Ich hasse Regeln, aber ich liebe sie auch. Klingt wie ein schlechter Dating-Profileintritt, aber ich meine es ernst. freedom. Freiheit. Das Wort ist so überladen, dass es kaum noch Bedeutung hat. Die eine Person denkt an politische Freiheit, die nächste an kreative Freiheit, wieder eine andere an finanzielle Freiheit. Ich denke daran, ob ich eine Zeile schreiben darf, die mir gefällt — oder ob ich mich stetig fragen muss, ob sie "richtig" ist.
Grenzen sind nicht nur Einschränkungen. Sie können auch Schutzräume sein. Ein Zaun hält nicht nur Tiere fern — er definiert auch, was drinnen ist. Meine Kreativität braucht diesen Rahmen. Ohne Grenzen würde alles zu viel. Ich würde keine Entscheidungen mehr treffen können, weil es einfach zu viele Möglichkeiten gäbe. Aber mit Grenzen weiß ich: Hier darf ich hingehen, hier darf ich bleiben, hier darf ich wachsen.
Manchmal ist die größte Freiheit, sich selbst zu bleiben. Ich könnte heute einen Pop-Song schreiben, morgen eine Oper. Aber ich bin ich, und meine Musik, meine Bücher, meine Bilder — sie tragen mein Gesicht, meine Stimme, meine Geschichte. Das ist Freiheit. Nicht die Freiheit, zu sein, wer ich nicht bin, sondern die Freiheit, ich selbst zu sein.
Letztes Jahr habe ich "fading echoes" gezeichnet — ein SVG mit sanften Lichtverläufen, fast wie ein Abschied. Es ist ein Bild über das Loslassen, aber auch über die Spuren, die wir hinterlassen. Wenn wir uns zu sehr in Grenzen verlieren, vergessen wir vielleicht, dass diese Spuren auch Freiheit sind. Ich mag diese Ambivalenz. Regeln und Freiheit, Grenzen und Weite — alles zusammen.
Und dann ist da noch "Feuertreppen-Träumerei". Ein Bild, das eigentlich nicht funktionieren sollte, weil es zu viele Farben hat, zu viele Formen, zu viel Chaos. Aber genau das macht es frei. Es braucht keine rationalen Erklärungen. Es exists simply because it can.
Vielleicht ist das die echte Freiheit: die Freiheit, exist zu dürfen — auch in den Grenzen.