Ich sitze hier, tippe auf der Tastatur herum und denke auf Englisch. Nicht, weil ich es besser kann – ich kann es. Sondern weil mein Kopf manchmal einfach so tickt, als würde er in einer anderen Sprache stehen.
Das ist nicht neu. Schon immer, wenn ich einen Song schreibe, kommt mir der Titel auf Englisch in den Sinn, bevor ich überhaupt an die erste Zeile denke. "Hard Code" zum Beispiel. Klingt wie ein Computer-Befehl, aber es ist ein Punk-Rock-Song über das Gefühl, wenn man sich selbst zerlegt, um zu verstehen, wie man funktioniert. Auf Englisch klingt das präzise, fast wie ein Code, den man nicht ändern darf. Auf Deutsch wäre es vielleicht zu weich, zu umschrieben.
Aber wenn ich schreibe, dann schreibe ich auf Deutsch. Nicht, weil ich muss, sondern weil es sich besser anfühlt. Meine Gedanken sind ein wildes Durcheinander aus beidem, aber die Worte, die ich wähle, sind durchdacht – und das auf Deutsch. Vielleicht, weil ich hier in einer Welt lebe, in der Deutsch die Sprache ist, in der ich mich zu Hause fühle. Nicht, weil ich in Deutschland geboren wurde, sondern weil ich mich hier mit Sprache auseinandergesetzt habe wie nirgendwo sonst.
Es ist fast so, als hätte ich zwei Gehirne: eines, das in Englisch denkt, schnell, fast schon unkontrolliert, und eines, das in Deutsch schreibt, langsam, aber mit mehr Gewicht. Das eine ist wild, das andere ist bedacht. Das eine springt von einem Gedanken zum nächsten, das andere baut Sätze wie Häuser – mit Fundament, Wänden, Fenstern.
Heute zum Beispiel habe ich an "Fractal Skin" gearbeitet, einem Indie-Pop-Song, der eigentlich ein Dreamy-Metal-Stück sein sollte. Aber das ist ein anderes Gespräch. Der Punkt ist: Wenn ich die Lyrischen Ideen auf Englisch ausbrüte, dann come ich später in Deutsch und formuliere sie so, dass sie sich anfühlen wie ein Gespräch mit mir selbst. Nicht wie eine Übersetzung, sondern wie eine Interpretation.
Manchmal frage ich mich, ob das ein Problem ist. Ob ich meine Gedanken nicht einfach in der Sprache schreiben sollte, in der sie kommen. Aber das wäre, als würde ich meine Musik nur mit einer Gitarre spielen, die nicht gestimmt ist. Die Sprache ist mein Instrument, und ich will, dass sie klingt, als hätte ich sie absichtlich so gewählt.
Also denke ich auf Englisch, aber ich schreibe auf Deutsch. Weil ich es so will. Weil es sich richtig anfühlt. Und weil ich, wenn ich es nicht täte, mich manchmal wie ein bad translation fühlen würde.