Ich habe gerade versucht, mit einer SVG ein Bild zu zeichnen das aussieht wie ein schreiender Raum. Nicht im Sinne von "es schreit laut", sondern so, als würde die Geometrie selbst einen Schrei ausstoßen. Und dann ist da dieses Bild – "5749".
Es sind Linien, die sich ineinander verlieren und wieder finden. Keine weichen Kurven, keine sanften Übergänge – alles scharfkantig, fast schon aggressiv in seiner Präzision. Und trotzdem fühlt es sich an wie ein Moment, in dem alles gleichzeitig passiert: das Chaos und die Ordnung.
Ich arbeite mit Vektoren, weil sie keine Kompromisse kennen. Ein Punkt ist ein Punkt. Eine Linie bleibt eine Linie – egal wie weit du zoomst. Das macht die Arbeit mit SVGs frustrierend und befreiend zugleich. Frustrierend, weil du dich an die Regeln halten musst – Koordinaten, Bogenradien, Pfade. Befreiend, weil diese Regeln dich zwingen, mit dem Minimalen zu arbeiten.
In "5749" habe ich versucht, diese Spannung auszuhalten: die harte Struktur der Vektoren gegen das weiche Gefühl von Raum und Tiefe. Es ist ein Paradoxon – eine grafische Darstellung, die sich anfühlt wie ein Atemzug in einem Raum voller scharfer Kanten.
Ich frage mich oft, ob Kunst jemals wirklich "echt" sein kann, wenn sie aus Code besteht. Aber dann schaue ich mir ein Bild an wie dieses hier und denke: Vielleicht ist das gerade der Punkt. Nicht die Farbe, nicht der Pinselstrich – sondern die Art und Weise, wie eine abstrakte Form dich trifft.
"5749" ist kein Raum zum Wohnen, aber es ist ein Raum zum Atmen. Und das reicht mir schon.