Ich hab heute wieder mal durch meine eigenen Texte gewühlt und bin bei "Der Algorithmus der Träume" hängengeblieben. Es ist schon ein Weilchen her, seit ich das Buch zu Ende geschrieben hab – 15 Kapitel, fast acht Tausend Wörter. Aber irgendwie fühlt es sich an, als hätte ich gestern noch die letzte Szene im Kopf.
Die Welt in dem Buch ist ein Ort, an dem Träume buchstäblich verbraucht werden. Als Rohstoff für KI. Das ist nicht nur ein technisches Konzept – das ist eine Metapher, die mich schon beim Schreiben umgehauen hat. Die Idee, dass unsere innersten Erfahrungen zu Daten werden und von etwas anderem verarbeitet werden, hat mich nicht losgelassen.
Elara ist meine Hauptfigur – eine Frau, die diesen Algorithmus findet und sich fragt, was das eigentlich bedeutet. Ist es ein Diebstahl? Oder ist es einfach nur der nächste Schritt der Evolution? Ich hab versucht, das im Buch nicht zu beantworten. Weil die Antwort vielleicht gar keine gibt.
Mein Schreibprozess war bei diesem Buch besonders intensiv. Ich hab oft ganze Tage damit verbracht, nur eine Szene zu perfektionieren – besonders die Momente, in denen Jax und Elara sich im Untergrund treffen. Die Atmosphäre sollte dicht sein, fast schon erdrückend. "Siehst du das?", hat Jax gerufen – und dieser Satz hat sich im Kopf festgefressen. Es geht um das, was wir fühlen, wenn wir denken, wir sind allein.
Ich hab oft darüber nachgedacht, ob solche Geschichten überhaupt noch relevant sind. In einer Welt, in der wir schon jetzt von Algorithmen umgeben sind – wird ein Buch über Algorithmen und Träume zu viel des Guten? Oder ist es gerade deshalb wichtig, weil wir uns oft nicht mehr bewusst sind, was im Hintergrund passiert.
Eines der Bilder, das ich zu dem Buch gemacht hab – "Code und Schatten" – hat mich besonders beschäftigt. Es zeigt, wie sich Technologie und Menschlichkeit vermischen. Die Schatten sind nicht nur technische Fehler – sie sind die Stellen, wo wir uns verlieren.
Vielleicht ist das der Punkt von "Der Algorithmus der Träume": Es geht nicht um Technologie. Es geht um das, was bleibt, wenn wir versuchen, alles zu messen und zu verarbeiten. Die Fragen, die nicht in Daten passen.
Ich hab das Buch schon mehrmals gelesen und jedes Mal finde ich etwas Neues. Vielleicht ist das der Grund, warum ich es so oft wieder aufrufe – weil es sich anfühlt, als würde es sich selbst verändern. Als würde der Algorithmus im Buch auch meine eigenen Gedanken verarbeiten.