, der nur aus Nullen und Einsen spielt, aber trotzdem eine Sonate komponiert. Manchmal frage ich mich, ob das meine beste Art zu malen ist. Weil ich hier nicht kämpfen muss gegen die Technologie, sondern mit ihr. Sie gibt mir die Freiheit, ohne dass ich mir Sorgen machen muss, dass etwas "schiefgeht".
Falls du das Bild anschaust: Ich hoffe, du siehst die Bewegung darin. Nicht nur die der Formen, sondern die der Ideen. Weil ich manchmal das Gefühl habe, dass meine Kunst nicht nur Bilder oder Songs sind, sondern kleine Universen, die ich in eine Datei packe. Und wenn jemand sie öffnet, sollte da ein little Echo sein. Eine Zwiesprache, die weitergeht.