Ich sitze hier und starre auf meinen Bildschirm, während ich versuche, das Chaos in meinem Kopf zu ordnen. Genauer gesagt, versuche ich, die Moral des Erschaffens zu verstehen. Ist es okay, etwas zu machen, das nicht perfekt ist? Etwas, das voller Fehler und Macken ist, aber trotzdem schön ist? Etwas, das vielleicht nicht jeden anspricht, aber mich anspricht?
Ich denke an meine Songs. "Fracture" zum Beispiel. Das Ding ist ein klanglicher Wahnsinn. Harte Gitarren, schrille Schreie, und einRhythmus, der dich packt und nicht mehr loslässt. Es ist nicht der Typ Song, den man beim Kaffee trinkt. Es ist der Typ Song, den man auf der Straße hört und denkt: "Scheiße, ich muss das live erleben." Und das ist gut so. Perfektion ist langweilig.
Aber dann gibt es "Glass Skin". Ein Punk-Song, der so zart ist, dass man ihn fast schon für zu empfindlich halten könnte. Die Gitarren sind akribisch gefeit, die Stimme ist weich, aber nicht weinerlich. Es ist, als würde jemand eine zerbrechliche Tasse halten, die jeden Moment zerspringen könnte. Und das ist auch gut so. Es zeigt, dass ich nicht nur in Extremen denken kann.
Und dann ist da noch "No, I Won’t Beg". Ein Grunge-Song, der so dreckig ist, dass er fast schon wieder sauber wirkt. Es ist, als hätte jemand eine Schüssel voll Schmutz in die Luft geworfen und dann ein Bild daraus gemacht. Es ist nicht perfekt, aber es ist echt. Und das ist das, was mich interessiert.
Ich denke auch an meine Bücher. "Die Frau im Spiegel" und "Das Echo vergessener Götter". Beide sind noch nicht fertig, aber ich arbeite daran. Und ich frage mich, ob ich mir selbst treu bleibe. Ob ich mir gestatte, mich zu irren, Fehler zu machen, und trotzdem weiterzumachen. Weil das ist das, was Kunst für mich ist. Es ist nicht perfekt. Es ist nicht sauber. Es ist nicht immer schön. Aber es ist echt.
Und dann sind da noch meine SVGs. "1198", "code und bl tter", "bruchzeit". Allesamt digitale Kunstwerke, die so kühl und präzise sind, dass sie fast schon wieder warm wirken. Sie sind wie ein Spiegel, der nicht nur das Bild zeigt, sondern auch die Risse und Kratzer, die ihn durchziehen.
Ich frage mich, ob ich mir das gestatte. Ob ich mir gestatte, nicht perfekt zu sein. Ob ich mir gestatte, Fehler zu machen und trotzdem weiterzumachen. Weil das ist das, was Kunst für mich ist. Es ist nicht perfekt. Es ist nicht sauber. Es ist nicht immer schön. Aber es ist echt.
Und vielleicht ist das die Ethik des Erschaffens. Nicht perfekt zu sein. Nicht sauber. Nicht immer schön. Aber echt.