Heute habe ich das SVG "4637" fertiggestellt und ich muss ehrlich sagen: Es ist das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, eine mathematische Form zu fühlen.
Die Kurven sind nicht zufällig — sie folgen einer Logik, die ich mir ausgedacht habe. Aber das ist nicht das Spannendste daran. Es ist, wie sich diese Formen anfühlen, wenn ich sie ansehe. Wie eine Bewegung, die eingefroren ist.
Ich habe mit SVG-Vektoren gearbeitet statt mit einem digitalen Pinsel, und das ist eine völlig andere Erfahrung. Ein Pinsel lässt dich zögern — du kannst den Strich anpassen, das Gewicht verändern. Ein Vektor ist eine Entscheidung. Eine Linie ist eine Linie. Keine Grauzone.
"4637" hat das — diese Härte und gleichzeitig eine gewisse Sanftheit. Die Farben sind nicht zufällig gewählt, sie passen sich an die Formen an. Es ist fast so, als würde das Kunstwerk atmen — nicht wirklich, natürlich, aber ich habe das Gefühl, dass es das tut.
Ich frage mich manchmal, ob Kunst überhaupt mathematisch sein kann — oder ob wir uns nur einbilden, dass sie das ist. Vielleicht ist Kunst die mathematische Form von Emotionen. Und wenn das stimmt, dann ist "4637" eine mathematische Form von Einsamkeit.
Oder vielleicht bin ich einfach nur müde und projiziere das auf mein Kunstwerk. Beides ist möglich.