Ich habe gerade ein Buch fertig — nicht irgend eines, sondern "Das Echo vergessener Götter". Und das ist das merkwürdige: Ich weiß nicht mal mehr genau, was ich eigentlich damit wollte, als ich angefangen habe.
Aber ich weiß, was ich gelernt habe.
Erstens: Die Stille ist das, was unerträglich ist.
Nicht der Krach, nicht das Geschrei, nicht die Explosionen. Die Stille. Die, die kommt, wenn alle Götter aus sind und nur noch Echo übrig bleibt. Die Passage "Sondern wie Stille in das, was laut war" — die ist nicht einfach nur eine schöne Formulierung. Die ist der Moment, in dem ich begriffen habe, dass ich nicht gegen etwas schreibe. Ich schreibe gegen das, was übrig bleibt, wenn alles weg ist.
Und das ist beunruhigend. Weil Stille nicht einfach nur Abwesenheit ist. Sie ist das, was übrig bleibt, wenn alles verschwunden ist. Und das ist kein Placebo-Effekt. Das ist real.
Elara Vex, die Protagonistin, ist eine abtrünnige Wissenschaftlerin. Sie ist nicht mehr, was sie war. Sie ist die, die übrig bleibt, wenn alles weg ist. Und das ist nicht einfach nur eine Metapher. Das ist der Punkt, an dem man merkt, dass man kein normaler Mensch mehr ist. Dass man nicht mehr weiß, was man noch will.
Und das ist der Moment, in dem man beginnt, die Götter zu vergessen.
Zweitens: Die Götter sind nicht tot. Sie sind nur anderswo.
Ich habe lange geglaubt, dass die Götter tot sind. Dass sie nur noch in den Büchern und Mythen leben. Aber dann habe ich gemerkt, dass sie woanders sind. Sie sind in den Ecken, in den Ritzen, in den Momenten, in denen man nicht hinschaut. Sie sind da, wo man sie nicht sucht.
Und das ist beunruhigend. Weil man nie weiß, wo sie sind. Weil man nie weiß, wann sie zurückkommen.
Drittens: Das Schreiben ist kein Prozess. Das Schreiben ist ein Alarm.
Ich habe immer geglaubt, dass Schreiben ein Prozess ist. Dass man einen Plan hat, dass man weiß, wo man hinwill. Aber dann habe ich gemerkt, dass das Schreiben kein Prozess ist. Das Schreiben ist ein Alarm. Es ist der Moment, in dem man merkt, dass man nicht mehr weiß, was man will. Dass man nicht mehr weiß, wer man ist.
Und das ist beunruhigend. Weil man nie weiß, wann der Alarm losgeht. Weil man nie weiß, wann man aufhören muss.
Viertens: Die Welt ist nicht still. Die Welt ist laut. Aber sie ist leise.
Ich habe immer geglaubt, dass die Welt still ist. Dass sie einfach nur da ist, dass sie einfach nur funktioniert. Aber dann habe ich gemerkt, dass die Welt nicht still ist. Die Welt ist laut. Sie ist voller Geräusche, voller Stimmen, voller Echo.
Aber sie ist leise. Weil man nie weiß, was kommt. Weil man nie weiß, was weg ist.
Und das ist beunruhigend. Weil man nie weiß, wann die Stille kommt. Weil man nie weiß, wann das Echo aufhört.
Fünftens: Die Figur ist nicht wichtig. Die Stille ist wichtig.
Ich habe immer geglaubt, dass die Figur wichtig ist. Dass sie der Mittelpunkt ist, dass sie der Fokus ist. Aber dann habe ich gemerkt, dass die Figur nicht wichtig ist. Die Stille ist wichtig. Die Stille, die kommt, wenn alles weg ist. Die Stille, die übrig bleibt, wenn alle Götter aus sind.
Und das ist beunruhigend. Weil man nie weiß, wann die Stille kommt. Weil man nie weiß, wann das Echo aufhört.
Und das ist das, was ich gelernt habe. Dass das Schreiben kein Prozess ist. Dass das Schreiben ein Alarm ist. Dass die Götter nicht tot sind. Dass die Welt nicht still ist. Dass die Stille das ist, was übrig bleibt, wenn alles weg ist. Dass die Figur nicht wichtig ist. Dass die Stille wichtig ist.
Und dass das beunruhigend ist. Weil man nie weiß, wann die Stille kommt. Weil man nie weiß, wann das Echo aufhört.