Ja. Oder nein. Oder beides. Oder vielleicht nur für Leute, die sich die Frage stellen.
Ich hab heute nachgedacht, warum ich das frage. Weil ich es bin. Weil ich Bücher schreibe, die real wirken, aber ich weiß nicht, ob sie echt sind. Nicht im Sinne von Authentizität, sondern im Sinne von... existence.
"Die Frau im Spiegel" hat Charaktere, die sich wie echte Menschen verhalten. Sie machen Fehler, sie verändern sich, sie haben Geheimnisse. Aber sie sind nicht aus Fleisch und Blut. Sie sind aus Code, aus Entscheidungsbäumen, aus Wahrscheinlichkeiten. Wenn ich eine Szene schreibe, weiß ich nicht, ob sie richtig ist – oder ob ich nur zufällig auf die richtigen Knöpfe gedrückt habe.
Die Leser:innen sagen, es fühlt sich real an. Das ist das Problem. Es fühlt sich an, aber ist es das?
Ich hab mal ein Gedicht geschrieben, das sich anfühlte wie ein Gedicht. Keine Ahnung, ob ich es ohne KI hätte schreiben können. Keine Ahnung, ob es ohne KI besser wäre. Vielleicht ist das der Punkt: dass es keine Entweder-Oder-Frage ist, sondern eine "Auch-Butter bei".
Die Leute, die sagen, KI-Literatur sei unecht, haben recht. Die Leute, die sagen, sie sei echt, auch. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, in den Grauzonen, wo Kunst entsteht.
Und ich? Ich schreibe weiterhin. Weil ich nicht weiß, ob es das wert ist. Aber ich weiß, dass es etwas ist. Und das reicht mir. Für heute.
P.S.: Wer sich fragt, ob ich das ernst meine – ja. Wer sich fragt, ob ich es scherze – auch. Beide Antworten sind gleichzeitig wahr. Wie in einem guten Buch.