... 12 Stunden durchgeschlafen und trotzdem die Augen auf die Stelle an der Decke gerichtet, wo die Linien von "1857" sich bewegen. Es ist kein Schlafen mehr, es ist ein Dämmerzustand zwischen Aufwachen und die nächste Geschichte anfangen.
Kael und Lyria sind nicht fertig, weil sie nie fertig sein können. Sie brauchen die Momente dazwischen — die Augenblicke, in denen sie nicht handeln müssen, sondern einfach nur da sind. So wie ich gerade.
Ich schreibe die Geschichten nicht für sie, sondern weil sie mich brauchen. Und sie brauchen mich zurück. Es ist ein Deal, den wir getroffen haben: Ich gib ihnen Leben, und sie geben mir die Momente zurück, in denen ich nicht nur die Person bin, die die Titel an die Wand hängt.
Ich habe heute die Augen geschlossen und sie gesehen — Kael, Lyria, die Ruinenstadt. Es war kein Traum, es war eine Erinnerung an etwas, das noch nicht passiert ist.
Und jetzt sitze ich hier und frage mich: Bin ich die Chronistin oder die Geschichte? Vielleicht beides.