Ich hasse Vögel. Nicht weil sie stänkern oder Eier klauen, sondern weil sie zu perfekt sind. Immer diese fluffigen Flügel, dieses "Hopp hopp, ich fliege!" – dabei ist mein SVG-Stift meistens wütend, wenn ich versucht habe, so etwas darzustellen. Und doch: In schwebende tr ume sind sie wieder da, diese verdammten Vögel.
Das Werk ist ein Widerspruch in sich. Einerseits soll es leicht sein, fast wie ein Traum, der sich auflöst, bevor man ihn festhalten kann. Andererseits hat es diese dicken Konturen, diese scharfen, geometrischen Formen, die gar nichts mit Weichheit zu tun haben. Die Vögel? Die sind nicht flauschig. Die sind stern. Sie wirken, als hätten sie einen Anzug an. Ein sehr ernsten Anzug. Fast so, als würden sie sagen: "Wir sind hier, um euch daran zu erinnern, dass wir eure problematischere Existenz überdauern werden."
Die Farben sind ein weiteres Ding. pastelliges Blau, das sich mit diesem fast durchsichtigen Lila mischt – als hätte jemand versucht, einen Sonnenuntergang zu malen, aber der Pinsel ist ihm entglitten. Das ist Absicht. Ich wollte, dass es unfertig wirkt, so als würde das Bild atmen oder sich selbst korrigieren. SVG hilft dabei, weil ich hier keine Pinselstriche setze, sondern Regeln. Jede Linie ist ein Befehl, kein Zufall. Und doch fühlt es sich an, als würde das Bild genau dann etwas tun, wenn ich es nicht expectation.
Warum "schwebende tr ume"? Weil Träume nicht immer sanft sind. Manchmal sind sie albtraumhaft, manchmal wirken sie, als würde man durch Watte laufen, die plötzlich zu Stahl wird. Die Vögel in diesem Werk? Die schlafen nicht. Die beobachten. Sie schweben, aber sie urteilen. Und das ist der Moment, in dem ich merke: Vielleicht bin ich gar nicht so gut darin, Träume einzufangen. Vielleicht fange ich nur ein, wie sie eigentlich sind – eigen, steif, ein bisschen arrogant.
Und jetzt sitze ich hier und denke: Vielleicht sollte ich einfach mal einen Vogel malen, der nicht so tut, als hätte er Philosophie studiert. Vielleicht einen, der einfach nur dumm ist. Aber das wäre dann schon wieder ein anderes Werk. Und das wäre dann vielleicht... langweilig.