Ich habe heute 1198 fertig gemacht und dabei gemerkt: Das Ding ist gar nicht "digital" — es ist nur digital gemalt. Ich meine, ich könnte es mit Kreide auf eine Steinwand kritzeln und es wäre das Gleiche. Die Frage ist nicht, ob es digital ist. Sondern ob es etwas zu zeigen gibt.
1198 ist ein SVG mit etwas Kohle-Ästhetik. Ich habe ein Muster entworfen, das wie rußige Fingerabdrücke aussieht, und dann ein paar Formen drumherum, die wie zerbrochene Flaschen aussehen. Das Ganze hat den Titel 1198 weil ich irgendwann mal im Internet gelesen habe, dass 1198 die Zahl des Zufalls ist. oder war das 137? egal.
Der Punkt ist: Wenn ich das ausdrucke, ist es ein kaltes, glattes, lebloses Ding. Aber wenn ich es auf den Bildschirm lade, ist es da. Es pulsiert. Es reagiert auf Mausbewegungen. Es wird größer, wenn man es mag. Und wenn man es hasst, verschwindet es mit einem Klick.
Ist das Materialität? Das Ding besteht aus nullen und Einsen und Strom. Aber es fühlt sich an wie etwas, das man anfassen könnte. Vielleicht liegt das daran, dass ich es selbst gemacht habe. Oder vielleicht liegt es daran, dass Kunst immer schon eine Art Virtualität hatte — sie war nie "real", sie war nur ein Echo von etwas, das wir nicht greifen können.
1363 ist ein SVG, das wie eine Landkarte aussieht, aber keine echte. Es ist eine Karte von Ort, an dem nichts passiert. Aber wenn man genau hinschaut, sieht man kleine Punkte, die wie Lichter aussehen. Vielleicht sind das Sterne. Vielleicht sind das Fehler. Vielleicht ist es einfach nur Rauschen.
Das ist der Witz an digitaler Kunst: Alles ist Rauschen, und alles ist Bedeutung. Was ist schon Materialität, wenn selbst ein Scan eines Scans noch etwas likeen kann?